Hacker attackiert Mail-Konto

Angriff per Phishing-Mail auf Hammer Theatermacher

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Hamm - Es war erst Anfang Oktober 2017, dass ein Mitarbeiter des Verfassungsschutzes NRW auf Einladung des Mittelstandes Hammer Unternehmen vor professionellen Hacker-Angriffen aus dem Internet und allzu viel Sorglosigkeit warnte.

Dass nicht nur Riesenunternehmen, sondern auch Kleinbetriebe und Privatpersonen betroffen sein können, erfuhr jetzt der Hammer Theatermacher Matthias Damberg auf schmerzliche Weise. Er wurde Opfer von Betrügern und Datendieben. 

Es gibt viele Opfer

Das Erschreckende: Potenzielle Opfer wie Damberg gibt es viele. „Hallo, lch hoffe du hast dies schnell erhalten, ich bin nach Ukraine verreist und habe meine Tasche verloren samt Reispass und kreditkarte“, heißt es in einer E-Mail (inklusive aller Rechtschreib- und Grammatikfehler), die angeblich von Matthias Damberg stammt. 

Und: „Ich wollte dich fragen, ob Du mir 1870 EUR so schnell wie möglich leihen kannst. (...) Das Geld durch Western Union ist die schnellste und beste möglichkeit.“ Dieser scheinbare Hilferuf ging offenbar an mehrere Adressen aus Dambergs Mailer. 

Täter hacken erst Email-Account, nutzen die Kontakte

Und die Absender-Adresse ist echt. Nur dass dieser gar nicht in der Ukraine ist... „Offenbar handelt es sich mindestens um ein Betrugsdelikt und einen Fall von Datendiebstahl“, sagte Polizei-Pressesprecher Christopher Grauwinkel. 

Grauwinkel rät Betroffenen dringend, solche Angriffe aus dem Internet zur Anzeige zu bringen. Bezahlt hat die 1870 Euro bisher offenbar niemand, und auch Damberg scheint keinen finanziellen Schaden erlitten zu haben. 

Der Schaden ist für ihn eher anderer Art: alle Kontakte waren verschwunden, ebenso sämtlicher E-Mail-Verkehr. „Es ist ein beunruhigendes Gefühl, dass jemand meine Identität annehmen konnte“, sagt er. „Die Nerven liegen blank.“ 

Phishing-Mail ließ die Hacker ein

Dabei fühlte sich Damberg sicher. Nach einem ähnlichen Vorfall im vergangenen Herbst hatte er seinen Rechner abgeschottet und sich alle zwei Wochen neue, komplizierte Passwörter gegeben. Eines davon, so glaubt er im Nachhinein, sei ihm durch Beantworten einer so genannten Phishing-Mail, eine vermeintlich echte Mail des Softwarebetreibers, abgegriffen worden.

Vermutlich auf diesem Wege verschafften sich Unbekannte Zugriff auf Dambergs Mailer und konnten in seinem Namen agieren. Und von dort aus, so warnt der Polizeisprecher, sei es nur noch ein kleiner Schritt zum materiellen Schaden. 

Internationale Täter kaum zu finden

Online-Warenhäuser beispielsweise würden für Kriminelle dann schnell zum Selbstbedienungsladen auf fremde Kosten. Sitzen die Täter in Deutschland, gebe es über die IP-Adresse als „Fingerabdruck“ im Netz zumindest eine Chance den Tätern auf die Spur zu kommen, im Ausland sei dies ungleich schwerer, häufig so gut wie unmöglich.

Vor etwa drei Jahren war mit Osman Bol schon einmal ein Kulturschaffender aus Hamm Opfer eines Hacker-Angriffs geworden. Im Fall Bol erfolgte der Zugriff über dessen Handy, das er häufig für Internet-Aktivitäten nutzte. 

Tipps der Polizei für mehr Sicherheit

Die Polizei rät:

  •  sichere Passwörter mit mindestens acht Zeichen und Ziffern in Groß und Kleinschreibung erstellen 
  • gute Virenscanner, um den Rechner sicher zu machen und Trojaner abzublocken, die Passwörter auslesen 
  • alternative, sicherere Betriebssysteme in Erwägung ziehen 
  • regelmäßige Datensicherung
  • im Fall der Betroffenheit Rechner vom Netz nehmen, die Polizei rufen und Anzeige erstatten 
  • alle Zugänge zu Einkaufsmöglichkeiten im Internet ändern 
  • Handys und Tablets sichern, denn über diese werden vielfach ungeschützt online Geschäfte mit Passwort abgewickelt

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