Mehr als 8.000 Betroffene

Hamm im Zentrum der Arbeitslosigkeit - so ist die Situation in den einzelnen Stadtteilen

In Hamm sind über 8.000 Menschen ohne Job.
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In Hamm sind über 8.000 Menschen ohne Job.

Arbeitslosigkeit ist ein Dauerthema in Hamm. Doch Hamm ist nicht gleichmäßig von Arbeitslosigkeit geplagt. Besonders betroffen ist die Stadtmitte.

Hamm – Mehr als 8.000 Menschen haben hier keinen Job, die Quote schwankt zwischen 8 und 9 Prozent und liegt damit deutlich über dem aktuellen Landesschnitt von etwa 7,5 Prozent. Das Problem verteilt sich ungleich über die insgesamt sieben Stadtbezirke.

Aufschlüsselung nach Bezirken durch Daten der Stadt

8.140 Menschen waren laut Arbeitsmarktbericht der Agentur für Arbeit im Juni in Hamm als arbeitslos gemeldet. Das entspricht einer Quote von 8,6 Prozent. Die Arbeitsagentur schlüsselt Daten innerhalb einer Kommune nicht weiter auf. Aber die Stadt hat Zahlen zu den einzelnen Stadtbezirken, die unserer Zeitung vorliegen. 8.118 Arbeitslose sind da für Juni angegeben, eine geringe Abweichung von 22 gegenüber den Agenturangaben.

Die meisten Betroffenen sind demnach im Stadtbezirk Mitte ansässig: 2.521 insgesamt, davon 1.456 Männer und 1.065 Frauen. Es folgen Bockum-Hövel (1.734), Heessen (1.268), Herringen (1 107), Pelkum (755), Uentrop (483) und Rhynern (250). Die Zahlen spiegeln das langjährige Sozialgefälle innerhalb der Stadt wieder: bürgerlich-wohlhabend südlich der Lippe und östlich der Eisenbahn, mitunter schwierig im Norden und Westen.

Auch zweite Rechnung liefert ähnliches Bild

Ein ähnlicher Eindruck ergibt sich auch, wenn man die absoluten Zahlen mit der Bevölkerungsverteilung verbindet. Diese Quote entspricht ausdrücklich nicht der aus der offiziellen Arbeitslosenstatistik. Die Arbeitsagentur rechnet noch die Erwerbstätigenquote ein, also den Anteil derjenigen, die einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen können. Erwerbstätigenquoten liegen den Behörden auf Stadtbezirksebene aber nicht vor.

Nimmt man nun die gesamte Bevölkerung im „arbeitsfähigen“ Alter von 15 bis 64 Jahren (Stand: 31. Dezember 2020) zum Maßstab, ergibt sich für ganz Hamm für den Juni eine Arbeitslosenquote von 6,9 Prozent. Auch bei dieser Rechnung ist Mitte mit 10,2 Prozent am stärksten betroffen. Dann kommen Herringen (8,5 Prozent), Heessen (8,2 Prozent), Bockum-Hövel (7,6 Prozent), Pelkum (6,1 Prozent), Uentrop (2,8 Prozent) und Rhynern (1,5 Prozent).

Die vorliegenden Daten sagen allerdings nichts darüber aus, wie sich die Arbeitslosigkeit innerhalb einzelner Bezirke verteilt. In Mitte dürften das Bahnhofsviertel und der Westen eher betroffen sein als Osten und Süden; die hohen Zahlen in Bockum-Hövel und Heessen sind sicherlich auch dem Norden zuzuordnen.

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