Bulgaren in Hamm: Stadt sieht sich auf gutem Integrations-Weg

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Hamm - Angesichts des seit mehreren Jahren verstärkten Zuzugs von Menschen aus Bulgarien und Rumänien sieht sich die Stadt Hamm auf einem guten Integrations-Weg. Man habe ein dichtes Netz zur Förderung aufgebaut.

Seit dem EU-Beitritt der Balkan-Staaten Bulgarien und Rumänien 2007 und speziell seit der endgültigen Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes zum 1. Januar 2014 sehen sich Städte mit einem verstärkten Zuzug von Menschen aus diesen Ländern konfrontiert. Während andere Kommunen nach wie vor nach Instrumenten suchen, den mit den Zuzügen verbundenen Fragestellungen zu begegnen, ist die Stadt Hamm einen Schritt weiter.

„Anfangs ging es um existenzielle Bedürfnisse und darum, die Lebenssituation der Menschen zu stabilisieren. Inzwischen haben wir mit unseren Beratungsangeboten einen großen Schritt nach vorne getan“, sagt Martina Speckenwirth vom Stadtteilbüro Hamm-Westen. Hier laufen viele Fäden zusammen, denn der Westen ist der Stadtteil mit den meisten Zuzügen aus Bulgarien und Rumänien. Von 3051 Bulgaren und Rumänen in Hamm Ende 2017 lebten 1363 im Westen.

Ralf-Dieter Lenz (SPD; von links), Martina Speckenwirth (Stadtteilbüro Westen), Ekaterina Zdravkova (Stabsstelle Soziale Planung), Theo Hesse (Fachbereichsleiter), Barbara Kinne (Stabsstelle) und Oskar Burkert (CDU) schauten auf die Zuwanderungszahlen aus Bulgarien und Rumänien.

Mit Weitblick früh zweigleisig

Die Stadt sei mit Weitblick sehr früh zweigleisig gefahren, sagt der Fachbereichsleiter Jugend, Soziales und Gesundheit, Theo Hesse. „Einerseits gehen wir konsequent auf ordnungspolitischer Ebene vor, andererseits hat die Stadt auf sozial-integrativer Ebene ein Hilfenetzwerk für jede Altersgruppe aufgebaut.“ Wo steht Hamm damit jetzt? „Wir haben etwa 50 Prozent des Weges geschafft“, meint Hesse.

Angedockt am Westener Stadtteilbüro ist ein Pool von Persönlichkeiten, die sich um die Belange von Zuwanderern vom Balkan und ihrer Familien kümmern. Während Rumänen vielfach als klassische Saisonarbeiter nach Hamm kommen, gilt dies für Bulgaren nicht. Mit der Einrichtung von eineinhalb zusätzlichen Stellen beim Katholischen Sozialdienst im Jahr 2012 findet im Stadtteilbüro eine regelmäßige Beratung von Familien statt. 223 Familien waren es 2017, 199 von ihnen hatten einen bulgarischen Migrationshintergrund, viele von ihnen sind Roma.

Zahlen und Daten zum Thema:

Am Stichtag 31. Dezember 2017 lebten 3051 Menschen mit bulgarischer und rumänischer Staatsangehörigkeit im Hamm. 2023 waren Bulgaren, 1028 Rumänen. Neuzuzüge aus Bulgarien und Rumänien finden bevorzugt im Sozialraum Hamm-Westen, Hamm-Norden und Mitte statt. Aufgrund von Wohnungskapazitäten sind inzwischen auch Zuzüge in anderen Stadtteilen feststellbar.

Stadtteile und die Gesamtzahl der bulgarischen und rumänischen Einwohner am Stichtag 31. Dezember 2017:

Hamm-Westen:

1363

Hamm-Mitte:

373

Hamm-Norden:

306

Bockum-Hövel:

237

Heessen:

232

Uentrop:

176

Pelkum:

163

Herringen:

149

Rhynern:

50

Gesamt:

3051

 

Bulgarische Einwohner nach Altersgruppen (Stichtag 31. Dezember 2017):

0 bis 2 Jahre:

125

3 bis 5 Jahre:

126

6 bis 9 Jahre:

148

10 bis 14 Jahre:

181

15 bis 17 Jahre:

95

18 bis 24 Jahre:

193

25 bis 29 Jahre:

217

30 bis 44 Jahre:

631

45 bis 54 Jahre:

196

55 bis 59 Jahre:

60

60 bis 64 Jahre:

32

65 bis 79 Jahre:

19

 

(Alle Zahlen: Stadt Hamm)

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