Stadt gibt Erkenntnisse bekannt

Großeinsatz in Hamm: Viele der Infizierten tragen Corona-Mutation in sich

Coronaeinsatz gegen britische Mutation in Hamm
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Jede Menge Einsatzkräfte und Helfer waren im Zuge des Großeinsatzes in Hamm im Einsatz.

Der mit einem Großeinsatz in Hamm verbundene Reihentest von Montag in der bulgarischen Community war offensichtlich ein Volltreffer.

Hamm – Die britische Mutante B1.1.7 wurde bei nahezu allen der bereits seit Mittwoch als mit Corona infiziert feststehenden Personen nachgewiesen. 15 der 16 positiven Fälle seien mit dem Briten-Virus behaftet, teilte die Stadt Hamm mit. „Es war gerade noch rechtzeitig, um einen großen Ausbruch, der uns wieder Wochen und Monate beschäftigt hätte, zu verhindern“, sagte Oberbürgermeister Marc Herter am Freitag. (News zum Coronavirus in Hamm)

Coronavirus-MutationVariante B1.1.7
ZeitpunktSeit September 2020 in Großbritannien
Besonderheitenleichter von Mensch zu Mensch übertragbar, höhere Reproduktionszahl
SterblichkeitLaut RKI gibt es erste Hinweise, dass die Mutation mit einer erhöhten Fallsterblichkeit einhergehen könnte

Allerdings gab es nicht nur positive Kunde: Weitere zwölf bestätigte Fälle mit der britischen Mutante wurden am Freitag ebenfalls bekannt. Die Betroffenen haben keinerlei Verbindung zu der bulgarischen Gemeinschaft. Ein Überblick:

Britische Corona-Mutation in Hamm: Serientestung

Wie von der Stadt erhofft, trafen die Ergebnisse der Sequenzierung unter der bulgarischen Gemeinschaft bereits am Freitag und nicht erst nach sieben Tagen im Gesundheitsamt ein. An vier Standorten im Hammer Westen, Hammer Norden und Herringen waren am Montag rund 120 Polizei- und Behördenvertreter aufgeschlagen und hatten 78 Personen getestet. Wenige Stunden zuvor war bei einem Bauarbeiter aus der Gruppe die britische Variante nachgewiesen worden. Wegen der engen Verbindung der bulgarischen Landsleute, der unübersichtlichen Wohnverhältnisse und der ausgeübten Berufe hatte sich die Stadtspitze zu der später bundesweit beachteten Maßnahmen und dem Großeinsatz entschlossen.

„Die sofortige Reihentestung und umgehende Quarantäneanordnung haben einen harten aber ebenso wirksamen Stopper gegen die unkontrollierte Verbreitung der Virus-Mutation gesetzt. Wir haben dem Virus, was diese Kette angeht, erfolgreich den Weg abgeschnitten und damit das Schlimmste verhindert“, so Oberbürgermeister Marc Herter am Freitag in einer Pressemitteilung.

Unklar blieb weiterhin, wie das Virus in die bulgarische Gruppe gelangte. Hier hoffe man auf Erkenntnisse der Arbeitsschützer von der Arnsberger Bezirksregierung und der Arbeitgeber der Infizierten, sagte Stadtsprecher Detlef Burrichter am Abend. Die Stadt und der Coronastab habe weiterhin großes Interesse daran, auch diese Kette schließen zu können.

Britische Corona-Mutation in Hamm: Pannenhaus „negativ“

Eine besondere Rolle kam im Zuge der Serientestung einem Haus im Hammer Westen zu. Nachdem ein Sicherheitsdienst am Dienstag vor Ort die Quarantäne-Überwachung von der Polizei übernommen hatte, verließen Bewohner das Gebäude und hatten Kontakt zu Nachbarn. Nachtests waren die Folge. Seit Freitag steht nun fest: „Die britische Variante des Corona-Virus ist nicht an den Wohnadressen in der Viktoriastraße sowie am Viktoriaplatz nachgewiesen worden“, so die Stadtverwaltung. Deshalb würden nun kurzfristig erneut PCR-Tests bei den dortigen Bewohnern genommen.

Ziel sei es, die Quarantänemaßnahme bei weiterhin negativen Befunden sofort nach der gesetzlich vorgeschriebenen Frist von 14 Tagen beenden zu können. Zuvor würden die Betroffenen in ihrer Muttersprache ausführlich über den Hintergrund für die erneute Testung informiert.

Corona-Einsatz gegen britische Mutation in Hamm

Coronaeinsatz gegen britische Mutation in Hamm
Coronaeinsatz gegen britische Mutation in Hamm
Coronaeinsatz gegen britische Mutation in Hamm
Coronaeinsatz gegen britische Mutation in Hamm
Corona-Einsatz gegen britische Mutation in Hamm

Britische Corona-Mutation in Hamm: Zwölf weitere Fälle

Außer den 15 Infizierten aus dem bugarischen Cluster gibt es weitere nunmehr 12 mit dem britischen Virus-Typ infizierte Personen in Hamm. Auch diese Ergebnisse trafen am Freitag im Gesundheitsamt ein. Die Betroffenen verteilten sich über das gesamte Stadtgebiet und hätten keinerlei Verbindung zu der bulgarischen Gemeinschaft, hieß es aus dem Rathaus. Es seien jeweils Einzelfälle. Ein größeres Ausbruchsgeschehen sei nicht auszumachen. Angaben zur Altersstruktur der Betroffenen konnten zunächst nicht gemacht werden.

„Die britische Variante wird wie in anderen Städten und Kreisen nun auch in Hamm vermehrt auftreten“ sagte Herter. Bundesweiten Schätzungen zu Folge soll bereits jeder vierte Fall in Deutschland auf das Briten-Virus zurückzuführen sein. Herter weiter: „Ich bin jedoch zuversichtlich, dass wir trotzdem schnell auf den Pfad sinkender Infektionszahlen zurückkehren werden. Basis dafür ist, dass wir weiterhin gezielt und hart gegen mögliche Ausbrüche vorgehen.“ Er appellierte weiter an alle Bürger, sich weiterhin strikt an die Hygieneregeln zu halten.

Britische Corona-Mutation in Hamm: Krankheitsverläufe

Dass die britische Variante nun auch in Hamm – und gleich mehrfach – entdeckt wurde, hängt in erster Linie mit der Teststrategie zusammen. Erst seit kurzem laufen die Sequenzierungen in Hamm. Rund 200 entsprechende Tests waren als Erste in einer Senioreneinrichtung im Hammer Westen genommen wurden. Die Ergebnisse lagen zur Wochenmitte vor; es war kein positiver darunter. Auch das wurde jetzt aus dem Rathaus noch einmal betont.

Noch sei es zu früh, generelle Aussagen über die Krankheitsverläufe in Zusammenhang mit der britischen Variante zu sagen. Bislang verliefen die Infektionen aber harmlos. Schwere Verläufe unter den insgesamt 27 bekannten „Briten-Fällen“ aus Hamm gebe es bislang nicht. Niemand der Betroffenen müsse im Krankenhaus behandelt werden.

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