Nach Drama in Hamm läuft Prozess in Dortmund

Blutiger Macheten-Angriff in Hamm schockt selbst erfahrene Polizisten

An dieser Bushaltestelle in Hamm wurde eine Frau mit einer Machete schwer verletzt.
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An dieser Bushaltestelle im Hammer Westen wurde eine Frau im September 2020 mit einer Machete schwer verletzt. Der Täter steht jetzt vor Gericht.

Der Macheten-Angriff auf eine 26-jährige Frau auf der Dortmunder Straße in Hamm hat selbst erfahrene Polizisten schwer geschockt. Das wurde am zweiten Verhandlungstag vor dem Dortmunder Schwurgericht mehr als deutlich.

Dortmund/Hamm – Aus Wut und Enttäuschung über die Trennung soll der 34-jährige Angeklagte am späten Abend des 20. September 2020 seine Ex-Freundin attackiert haben. Die junge Frau war mit dem Rad auf der Dortmunder Straße in Hamm unterwegs, als der Mann sie zum Anhalten zwang und eine Erklärung für ihr Verhalten einforderte.

Was dann passierte, ist nichts für zarte Gemüter. Nachdem die 26-Jährige ihm gesagt hatte, dass sie nicht mit ihm reden wolle, soll der Angeklagte eine rund 60 Zentimeter lange Machete unter dem Pullover hervorgezogen und damit sofort zugeschlagen haben.

Als die Polizei wenig später am Tatort eintraf, lag das Opfer schreiend auf dem Gehweg und krümmte sich vor Schmerzen. Eine Polizistin erinnerte sich am Mittwoch vor Gericht in Dortmund so: „Sie hat sich den Bauch gehalten, war aber zum Glück in der Lage, uns zu sagen, was passiert war.“

„Die Gedärme waren herausgequollen“

Das ganze Ausmaß der Verletzungen offenbarte sich den Polizisten wenig später, als die alarmierten Rettungskräfte die Jacke der Verletzten öffneten. „Der Bauch sah schrecklich aus, die Gedärme waren herausgequollen“, sagte eine Beamtin. „So etwas Schlimmes hatte ich wirklich noch nie gesehen.“

Zum Glück hat die Verletzte den Macheten-Angriff inzwischen körperlich weitgehend überstanden. Dass sich der Angeklagte derweil für die Tat entschuldigt hat, interessiert sie dagegen nicht im Geringsten.

„Bin der Täter von dem Tötungsdelikt“

Noch in der Tatnacht hatte sich der 34-Jährige den vor seiner Wohnungstür wartenden Polizeibeamten gestellt und dann auch sofort angegeben, dass er die Machete auf dem Zechengelände Heinrich Robert entsorgt hatte. Dort wurde die Waffe dann auch schnell gefunden und sichergestellt.

Dass der Mann jetzt im Prozess behauptet, er habe seine Ex-Freundin mit der Machete auf keinen Fall töten oder auch nur verletzen wollen und auch nicht gedacht, dass genau das passiert war, klingt indes wenig glaubwürdig. Als er in der Tatnacht ans Beifahrer-Fenster des vor seinem Haus stehenden Streifenwagens klopfte, hatte sich das jedenfalls noch ganz anders angehört. Die Polizistin, die damals in dem Streifenwagen saß, hat jedenfalls noch folgenden Satz in den Ohren: „Ich glaube, sie suchen mich. Ich bin der Täter von dem Tötungsdelikt an der Dortmunder Straße.“

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