Gustav-Lübcke-Museum

Lange Jahre stiefmütterlich behandelt: Grunderneuerung fürs Museumscafé in Hamm

Mitarbeiter des Gustav-Lübcke-Museums  stehen im Museumscafé
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Momentaufnahme aus dem ersten Lockdown: Im April 2020 unterzogen die Mitarbeiter alle Bereiche einer Grundreinigung – auch das Café. Auf dem Foto sind gut die fest eingebauten Elemente erkennbar.

Hamm – Jahrelang war der Bereich stiefmütterlich behandelt, der Betrieb schließlich eingestellt worden. Ein Kaffeeautomat ersetzte gastronomisches Personal. Nun soll das Café im Gustav-Lübcke-Museum ein neues Gesicht und einen verlässlichen Betreiber erhalten. Für die Umgestaltung des offenen Sitz- und Thekenbereiches imsind 100.000 Euro im Haushalt für Hamm-Mitte veranschlagt.

Seit geraumer Zeit befinden sich Stadt und Museumsleitung in Gesprächen mit einem etablierten gastronomischen Betrieb aus Hamm, der seinerseits großes Interesse hat, das Museumscafé zu bewirtschaften. „Ein Vertrag ist noch nicht unterschrieben, aber wir befinden uns in guten Gesprächen“, sagte Stadtsprecher Lukas Huster auf Anfrage unserer Zeitung. Die Stadt werde den Bereich als Hausherrin zwar gestalten, dies geschehe aber auch in Abstimmung mit dem künftigen Betreiber.

Wo manches andere Haus in Ergänzung zu den Ausstellungen durch Aufenthaltsqualität punktet, hielt sich das Gustav-Lübcke-Museum über Jahre zurück. Inzwischen scheint eine Notwendigkeit erkannt worden zu sein, das Ausstellungen gekoppelt mit ansprechender Gastronomie einen Mehrwert für das Haus bringen können. Argumente, woran ein Café-Betrieb bisher scheiterte, gab es einige: der Betrieb in Eigenregie sei finanziell für das Haus nicht darstellbar, das Museum sei unterfinanziert und stecke die bescheidenen Mittel lieber in Kunst, ein privater Caterer habe trotz gut besuchter Termine am Ende draufgezahlt.

Fest montiertes Mobiliar wird entfernt

Dass das teils fest montierte Mobiliar ebenso eine Einschränkung bedeutete und eine Kücheneinrichtung vielleicht anderen Anforderungen gerecht werden müsste, war auch immer mal wieder Thema. Gerne wurde dabei auf vermeintliche Urheberrechtsprobleme bei einer Umgestaltung verwiesen. Diese Probleme gibt es allerdings nicht: „Die geplanten Eingriffe betreffen nicht das Urheberrecht der Architekten, eine Absprache beziehungsweise Genehmigung ist deshalb nicht notwendig“, sagte Huster. Künftig solle es eine lose Möblierung und eine funktionalere Theke geben. An eine Erweiterung des Cafés sei nicht gedacht.

Wann genau und wie die Umbauten vollzogen werden sollen, will die Stadt in Kürze in einer Vorlage mitteilen. Ein politischer Beschluss, um den neuen Betreiber ins Haus holen zu können, sei angesichts der finanziellen Rahmenbedingungen nicht erforderlich. Das 1993 bezogene Museum war von den Architekten Jørgen Bo (1919-1999) und Vilhelm Wohlert (1920-2007) geplant worden. Sie haben unter anderem auch das Louisiana Museum of Modern Art (Dänemark, 1957) sowie das Kunstmuseum Bochum (1983) entworfen.

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