Tötungsdelikt in Ostwennemar: Habgier ergänzt Mord-Vorwurf

Details aus Anklageschrift gegen Enkel von Soester Schulleiter aufgetaucht

Hier in Ostwennemar wurde der 84-Jährige tot aufgefunden.
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Hier in Ostwennemar wurde der 84-Jährige tot aufgefunden.

Hamm/Soest/Dortmund - Wenige Tage vor Beginn des Prozesses um den gewaltsamen Tod von Hans Hellendahl, dem ehemaligen Leiter des Soester Börde-Berufskollegs aus Hamm, sind weitere Details aus der Anklageschrift der Dortmunder Staatsanwaltschaft bekannt geworden.

Demnach muss sich der 25-jährige Enkel des Getöteten gleich wegen zweier Mordmerkmale vor dem Dortmunder Schwurgericht verantworten. Zum einen wird ihm, wie berichtet, vorgeworfen, seinen ahnungslosen Großvater am 8. Februar in dessen Haus an der Feuerdornstraße in Ostwennemar „völlig unerwartet und unvorhersehbar“ mit einem Brecheisen erschlagen zu haben. 

Die Gerichtsmediziner mussten bei der Obduktion der Leiche des betagten Mannes 14 massive Schläge mit einem Brecheisen auf den Kopf des arg- und wehrlosen Hammers zählen. Des Weiteren geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der ehemalige Leiter des Soester Börde-Berufskollegs sterben musste, weil sein Enkel eine unberechtigte Abhebung von 1.500 Euro vom Konto des Großvaters verdecken wollte. 

„Geld spielte offenbar in der Familie des Getöteten und im Verhältnis von Großvater und Enkel immer wieder eine große Rolle“, fasste der Sprecher des Dortmunder Landgerichts, Dr. Thomas Jungkamp, vor Prozessbeginn die bisher öffentlich bekannten Hinweise zu den möglichen Hintergründen der angeklagten Bluttat zusammen.

 Vermutlich habe es sogar im Vorfeld mehrere, vom Großvater nicht genehmigte Abbuchungen von dessen Konto gegeben. Auch habe es über Geldfragen noch am Tag vor dem gewaltsamen Tod des 84-Jährigen Streit im Soester Familienkreis gegeben. 

Fest steht, dass der 25-Jährige noch nach diesem Streit am späten Abend des Vortages der Tat Geld vom Konto des Großvaters abhob und diesen dann am Folgetag in seinem Haus aufsuchte – offenbar mit dem Brecheisen als späterem Tatwerkzeug im Gepäck.

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