Keine Hehlerei

Händler nach Räder-Diebstahl bei Potthoff verurteilt - Mitangeklagter freigesprochen

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Im Autohaus Potthoff wurden Anfang 2018 hochwertige Felgen gestohlen.

Hamm – Weil er Felgen kaufte, die im Autohaus Potthoff gestohlen wurden, ist ein 37-jähriger Ahlener vom Hammer Schöffengericht zu einer siebenmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt worden, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Ein mitangeklagter 35-jähriger Hammer wurde freigesprochen.

In dem Bockum-Höveler Autohaus waren im Februar und im April 2018 Rädersätze gestohlen worden, die Kunden dort eingelagert hatten. Der Neuwert der Fahrzeugteile beträgt rund 60.000 Euro. Ein Strafverfahren gegen zwei Verdächtige läuft. Zusätzlich ermittelte die Polizei zwei Männer, die die gestohlenen Räder gekauft und angeboten haben sollen: einen 37-jährigen Autoteilehändler aus Ahlen und einen 35-jährigen Kaufmann aus Hamm. Beide wiesen die Vorwürfe zurück.

Ahlener fällt durch Telefonate auf

Die beiden Männer unterhalten seit mehreren Jahren enge Geschäftsbeziehungen. Der Ahlener bot dem Hammer regelmäßig Autoteile an, darunter gebrauchte Rädersätze, die er in teils größeren Mengen bei einem Ahlener Autohaus kaufte. Den Ermittlern fiel der Ahlener auf, weil er in der April-Tatnacht mehrfach mit einem der unmittelbar Tatverdächtigen telefonierte. Seiner Frau meldete er anschließend per Whatsapp eine größere Reifenlieferung; in seinem Lager fand die Polizei später einen der gestohlenen Rädersätze.

Dass jene Reifen aus dem Potthoff-Diebstahl stammen, hatte der Ahlener bereits zum Prozessauftakt Anfang Mai eingeräumt, jegliche Form der Hehlerei jedoch abgestritten und von einem „schwarzen Schaf“ unter seinen zahlreichen Transaktionen gesprochen.

Geklaute Reifen nicht als solche erkannt?

Dieser Linie blieben die Angeklagten auch am zweiten Verhandlungstag treu. Eine Rechnung für die zweifelhafte Reifenlieferung im April konnte der Ahlener nicht vorlegen – Liefer- und Rechnungsdatum lägen in der Branche eben oft weit auseinander. Und die gestohlene Felge mit Potthoff-Aufkleber, die im Chatverlauf der beiden abgebildet ist, habe man nicht als Potthoffschen Besitz erkennen müssen: Im Gebrauchtreifenhandel entferne man solche Etiketten üblicherweise nicht.

Wo die abgebildete Felge herkam, konnten die Angeklagten allerdings auch nicht erklären. Fest steht nur, dass sie nicht aus dem Autohaus stammt, aus dem der Ahlener seine Ware üblicherweise bezog. Ein früherer Verkaufsleiter schloss aus, gebrauchte Felgen mit Aufklebern fremder Autohäuser verkauft zu haben.

Strafe zur Bewährung ausgesetzt

Das Gericht sprach den Ahlener Angeklagten schließlich schuldig, erkannte aber keine gewerbsmäßige Hehlerei. Es verurteilte ihn zu sieben Monaten Haft und folgte damit dem Antrag des Staatsanwaltes. Da der Mann nicht vorbelastet ist, wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt. Ihm wurde allerdings noch eine Geldstrafe von 1200 Euro auferlegt. Dem Hammer Angeklagten konnte dagegen nichts nachgewiesen werden, er wurde freigesprochen.

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