Politiker diskutieren kontrovers

Heessen soll einen eigenen Stadtpark erhalten

Grünfläche in Hamm Heessen Sachsenhalle, Brokhof, Gutenbergschule
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Großes Projekt mit vielen kleinen Maßnahmen: Das Areal zwischen Gutenbergschule (Mitte) und Sachsenhalle bis zum Brokhof (oberer Bildrand) soll zu einem Grüngürtel werden.

Gerüchte machen auch in Heessen schnell die Runde. Als in der Bezirksvertretersitzung in der vergangenen Woche das Thema „Umfeld der Sachsenhalle“ – ein Planungsauftrag der Koalition aus SPD, Grünen und FDP für einen Stadtpark – besprochen wurde, behauptete die CDU, dass durch die geplanten Umgestaltungen rund um die Halle auch das Schützenfest der 1835er beeinträchtigt werde. Zudem sei die vorgestellte Planung völlig überfrachtet.

Heessen - „Die Schützenwiese bleibt auf jeden Fall erhalten, die Schützen können ihr Fest wie gewohnt an der Sachsenhalle feiern“, hielt die SPD energisch entgegen. Und Bezirksbürgermeisterin Erzina Brennecke versicherte: „Wir wollen den Schützenverein nicht von der Sachsenhalle vertreiben.“

Was die Koalition aus SPD, Grünen und FDP zwischen Sachsenhalle und Brokhof plant, ist fernab der Diskussion über das Schützenfest sehr umfangreich. In ihrem Planungsauftrag an die Stadtverwaltung fordert die Koalition, das Umfeld der Sachsenhalle und des Brokhofs landschaftsgestalterisch zu überplanen. Der Schwerpunkt der Planungen soll auf der Herstellung eines verbindenden Grüngürtels und Schaffung von Aufenthaltsmöglichkeiten für Familien und Jugendliche liegen.

Dabei seien folgende Maßgaben zu beachten:

- Sichtachse: Unter Beachtung der bisherigen Planungen zur Sachsenhalle und zum Brokhof soll eine Sichtachse zwischen dem Sachsenhallengebäude und dem Brokhof hergestellt werden. Auch über Möglichkeiten der fuß- und radverkehrfreundlichen Überquerung des Piebrocks-kamps im Bereich der Sichtachse soll nachgedacht werden.

- Grüngürtel: Insgesamt sei es Ziel, das Umfeld der Sachsenhalle und des Brokhofs zu verbinden und so einen Grüngürtel zu schaffen.

- Offene Fläche: Die Planungen berücksichtigen, dass die Grünfläche hinter der Sachsenhalle derzeit vielseitig genutzt wird. Diese Möglichkeiten blieben durch eine weiterhin offene Fläche erhalten, fügten sich aber in einen Stadtparkcharakter ein und sollen durch Elemente des „essbaren Stadtbezirks“ und um Picknick- und Sitzplätze mit entsprechender Verschattung erweitert werden.

- Gärtnern: Auch urbanes Gärtnern (Hochbeete) könne möglich sein. Geprüft werden sollen auch Möglichkeiten der Lagerung für gemeinschaftlich genutzte Gießkannen, Sitzmöbel, Sportutensilien und mehr.

- Jugendarbeit: Außerdem biete sich ein Anknüpfungspunkt von aufsuchender Sozialarbeit, eventuell durch einen den Jugendlichen vorbehaltenen Aufenthaltsbereich.

- Aufenthaltsbereich für Jugendliche: Besonderes Augenmerk soll auf eine sozial verträgliche Ausgestaltung des Aufenthaltsbereichs der Jugendlichen gelegt werden, auch in puncto Lärmreduzierung.

- Spielplatz: Zudem sollen Möglichkeiten der Attraktivitätssteigerung des Spielplatzes am Piebrockskamp geprüft werden, ebenso, ob die Einrichtung einer E-Ladestation für E-Bikes vor der Sachsenhalle sinnvoll erscheint.

- Wege: Im zu überplanenden Bereich werde die Wegeführung insgesamt neu überdacht und naturnah und in der Ausgestaltung klar geführt umgesetzt.

- Fitness: Die Planung und Umsetzung des Bereichs für Bewegungsspielgeräte/Fitnessgeräte soll nach den derzeitigen Planungen der Verwaltung hinter der Sachsenhalle angesiedelt werden. Die bestehenden Planungen zu den Bewegungsspielgeräten für Gesundheit und Fitness im Alter sollen in die Gesamtplanung eingebunden werden. Die Planungen sollen so ausgestaltet werden, dass auch eine (schrittweise) Umsetzung in mehreren Bauabschnitten möglich ist.

Einige Maßnahmen schon in der Planung

„Einige Maßnahmen, wie zum Beispiel die Fitnessgeräte, sind bereits in der Planung“, sagt die SPD-Fraktionsvorsitzende Dilek Dzeik-Erdogan zum Stand der Dinge. „Insgesamt sind es aber viele kleine Maßnahmen, die wir hier mit dem Bezirksbudget umsetzen wollen.“ Problematisch könnte höchstens werden, dass nicht alles in diesem Jahr realisiert und das komplette Bezirksbudget nicht ausgeschöpft werden kann. „Wir denken aber, dass die Stadtverwaltung die Planung übernehmen kann und die Maßnahmen auch relativ einfach und schnell umzusetzen sind“, erklärt die SPD-Fraktionsvorsitzende.

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