Grüne fordern Erhalt der Kirche St. Josef

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Wenigstens der Glockenturm sollte erhalten und beim Bau des neuen Altenzentrums integriert werden, sagt Friedrich Moor von den Heessener Grünen. J

HEESSEN ▪ Zum geplanten Abriss der Kirche St. Josef und dem Bau eines neuen Altenzentrums nimmt jetzt auch die Ratsfraktion der Grünen Stellung. Beides war Thema einer Radtour zum 1. Mai durch Heessen.

In einem Kurzvortrag zur Geschichte der Kirche stellte Siegbert Künzel, Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr, die Bedeutung der Kirche als Teil der Bergarbeitersiedlungen der Zeche Sachsen heraus. Die durch den Hammer Architekten Karl Wibbe 1927/28 erbaute Saalkirche mit geschweiftem Satteldach und prägnantem Giebel mit Portal, Fensterrose und dem Glockengeschoss sei mit ihrer Formensprache Stadtbild prägend und markiere den Eingang zur Stadt und den Arbeitersiedlungen. Künzel erinnerte zudem an das nördlich gelegene Zwangsarbeitslager (Lager I). Von 1941 bis 1945 seien dort rund 1 760 zivile Zwangsarbeiter aus Polen, der Ukraine und Russland interniert gewesen.

Wolfgang Komo, Mitglied im Kulturausschuss, verwies auf die noch vorhandenen expressionistisch gestalteten historischen Kirchenfenster mit Heiligendarstellungen. Diese seien trotz diverser Umbaumaßnahmen noch erhalten.

Die Teilnehmer der Radtour bedauerten den geplanten Abriss und hoffen, dass im weiteren Verfahren Alternativen entwickelt werden können. Optimal wäre aus Sicht der Grünen der Erhalt der Kirche und eine bauliche Einbindung in den Neubau. „Das wäre eine spannende architektonische Herausforderung,“ so Künzel.

Zudem müsse eine Lösung für den Umgang mit dem Lager I gefunden werden. „Kann man hier einfach den Bagger auffahren lassen? Wie kann an die Leiden der Zwangsarbeiter im Lager I erinnert werden?“, fragen sich Komo und Künzel.

Bei einem Abriss müssen auf jeden Fall die Kirchenfenster aus der Entstehungszeit der Kirche erhalten und wiederverwendet werden. „Sie stellen noch einen Rest der ursprünglichen Gestaltungsabsicht des Kirchenbaus dar und sind Teile der alten Kirche,“ so Wolfgang Komo. Friedrich Moor von den Heessener Grünen geht noch weiter. Wenigstens der Glockenturm als Landmarke am Eingang Heessens sollte stehen bleiben und in das geplante Altenzentrum integriert werden, wenn die Kirche wirklich nicht mehr zu erhalten ist. Aus seiner Sicht sollte außerdem eine ausführliche Bild- und Textdokumentation für die Nachfahren erstellt werden, ▪ WA

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