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Günstiger als alle anderen: Stadt Hamm löst Versprechen bei Gebühren für 2023 ein

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Von: Cedric Sporkert

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Die Abfallgebühr bleibt genauso wie die allermeisten anderen Gebühren 2023 gleich.
Die Abfallgebühr bleibt genauso wie die allermeisten anderen Gebühren 2023 gleich. © Reiner Mroß/Digitalbild

Hamm ist schon jetzt bei den erhobenen Gebühren die günstigste Kommune der Region – und wird das auch 2023 bleiben. Die Gebühren bleiben weitgehend stabil.

Hamm - „Wir haben schon vor dem ersten Energiegipfel deutlich gemacht, dass wir alles tun werden, um die Gebühren im nächsten Jahr stabil zu halten und nicht noch zusätzlichen Schub in diese Inflationssituation zu bringen“, erklärte Oberbürgermeister Marc Herter.

Ein kräftiger Aufschlag sei dabei durchaus möglich gewesen. „Wir sind genauso von erheblichen Kostensteigerungen betroffen, wie alle Wirtschaftsunternehmen auch“, betonte der OB. „Während andere Kommunen diese Steigerungen weitergeben, haben wir uns dagegen entschieden.“

So gut wie keine Veränderungen bei Gebühren in Hamm

Die Gebühren für Abwasser liegen für einen beispielhaften Vier-Personen-Haushalt weiterhin bei 479 Euro im Jahr. Die Gebühr für Schlammabfuhr bleibt ebenso stabil, wie die Gebühr für die Straßenreinigung, die in Hamm anders als in anderen Kommunen nicht in der Grundsteuer enthalten ist.

Freuen sich über stabile Gebühren: Umwelt-Dezernent Volker Burgard (links), Kämmerer Markus Kreuz und OB Marc Herter.
Freuen sich über stabile Gebühren: Umwelt-Dezernent Volker Burgard (links), Kämmerer Markus Kreuz und OB Marc Herter. © Andreas Rother

Die Abfallgebühren bleiben 2023 unverändert, nachdem sie 2022 um zehn Prozent und damit erstmals seit 1997 erhöht worden waren. Weiter werden für eine Restmülltonne mit einem Volumen von 120 Litern bei zweiwöchiger Leerung 162 Euro fällig. Zum Vergleich: Bönen liegt hier bei 317 Euro.

Marktbeschicker müssen weiterhin nichts zahlen

Die Marktbeschicker müssen 2023 ebenfalls keine höheren Beträge entrichten. Sie zahlen im nächsten Jahr ohnehin weiter gar keine Gebühren. Das gleiche gilt auch für die Betreiber von Außengastronomien; beides ist bereits politisch beschlossen.

Bei den Friedhofsgebühren liegt Hamm mit 585 Euro Bestattungsgebühr für ein Wahlgrab und 1.242 Euro für die Nutzungsrechte im kommunalen Vergleich weit unten. Auch diese Sätze bleiben gleich.

Rettungsdienst: Hier gibt es die einzigen Steigerungen

Nur die Gebühren für den Rettungsdienst steigen im kommenden Jahr. Beim Rettungstransport um rund 15 Prozent und bei Notarzteinsätzen um knapp 25 Prozent. Diese Kosten sind allerdings von den Krankenkassen zu tragen. Ursachen seien erhöhte Einsatzzahlen und Investitionen in Fahrzeuge, Material und Personal.

Insgesamt werden an Steuern und Gebühren für den Musterhaushalt 2023 wie in diesem Jahr in Hamm 1.022 Euro fällig. Die Energiekosten für Strom und Gas für den Musterhaushalt werden nach Stadtangaben 2023 bei rund 3.393 Euro liegen. Auch dieser Wert ist mit Abstand der niedrigste in der Region. Rechnet man Steuern und Gebühren hinzu, liegt die sogenannte „zweite Miete“ in Hamm inklusive der Energiekosten 2023 bei 4.416 – Nachbarkommunen liegen hier teilweise mehrere tausend Euro drüber.

Die Stadt Hamm ist bei der „zweiten Miete“ teils erheblich günstiger als Nachbarkommunen.
Die Stadt Hamm ist bei der „zweiten Miete“ teils erheblich günstiger als Nachbarkommunen. © Grafik: Stadt Hamm

Kämmerer Kreuz: Deutliche Entlastung für die Hammer Bürger

Kämmerer Markus Kreuz betonte, dass die Entlastung auch mit Blick auf die allgemeine Preissteigerung der vergangenen Jahren durchaus nennenswert sei. Berücksichtige man diese, hätten die Gebühren seit 2013 um 30,6 Prozent steigen müssen, der Anstieg bis 2023 beträgt allerdings „nur“ 8,7 Prozent. „Das sind für den Musterhaushalt im Jahr 200 Euro, die nicht an die Bürger weitergegeben werden müssen. Das haben wir durch viele kleinere und größere Maßnahmen bei uns im Haus aufgefangen“, so Kreuz.

Bei aller Freude über die stabilen Gebühren und im kommunalen Vergleich geringeren Kosten für die Bürger, gehen Kreuz und Herter dennoch davon aus, dass es in den kommenden Jahren fast zwangsläufig zu Gebührenanhebungen kommen wird. „Die Kostensteigerungen laufen auf neuer Rechnung. Jetzt können wir das in dieser besonderen Situation für viele Menschen erst einmal wegdrücken. Wir werden Anpassungen aber nicht in Gänze eliminieren können“, erklärte der OB.

Ungewiss, wie die Gebühren künftig steigen werden

Wie viel letztlich doch auf dem Kostenzettel der Bürger landen wird, sei noch vollkommen unklar und hänge von der Entwicklung der kommenden Jahre ab. Innerhalb von vier Jahren müssten bei den Gebühren Über- oder Unterdeckungen ausgeglichen werden, so Kreuz. Gebühren also erhöht oder gesenkt und damit an die Ausgaben der Stadt angepasst werden.

Weil die Stadt aber nicht resigniere, sondern auch aktiv daran arbeite, Kosten zu senken und effizienter zu werden, sei es durchaus möglich, dass die Gebühren künftig auch nur moderat angehoben werden müssen, betonte Herter. „Wir gucken, wie wir das in den Flow der nächsten Jahre einbauen. Wir wollen weiter günstig bleiben.“

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