Welttag der Händehygiene

Richtig Händewaschen: Diese Fakten sind wirklich wichtig

Hamm - Händewaschen ist wichtig! Kindern wird es im Kindergarten und der Schule beigebracht. Viele Erwachsene können es nicht. 80 Prozent aller ansteckenden Krankheiten werden über die Hände übertragen. Wie das vermieden werden kann, zeigt uns am Welttag der Händehygiene ein Experte im Video.

Spielt die Wassertemperatur eine Rolle?

Mikroorganismen ist die Temperatur des Wassers völlig egal. Werden die Hände 15 Sekunden lang unter fließendem Wasser gewaschen, bleiben die relativ unbeeindruckt auf der Haut. Wichtig ist das Nutzen von Seife und die Dauer des Waschens.

Auf die Dauer kommt es an

Laut Helpling beweisen die Ergebnisse einer Studie von Hygiene Council, dass sich sechs Prozent der Deutschen nur fünf Sekunden lang ihre Hände waschen . Weniger als 40 Prozent schaffen die 20 Sekunden, die nötig sind, um die Hälfte der Keime zu verlieren. Wenn Sie nicht wissen, wie lange Sie die Hände waschen müssen, singen Sie zwei Mal laut oder in Gedanken das Lied Happy Birthday. 

Abtrocknen ist wichtig

In einer feuchten Umgebung können sich Keime besser halten und vermehren. Außerdem entfernt das Abtrocknen der Hände mit einem Handtuch zusätzlich die Bakterien, die noch an den Händen oder im Wasser an den Händen haften.

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Keimfallen im Alltag

Laut Helpling beherbergt eine Tastatur bis zu 400 mal so viele Keime wie ein Toilettensitz. Ähnlich ist es bei Smartphone, Fernbedienung und Lichtschaltern. Diese Keime - zum Beispiel Erkältungsviren - können bis zu 24 Stunden auf den Oberflächen überleben, lang anhaltende Viren sogar bis zu mehreren Wochen. Deshalb: Reinigen und desinfizieren Sie regelmäßig Haushaltsgegenstände - besonders, wenn jemand im Haushalt an einer Infektion leidet. Außerdem wichtig: Regelmäßiges Händewaschen.

Putzhandschuhe schützen nicht immer vor Bakterien 

Werden Putzhandschuhe nach der Nutzung nicht sauber und trocken aufbewahrt, entwickeln sie sich zu wahren Keimschleudern, schreiben die Experten bei Helpling. Wechseln Sie die Handschuhe deshalb mindestens einmal im Monat aus. Oder reinigen Sie sie. Die Handschuhe lassen sich in heißem Wasser mit zwei Teelöffeln Essig und ein bisschen Spülmittel in zehn bis 15 Minuten von Keimen befreien. Danach abwaschen und an einem kühlen Ort trocknen lassen. 

Apropos Keimschleuder

Ähnlich ist es bei der Handtasche, die von vielen Frauen als Aufbewahrungsort für alles Mögliche benutzt wird. Kaugummi, Lippenstift, Taschentücher: In jeder fünften Handtasche nisten sich so viele Bakterien ein, dass die Tasche ein Gesundheitsrisiko darstellt, so Helpling. Auf wenigen Quadratzentimetern einer Handtasche können sich bis zu 10.000 Bakterien befinden. Deshalb auch hier: Hände waschen und Handtaschen regelmäßig auswischen.

Welttag der Händehygiene

Der Tag soll vor allem medizinisches Personal ans Händewaschen erinnern. Die St.-Barbara-Klinik gehört seit drei Jahren der Initiative „Keine Keime“ an, die über Krankenhaushygiene aufklären soll. 

Dazu Dr. Rainer Löb, Ärztlicher Direktor der Klinik, im Gespräch mit WA-Mitarbeiterin Hannah Decke. 

Dr. Rainer Löb, Ärztlicher Direktor der St. Barbara-Klinik.

Krankenhaushygiene – Was hat sich bei Ihnen getan? 

Rainer Löb: Eine gute und stetige Weiterentwicklung. Was die Initiative erreichen will, ist Aufmerksamkeit und die feste Verankerung der Bedeutung der Hygiene „in den Köpfen“. Dazu bedarf es der kontinuierlichen Schulung und Begleitung. Um dies umfassend und kompetent leisten zu können, haben wir das Team der Krankenhaushygiene in den letzten Jahren stetig erweitert. Inzwischen sind bei uns vier spezialisiert weitergebildete und erfahrene Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen in Vollzeit als Hygienefachkräfte tätig. 

Wo gibt es in Sachen Hygiene noch Verbesserungsbedarf? 

Löb: Ganz klar beim Bewusstsein für einen zurückhaltenden Einsatz von Antibiotika, aber genauso im täglichen hygienischen Arbeiten. Es ist bekannt, dass dann, wenn Schulungen eingestellt werden, nach drei Monaten zum Beispiel die Händedesinfektionsrate wieder fast so schlecht ist wie vor der ersten Schulung. Insgesamt heißt das aber nicht, dass wir im Alltag und zuhause ständig uns und alles um uns herum desinfizieren sollten. Unser Immunsystem benötigt auch die Auseinandersetzung mit Krankheitserregern, um sich „fit zu halten“. Das macht allerdings nicht bei allen Erregern Sinn.

Weitere Informationen gibt es auf der Seite: www.infektionsschutz.de oder www.blog.helpling.de

Rubriklistenbild: © Hackel

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