„Grüne Bürger gegen Gasbohren“ in Hamm gegründet

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Brigitte Moor (Heessen), Friedel Moor (Heessen), Michael Bömelburg (Uentrop), Andrea Pfeifer (Rhynern), Michael Walterscheid und Dr. Carsten Grüneberg (Herringen) gehören zu den Gründungsmitgliedern der Gruppe „Grüne Bürger gegen Gasbohren“.

Hamm - Für Mitglieder der Grünen in Hamm steht die Uhr auf fünf vor zwölf. Die im Herbst anstehende Probebohrung nach Kohleflözgas an der Martinstraße durch die HammGas hat zur Gründung der bislang 18-köpfigen Gruppierung „Grüne Bürger Hamm gegen Gasbohren“ geführt.

Dieser gehören nicht nur Parteimitglieder. Am Samstagmittag trafen sie sich in den Räumen des Forums für Umwelt und gerechte Entwicklung (Fuge), um über das weitere Vorgehen zu beraten. Die geplante Bohrung an der Martinstraße führte erneut zu Diskussionen und zu Reaktionen bei der Basis der Grünen: „Während sich die Ratsfraktion noch mit den Gasbohrungen einverstanden erklärt hat, um diese nötigenfalls beeinflussen zu können, fordern wir, dass jetzt einfach Schluss damit sein muss“, so Dr. Carsten Grüneberg. 

Man müsse zurück zu den Grundlagen, die besagten, dass die Gasgewinnung aufgrund der Schäden, die sie an Mensch und Umwelt verursache, gestoppt werden müsse. „Die Bohrungen widersprechen den energiepolitischen Zielen der Bundesrepublik. Auch die Landesgrünen haben sich mit ihrer Stellungnahme vom 11. März eindeutig für die Reduzierung der Nutzung fossiler Energien ausgesprochen und auch gegen Gasgewinnung durch sogenannte Tektomechanik,“ sagte Andrea Pfeifer. 

Alles zum Thema Gasbohren in und um Hamm

„Die grünen Bezirksvertreter positionieren sich überwiegend fundamentaler als die Ratsmitglieder“, so Grüneberg. Michael Walterscheid wies als Geowissenschaftler auf die unklaren Altlastenverhältnisse in den ehemaligen Tongruben an der Martinstraße hin: „In Hamm, auch in Wohngebieten, strömt als Folge des Bergbaus Methangas aus, die Faulgasstufe von Erdgas, die als noch klimaschädlicher gilt als das viel beachtete CO2. 

Die Erfassung und energetische Nutzung dieses ‚Grubengases‘, wo immer sinnvoll möglich, speziell an ehemaligen Schachtanlagen, ist auch wegen dessen Schädlichkeit sinnvoll.“ Die Bereiche der HammGas-Bohrungen, auch an der Martinstraße, seien jedoch tektonisch ungestört. Das Gas sei noch für Jahrtausende sicher in den Flözen.

Von Gabriele Böhm 

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