Das große Krabbeln

Neue Plagegeister: Schwarz-rote Lindenwanze einfach nur lästig

Lindenwanzen krabbeln auf dem Stamm einer Linde. Sie lassen sich ähnlich wie Blattläuse mit einem Gemisch aus Wasser und einem biologisch abbaubaren Spülmittel vertreiben.
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Lindenwanzen krabbeln auf dem Stamm einer Linde. Sie lassen sich ähnlich wie Blattläuse mit einem Gemisch aus Wasser und einem biologisch abbaubaren Spülmittel vertreiben.

Lästig ja, schädlich nein: Die milden Temperaturen des Frühjahrs sorgen dafür, dass sich die Linden- oder Malvenwanze, die ursprünglich aus Afrika und dem westlichen Mittelmeergebiet kommt, zunehmend auch in Hamm ansiedelt.

Hamm – Erstmals in Deutschland gesichtet wurden die schwarz-roten Insekten 2004 in Baden-Württemberg, mittlerweile sind sie auch in Nordrhein-Westfalens Bäumen und Gärten – sicherlich auch eine Folge des Klimawandels.

Zwar sind die Wanzen lästig, weshalb sie als Läst- und nicht als Schädling klassifiziert werden. Gefahr für Mensch oder Tier geht von ihnen allerdings keine aus, weshalb die Stadt diese – anders als bei dem Eichenprozessionsspinner oder dem Buchsbaumzünsler – auch nicht aktiv bekämpft.

7800 Linden in Hamm

In Mitteleuropa befällt die Lindenwanze überwiegend Winterlinden, sie wird jedoch auch an Sommerlinden und anderen Lindenarten gefunden – allein in Hamm gibt es mehr als 7800 Linden. Um sich zu ernähren; saugt die Lindenwalze an Blättern und unverholzten Trieben der Wirtsgewächse. Dies scheint für die Wirtspflanzen nicht schädlich zu sein, da an den Bäumen bisher keine Vitalitätsschäden durch die Wanzen festgestellt wurden.

Chemische Bekämpfung schädlicher als Tiere selbst

Eine Bekämpfung der Insekten mit chemischen Mitteln oder ähnlichem wäre in der Regel für die Umwelt schädlicher als die Wanzen selbst. Denn auch wenn die Lindenwanze keine heimische Art ist und nicht unter Schutz steht, so dient sie derzeit insbesondere als Nahrungsgrundlage für viele Jungvögel.

Hausmittel gegen Lindenwanzen

Dennoch gibt es ein „Hausmittel“, um die Tiere zu vertreiben: Es eignet sich beispielsweise ein Gemisch aus Wasser und einem biologisch abbaubaren Spülmittel. Mit dem seifigen Wasser sollte man regelmäßig den Stamm der Linde sowie den umgebenden Boden säubern. Auf die Weise können die Wanzen vergällt werden.

Sollten sich in der Nähe des Baumes Pflanzen befinden, die auf das Gemisch empfindlich reagieren, kann das mit Spülmittel versehene Wasser mit einer Sprühflasche verteilt werden – ähnlich wie auch bei Blattläusen. - WA

Nach Eichenprozessionsspinner und Buchsbaumzünsler hat im Oktober vergangenen Jahres ein weiteres Krabbeltier Bäume in Hamm befallen. An der Lange Straße ist die Lindenwanze entdeckt worden  und hat sich für eine Familie zu einer echten Plage entwickelt. Über den schlechten Zustand der Hammer Wälder hat WA-Redakteur Cedric Sporkert mit Förster Patrick Busse gesprochen.

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