Landesweiter Trend bestätigt

Gut in der Spur: Deutlich weniger Motorradunfälle in Hamm

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Überrascht von den rückläufigen Zahlen ist Dieter Schnabel von der Hammer Biker Union.

Hamm - Gute Nachricht für alle Motorradfahrer in Hamm: Die Unfallzahlen sind rückläufig – und zwar deutlich. Damit folgt die Stadt dem aktuellen Landestrend. Unklar sind jedoch die Gründe dafür. Das sicherlich Positivste: Bisher hat es in diesem Jahr in Hamm keinen tödlichen Motorradunfall gegeben.

Und auch Unfälle mit Motorrädern insgesamt gab es bisher deutlich weniger: Verunglückten im ersten Halbjahr 2017 noch 16 Motorradfahrer in Hamm – sieben davon schwer –, so verzeichnete die Polizei im ersten Halbjahr 2018 „nur“ noch neun Unfälle, wobei die Fahrer in vier dieser Fälle schwer verletzt wurden. 

Auch landesweit kam es zu weitaus weniger Unfällen: Wie Zahlen des Innenministeriums zeigen, gingen insbesondere die Fälle mit tödlichem Ausgang zurück und halbierten sich sogar fast. So kamen in ganz Nordrhein-Westfalen im ersten Halbjahr 2017 insgesamt 50 Motorradfahrer ums Leben. Von Januar bis Ende Juni dieses Jahres waren es dagegen „nur“ noch 28. 

„Wir freuen uns über jeden Unfall, der nicht passiert“ 

Auch die Zahlen der schwer verletzten Motorradfahrer sind von 700 im Jahr 2017 auf 654 im ersten Halbjahr 2018 gesunken. Woran die erfreuliche Entwicklung liegt, ist allerdings unklar. Einen eindeutigen Grund kann die Hammer Polizei nicht benennen. Spezielle Kontrollen für Motorradfahrer gibt es in Hamm jedenfalls nicht, wie eine Sprecherin der Polizei auf Anfrage unserer Zeitung sagte. 

Polizei rekonstruiert Motorrad-Unfall: Mit den Tipps wäre er vermeidbar gewesen

Überrascht von den rückläufigen Zahlen ist unterdessen Dieter Schnabel von der Hammer Biker Union. „Bei dem Wetter zurzeit würde ich eher vom Gegenteil ausgehen, weil bei schönem Wetter auch mehr Motorradfahrer unterwegs sind“, sagte er. Woran der positive Trend liegt, kann auch er nicht erklären. Doch höre man diese Zahlen natürlich auch in der Biker Union gerne. „Wir freuen uns über jeden Unfall, der nicht passiert.“ 

Bei großer Hitze besser absteigen 

Übrigens: So verlockend das sonnige Wetter zurzeit auch für eine Motorradtour sein mag: Auf schützende Kleidung sollten Motorradfahrer – und das gilt für alle motorisierten Zweiräder – niemals verzichten. Darauf macht Dieter Schnabel von der Biker Union aufmerksam. 

Denn immer wieder komme es vor, dass sich im Sommer Biker im T-Shirt auf ihr Motorrad setzen und die Konsequenzen bei einem Sturz deutlich heftiger ausfallen, als würde man Schutzkleidung tragen. „Man sollte immer vernünftige Schutzkleidung tragen“, warnt das Vorstandsmitglied der Biker Union. 

Wenn es zu heiß ist und die Kleidung zur „Sauna“ wird, sollte man das Motorrad besser stehen lassen. Die Hitze könne zu Konzentrationsschwierigkeiten führen, weiß Schnabel. Dasselbe gelte aber auch für Autofahrer in aufgeheizten Autos.

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