Streit um Ämter und Strukturen

Hammer Grüne sind sich nicht grün - Rebellen verweigern sich der Fraktion

Arnela Sacic und Reinhard Merschhaus präsentieren im August ein Wahlplakat der Grünen.
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Da waren sie sich noch grün: Arnela Sacic und Reinhard Merschhaus präsentieren im August ein Wahlplakat.

Nach der Kommunalwahl sind bei den Grünen in Hamm die alten Gräben wieder aufgebrochen. Es geht um Ämter und Strukturen.

Hamm - Seit es die Grünen gibt, prägen leidenschaftliche Debatten und offene Auseinandersetzungen zwischen den Mitgliedern das Bild der Partei. Flügelkämpfe und Generationenkonflikte wurden über Jahre ausgetragen. Auch die Hammer Grünen können davon ein Lied singen. Erst vor zwei Jahren gärte ein Generationenkonflikt, der zwischenzeitlich beigelegt werden konnte und mit der Wahl von Arnela Sacic und Wolfgang Ruthe zu Sprechern des Kreisverbandes seinen (vorläufigen) Abschluss fand.

Die alten Gräben sind nun wieder aufgebrochen. Bei der konstituierenden Sitzung der neuen Ratsfraktion ist ein Streit ausgebrochen, bei dem es um Strukturen und Ämter geht. Drei neue Grünen-Ratsmitglieder haben sich nach Informationen unserer Zeitung noch nicht der neuen Fraktion angeschlossen.

Grüne Probleme in Hamm: Ausrichtung der Fraktionsarbeit ist Knackpunkt

Auf der einen Seite stehen die Ratsmitglieder Reinhard Merschhaus, Karsten Weymann, Petra Grünendahl und Anja Ribbert. Sie haben sich bereits getroffen und eine Fraktion gebildet. Arnela Sacic, Martin Linka und Christina Boettcher haben sich dieser Fraktion noch nicht angeschlossen. „Aus meiner Sicht hat es noch keine korrekte Fraktionsgründung gegeben“, sagt Arnela Sacic auf Nachfrage unserer Zeitung. Das sehen die vier Grünen anders. „Es ist eingeladen worden und wir haben abgestimmt“, sagt Reinhard Merschhaus. Er ist als Fraktionsvorsitzender wiedergewählt worden – auch, um mit einem Rucksack voller kommunalpolitischer Erfahrung in die Sondierungsgespräche mit der SPD zu gehen.

Dem Vernehmen nach geht es bei dem Streit innerhalb der Fraktion um die Ausrichtung der Fraktionsarbeit. Die drei „Rebellen“ wollen eine neue Satzung und eine andere Struktur. Dabei geht es auch um die Funktion des Geschäftsführers und eine Doppelspitze in der Fraktionsführung. Die Stelle des Geschäftsführers soll neu ausgeschrieben und neu besetzt werden. Auf die bewährte Arbeit setzen indes die anderen vier Grünen-Ratsmitglieder.

Grüne Probleme in Hamm: Inhaltlich sind alle beieinander, sagen sie

In dieser Gemengelage sind die Grünen in die Sondierungsgespräche mit der SPD gestartet. Das sei kein Problem gewesen, sagt Sacic. Inhaltlich seien die sieben Ratsmitglieder beieinander. Die Gespräche mit der SPD bewertet sie als freundlich, zielführend und konstruktiv. Die Querelen hätten keine Rolle gespielt und sie glaube auch nicht, dass das die Position der Grünen schwäche. Sacic: „Ich gehe davon aus, dass wir uns bis zur konstituierenden Ratssitzung am 3. November zusammengerauft haben und in einer gemeinsamen Fraktion auftreten.“

Auch Fraktionsgeschäftsführer Karsten Weymann glaubt an eine gemeinsame Fraktion: „Die Streitigkeiten sind nicht so groß, als dass sie nicht ausgeräumt werden können“.

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