"Richtig Lust": Claudia Breer will Bezirksvorsteherin in Rhynern werden

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Will Bezirksvorsteherin werden: Claudia Breer tritt in Rhynern als Spitzenkandidatin der CDU an.

Rhynern – In der 45-jährigen Geschichte des Stadtbezirks Rhynern übte stets ein Mitglied der CDU-Ortsunion das Amt des Bezirksvorstehers aus. Sämtliche Kommunalwahlen endeten mit einer absoluten Mehrheit der Union.

Auch diesmal scheint die Wahl von Claudia Breer zur neuen Bezirksvorsteherin nur eine Formsache zu sein. Aber die Westtünnerin möchte sich nicht auf die Tradition verlassen und geht motiviert in den Wahlkampf. (Ihren SPD-Konkurrenten Andreas "Obel" Obering haben wir bereits vorgestellt.)

Frau Breer, im Sportjargon würden im Vorfeld der Wahl Begriffe wie „Topfavoritin“ oder „Formsache“ verwendet werden. Wie sehen Sie selbst ihre Chancen bei der Kommunalwahl am 13. September?

Claudia Breer: Ich bin ehrlich gesagt sehr gespannt auf das Wahlergebnis. Ich hoffe, dass wir ein vernünftiges Ergebnis erzielen. Dazu müssen wir allerdings sehr wohl die Ärmel hochkrempeln. Aber das kann ich. Ich habe einen langen Atem als ehemalige Marathonläuferin.

Sie sind seit 2009 mit einem Mandat in der Lokalpolitik vertreten. Zunächst in der Bezirksvertretung Rhynern, derzeit noch im Rat der Stadt Hamm. Nun soll der nächste Schritt folgen. Wollten und wollen Sie damit auch in die Fußstapfen ihres Vaters treten?

Breer: Ja, auf jeden Fall. Irgendwie habe ich das ein wenig vererbt bekommen. Und bei vier jüngeren Brüdern, mit denen ich aufgewachsen bin, bin ich auch durchaus kampferprobt. Letztlich bin ich auch sehr heimatverbunden, ich bin einfach gerne hier. Vor dem möglichen Amt als Bezirksvorsteherin habe ich durchaus Respekt, das ist mit Sicherheit ein arbeitsreicher Job. Aber ich habe auch richtig Lust auf dieses Amt.

Mit welcher Marschroute wollen sie das Amt antreten? Was sind Ihre persönlichen Absichten und Ziele?

Breer: Mir geht es in erster Linie um die Menschen vor Ort, ich möchte deren Themen ansprechen. Bei der Ausübung des Amtes kommen mir meine Charakterzüge zugute. Denn ich glaube, dass ich mich selbst nicht so wichtig nehme und ein guter Teamplayer bin. Persönlich wünsche ich mir, dass die Menschen nachher sagen, dass ich das gut gemacht habe.

Und thematisch?

Breer: Einige Themen leiten sich sicherlich aus meiner Vita ab. Schule und Bildung müssen weiterentwickelt werden. Schon deshalb sind uns die Schulbereisungen immer sehr wichtig. Denn vor Ort können wir die Defizite in den Schulen erkennen. Und hier können wir als Bezirkspolitiker auch direkt Einfluss nehmen, um Verbesserungen zu erzielen. Zudem bin ich sehr viel mit dem Fahrrad unterwegs. Daher liegt es mir am Herzen, dass die Radwege noch besser angebunden werden, dass die maroden Straßen und Wirtschaftswege ausgebessert werden. Mir kommt auch zugute, dass ich als Lehrerin außer Pelkum in allen Stadtbezirken tätig war und dort vieles kennengelernt habe. Das kann ich demnächst gut in die politische Arbeit einbringen. Zudem finde ich es auch schade, dass es im flächengrößten Stadtbezirk keinen Bürger- oder Hochzeitswald gibt.

Mit welchen Haupt-Themen geht die CDU in den Wahlkampf?

Breer: Die Entwicklung von neuem Wohnraum im Stadtbezirk ist uns sehr wichtig. Da hängt eine Menge von ab für die Zukunft des Stadtbezirks. Die ganze Infrastruktur mit Schulen, Kitas und Einkaufsmöglichkeiten benötigt junge Familien. Ich habe als Schulleiterin selbst eine Schule abwickeln müssen. Ich weiß, wovon ich rede. Genauso sind uns die Landwirte in unserem Bezirk wichtig. Und in diesem Zusammenhang macht es mir große Sorge, wenn ich feststelle, dass die Themen Wohnraum und Landwirtschaft gegeneinander ausgespielt werden. Die Verbesserung von Wohnen und Leben im Stadtbezirk ist uns wichtig, ohne die Umwelt aus den Augen zu verlieren. Auch das Thema Verkehr spielt in Rhynern immer eine Rolle. Zum Beispiel: Die Forderung nach Tempo 120 auf der A2 kommt auch von uns.

Das Amt des Bezirksvorstehers war fast immer eine Sache von Rhyneranern. Hans-Georg Hühner, Lieselotte Schriek, Doris Conrady, Brigitte Sosna. Lediglich Hermann Aßhoff durchbrach diese „Dominanz“ als Westtünner für vier Jahre. Nun soll wieder eine Westtünnerin das Zepter schwingen. Spielen diese Ortszugehörigkeiten überhaupt noch eine so große Rolle?

Breer: Dass sich die Ortsunionen aus Rhynern, Westtünnen und Berge auf eine Westtünnerin als Kandidatin geeinigt haben, zeigt doch, dass alles immer mehr zusammenwächst. Und das ist auch gut so. Es geht nur gemeinsam. Natürlich gibt es mal unterschiedliche Positionen und Interessen in den Ortsteilen. Aber dann setzen wir uns an einen Tisch, sprechen darüber und finden einen Kompromiss, mit dem sich die Mehrheit anfreunden kann. Das gleiche gilt doch, wenn wir anschließend mit einem Koalitionspartner zusammenarbeiten müssen.

Das ist Claudia Breer:

Claudia Breer ist im Stadtbezirk Rhynern fest verwurzelt. Sie stammt vom alt eingesessenen Bauernhof Wortmann in Westtünnen. Ihr Vater Ewald Wortmann machte sich in den 1960er- bis 1990er-Jahren einen Namen als Lokalpolitiker in Westtünnen und Hamm. Seit einigen Jahren ist ein Teil der ehemaligen Dambergstraße nach ihm benannt.

Dadurch familiär vorbelastet, war Claudia Breer schon früh in der Jungen Union aktiv. Auch auf anderen Ebenen, besonders im Sportverein, war sie sehr aktiv. Das ließ zunächst nach, als sie mit Martin Breer aus Berge eine Familie gründete. Drei Kinder und vier Enkelkinder gehören mittlerweile dazu. Die Familie und der Job als Lehrerin ließen zunächst nur Zeit für das Turnen, wo sie auch auf Verbandsebene Funktionärstätigkeiten ausübte. Zudem ist sie seit 50 Jahren im Lektorendienst der katholischen Kirche tätig.

Ihre Schullaufbahn führte sie an neun verschiedene Schulen in sieben verschiedenen Schulformen. Ihre letzte Station vor der Pensionierung war an der Arnold-Freymuth-Schule. Mit dem Älterwerden der Kinder nahm auch das ehrenamtliche Engagement der Ur-Westtünnerin – nur vier Jahre ihres Lebens wohnte sie nicht in Westtünnen – wieder zu. Unter anderem in der Lokalpolitik, aber auch im Schützenverein Westtünnen, wo sie 2014 die umjubelte erste Schützenkönigin war.

Claudia Breer erste Königin in Westtünnen

Claudia Breer erste Königin in Westtünnen

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