Gustav-Lübcke-Museum: Kunstpreis für kritisches Werk

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Kunstpreis Stadt Hamm 2018, Preisträgerin Sandra del Pilar vor ihrem Gemälde, Gustav-Lübcke-Museum Hamm.

Hamm - Der Kunstpreis der Stadt Hamm geht in diesem Jahr an eine gebürtige Mexikanerin, die in Soest lebt: Sandra del Pilar hat den mit 5 000 Euro dotierten Preis gestern im Gustav-Lübcke-Museum entgegengenommen. 

215 Besucher kamen zur feierlichen Verleihung. Mit ihrem Werk „Treat me like a fool, treat me like I am evil“ überzeugte die promovierte Kunsthistorikerin die elfköpfige Jury. Das aufwendig in mehreren Schichten erzeugte Werk, gemalt mit Öl und Acryl auf Leinen und transparenter Synthetikfaser, zeigt die blassen Silhouetten knieender Menschen. „Das Werk zeugt von einer engagierten kritischen Haltung sowohl mit lauten als auch leisen Tönen“, erläuterte Museums-Kuratorin Dr. Diana Lenz-Weber die Entscheidung der Jury.

Del Pilars Gemälde ist eins von 61 Werken, die seit Juli in der Sonderausstellung „Hier und Jetzt“ im Gustav-Lübcke-Museum zu sehen sind. Sie waren aus 750 eingereichten Arbeiten von Künstlern aus Westfalen ausgewählt worden. Die Entscheidung für ein Sieger-Werk sei der Jury nicht leicht gefallen, sagte Torsten Cremer von der Sparkassen-Stiftung für Kunst und Kulturpflege. Sie hat den Kunstpreis ausgelobt. 

Deshalb wurden zwei Anerkennungspreise über je 1 000 Euro vergeben – unter anderem an eine Hammerin: Ina Jenzelewski hat die Jury mit ihrer „höchst präzisen Arbeit“ beeindruckt. Hafen und Welle auf dem zweiteiligen Werk „tsu nami“ stellten ein Sinnbild für die Welt dar, so Lenz-Weber. Der gebürtige Afghane Aatifi arbeitet in einem Atelier in Bielefeld. Seine abstrakt-skripturale Arbeit brachte ihm einen Anerkennungspreis ein. Rund 600 Bürger haben sich am Votum für den Publikumspreis beteiligt. Der ging an Ulrike Lindken aus Münster. In ihrem Werk „Komm großer schwarzer Vogel“ nach dem Lied von Ludwig Hirsch steckt echte Fleißarbeit: Akkurakt hat sie Hunderte Stücke weichen Chinapapiers gefaltet als Flügel gestaltet. Das Werke zeige, was Papier alles bewirken kann, sagte ein Besucher.´ 

Die Ausstellung „Hier und Jetzt“ ist noch bis zum 28. Oktober im Gustav-Lübcke-Museum zu sehen.

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