Kiebitz-Schutz: Grüne fordern größere Initiative

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In den vergangenen 14 Jahren ist die Population der Kiebitze in der Stadt Hamm gesunken. Experten haben einen Rückgang von über 70 Prozent registriert.

Hamm – Nun reagieren die Hammer Grünen auf diese Entwicklung. Zur jüngsten Sitzung des Umweltausschusses hatten die Grünen einen Fragenkatalog an die Stadtverwaltung geschickt. „Wir sind nicht zufrieden mit der Antwort der Stadt Hamm auf unsere Anfrage zum Kiebitzschutz in Hamm“, so die Oberbürgermeisterkandidatin der Grünen, Arnela Sacic. „Wir wollen einen funktionierenden Artenschutz und keine halbherzigen Handlungen.“

In der Lippeaue zwischen der Münster- und Fährstraße, der Brökermersch, brüteten im Jahr 2005 noch 25 Paare des Kiebitzes; heute ist diese Zahl auf Null gesunken. „Das ist eine ökologische Katastrophe! Dass die Stadt Hamm diesen Artenverlust jetzt heranzieht, um die Vertreibung von Kiebitzen, die einen Brutplatz suchen, zu rechtfertigen, klingt wie ein Hohn“, so Sacic.

Neue Lebensräume schaffen

Die Stadt hatte im Zuge der Baumaßnahmen zum Erlebensraum Lippeaue mit diesen Maßnahmen erreicht, dass sich dort während der Bauzeit keine Kiebitze angesiedelt hatten. Dies sei auch durch obergerichtliche Rechtsprechung anerkannt. Die Stadt hofft, dass nach Abschluss der Arbeiten sich auch Vögel in dem Bereich ansiedeln.

Laut Verwaltung sollen „in der Lippeaue bewusst neue Lebensräume geschaffen werden.“ Die Grünen vermissen in der städtischen Antwort den Quellennachweis auf die „angeblich vorliegenden Gerichtsurteile“ zu Vergrämungen. Das Bundesnaturschutzgesetz sage jedoch aus, dass die Bereiche brütender Vögel zu schützen seien und geschützte Vögel nicht vertrieben werden dürften.

Zum Schutz Entschädigungszahlungen

Um den Kiebitz zu schützen und Landwirte zu motivieren, entsprechende Flächen nicht zu bewirtschaften, sollte die Stadt mehr Geld in die Hand nehmen. Sacic: „Knapp 2000 Euro Fördergelder sind laut Antwort der Verwaltung direkt für Entschädigungszahlungen für den Kiebitzschutz an Landwirte ausgezahlt worden. Hier ist noch Luft nach oben“.

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