Grippewelle erreicht Hamm - Viele Fälle bleiben im Dunkeln

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Hamm - Die aktuelle Grippewelle hat auch Hamm erreicht. „Die Zahlen sind nicht dramatisch, aber wir verzeichnen einen Anstieg der Meldungen“, heißt es.

Das macht zumindest die Leiterin des Hammer Gesundheitsamts, Dr. Frieda Dockx-Reinken, im Ausschuss Soziales, Gesundheit und Integration deutlich. In den ersten zwei Monaten des Jahres wurden dem Gesundheitsamt 82 Fälle gemeldet – in der vergangenen Woche alleine 41. Im vergangenen Jahr gab es im Januar und Februar 54 Fälle.

Im Gegensatz zum grassierenden einfachen "grippalen Infekt" ist Influenza eine meldepflichtige Krankheit. Wenn sie über ein Labor

diagnostiziert werde, dann müsse das Gesundheitsamt informiert werden, erläutert Dockx-Reinken. Wolle der behandelnde Arzt die Krankheit genau diagnostizieren, werde ein Abstrich im Rachenbereich genommen und die Probe an ein Labor gesendet. Dockx-Reinken: „Ist diese positiv, gibt es eine Nachricht an das Gesundheitsamt.“

Nicht alle Ärzte nehmen Abstriche vor

Die Dunkelziffer der Influenzaerkrankten sei allerdings ungleich höher, denn nicht alle Ärzte würden bei allen

Patienten einen Abstrich vornehmen. Nach Dockx-Reinkens Ansicht ist der Höhepunkt der Grippewelle inzwischen erreicht. Sie ist sich aber auch sicher, dass es bis in den April hinein noch Influenza-Fälle geben werde. Hat einen Patienten die Influenza erwischt, dann treten die Symptome häufig ganz plötzlich auf. Er verspürt deutliche Kopf- und Gliederschmerzen, bekommt Fieber und fühlt sich schlapp. Medikamente können die Symptome lediglich lindern. Die Krankheit dauert meistens sieben Tage.

Erkrankte eine Woche lang ansteckend

An Grippe erkrankte Personen sind ab den ersten Symptomen circa eine Woche lang ansteckend. Sie sollten in dieser Zeit zuhause bleiben, um andere nicht anzustecken.

Es gibt auch – verschreibungspflichtige – Medikamente, die helfen, die Vermehrung der Viren im Körper einzudämmen. Zum Einsatz kommen sie vor allem bei Patienten mit Vorerkrankungen. Sie sollten innerhalb von 48 Stunden nach dem Auftreten erster Symptome eingenommen werden.

Gründliches Händewaschen sehr wichtig

Während der Grippewelle sei individuelle Hygiene äußerst wichtig, machte Dockx-Reinken deutlich. Häufiges intensives Händewaschen sei ein Weg, sich vor der Influenza zu schützen. Denn: Bis zu 80 Prozent aller Krankheitserreger gelangten über die Hände in den Körper.

Allerdings sei es beim Händewaschen mit ein paar Spritzern Wasser nicht getan. „Gründliches Händewaschen senkt die Anzahl der Keime an den Händen auf bis zu ein Tausendstel“, teilt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit. Damit verringert sich das Risiko, dass Erreger beispielsweise mit dem Essen in den Mund oder über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper gelangen oder an Familienmitglieder, Freunde und Kollegen weitergereicht werden.

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