Hafenkran verhüllt: Aufwendiges Facelifting mit Hauch von Christo

Der Hammer Hafenkran ist eingehüllt und wird saniert.
+
Der Hammer Hafenkran ist eingehüllt und wird saniert.

Es braucht nicht lange, bis die Gedanken bei den spektakulären Projekten der Verhüllungskünstler Christo und Jeanne-Claude angekommen sind. Ein Kunstgedanke steckt allerdings nicht hinter dem verhüllten Objekt am Hammer Hafen, wohl aber ein Zeugnis von Industriekultur. Aktuell wird der denkmalgeschützte Hafenkran aus dem Jahr 1939 instandgesetzt.

Hamm - Den Beschluss dazu hatte vor gut einem Jahr die Bezirksvertretung Hamm-Mitte gefasst, nachdem bei einer routinemäßigen Sichtkontrolle Schäden festgestellt worden waren. Aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht und zur Substanzerhaltung führte kein Weg an der Sanierung vorbei.

150.000 Euro kostet die Maßnahme, ursprünglich hatte die Stadt auf eine 50-prozentige Förderung gehofft, bewilligt wurden aus dem Denkmalförderprogramms des Landes Nordrhein-Westfalen letztlich 30 Prozent. Die letzte Sanierung des Kranes hatte von 2001 bis 2003 stattgefunden.

Durch Korrosion angegriffen

Nun müssen durch Korrosion angegriffene Stellen der Stahlkonstruktion und Verkleidungen entrostet und neu beschichtet werden. Ebenso wird die Holzverschalung und die Verglasung der Kranführerkanzel überarbeitet. Eigentlich sollten die Arbeiten in diesem Monat zum Abschluss kommen, doch damit wird es nichts. Die Stadt gehe nun von Ende März aus, teilte Pressesprecher Tobias Köbberling mit.

Witterungsbedingt sei es der Sanierungsfirma nicht möglich, die Beschichtungsarbeiten termingerecht durchzuführen. „Zusätzlich mussten die Arbeiten mehrfach unterbrochen werden, da die erforderlichen Gerüstfolien durch starke Sturmböen zerstört wurden und somit erneuert werden mussten“, sagte Köbberling auf Nachfrage.

Fertigstellung Ende März

Fertig seien die Sandstrahl- und Beschichtungsarbeiten am Kranausleger und am Drehkranz. Aktuell würden nun die Holz- und Verglasungsarbeiten an der Krankanzel begonnen und voraussichtlich Anfang März 2021 abgeschlossen, so der Sprecher. Die Gesamtfertigstellung sei dann voraussichtlich Ende März. Die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (MAN) hatte den „Vollportaldrehkran“ 1939 für die Münsterische Schifffahrts- und Lagerhaus AG Hamm (Westf.) gebaut, seit 2010 steht er unter Denkmalschutz. Der Kran diente in der Anfangszeit vor allem dem Umschlag von Brenn- und Baustoffen, Futter, Düngemitteln und Getreide.

Fünf Tonnen Tragfähigkeit

Betrieben wurde der Kran elektrisch, er fuhr auf Schienen mit 4,70 Metern Spurweite. Der 20 Meter lange Ausleger konnte fünf Tonnen schwere Lasten heben. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Kran schwer beschädigt, dann aber schnell wieder instandgesetzt; die Rhenus AG nutzte ihn bis 1996. Erst mit der Aufgabe der Speicherwirtschaft wurde der Kran ausgemustert. Heute dient der Kran als industriegeschichtliche Landmarke am östlichen Ende des Hafens.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare