Grabstelle von Helga Zülch steht unter Denkmalschutz

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Die ortsgeschichtliche Bedeutung dieser Grabstätte durch die Person Helga Zülch war immer unbestritten. Die Unterschutzstellung wurde jetzt auch mit der künstlerischen Gestaltung des Grabsteins aus Carrara-Marmor begründet. Helga Wittholt (Zweite von rechts) ist stolz, dass das Ansehen ihrer berühmten Patentante auf diese Weise gewürdigt wird. ▪

BOCKUM-HÖVEL ▪ Helga Wittholt, geborene Zülch, erfüllt es mit einem gewissen Stolz, dass die Grabstätte ihrer Patentante jetzt unter Denkmalschutz steht und für die Nachwelt erhalten bleibt.

Als ihre berühmte Patentante bei einem Autounfall ums Leben kam, war sie gerade neun Jahr alt. Später hat Helga Wittholt die Familiengruft auf dem Höveler Friedhof noch lange gepflegt. Als die Ruhefrist 1996 abgelaufen war, ist die Grabstelle in das Eigentum der Stadt übergegangen. Wegen der Berühmtheit von Helga Zülch hatte die Stadt seitdem die Pflege übernommen. Die Theater- und Filmschauspielerin war am 6. Februar 1949 unter großer Anteilnahme an dieser Stelle in ihrer Heimatgemeinde beigesetzt worden. Lange war darum gekämpft worden, dass die Grabstelle unter Denkmalschutz gestellt wird. Wie Markus Wesselmann von der Unteren Denkmalbehörde erklärte, war die ortsgeschichtliche Bedeutung der Person Helga Zülch immer unbestritten, doch Grabsteine und Grabstellen müssen als Denkmal weitere Kriterien für eine Unterschutzstellung erfüllen. Die seien aber durchaus in der künstlerischen Gestaltung gegeben und so gab denn auch die Obere Denkmalbehörde letztlich mit Dr. David Gropp vom LWL-Amt für Denkmalpflege ihre Zustimmung. Dafür sind natürlich die beiden Ortsheimatpfleger Günter Bachtrop und Josef Lensing dankbar, die sich für die Unterschutzstellung eingesetzt haben. Im Beisein der Vertreter der Unteren Denkmalbehörde bedankte sich gestern Bezirksvorsteher Udo Helm im Namen vieler älteren Bockum-Höveler, die sich noch an die Filmgröße aus ihrer Heimatstadt erinnern und auch oft die Grabstelle besuchen.

Helga Zülch hatte mit 18 Jahren als junge Frau Bockum-Hövel verlassen, um sich auf der Immermann-Schule in Düsseldorf das schauspielerische Rüstzeug zu holen. Das Deutsche Theater in Warschau und die Volksbühne in Berlin waren die ersten Stationen. Dort konnte sie unter Heinrich George, Karl-Heinz Martin und Eugen Klöpfer ihr reifendes Talent in klassischen und modernen Rollen voll entfalten. Bertholt Brecht persönlich gratulierte ihr zur Darstellung der Jenny in seiner Dreigroschenoper. Populär machte sie ihre Rolle als Partnerin von Hans Albers in „Liliom“, in der sie in Berlin und Hamburg auftrat. Die Schauspielerin, die 1948 den Bulgaren Michael Magaritoff heiratete, wirkte in vier Filmen, darunter Büchners „Woyzeck“ mit. ▪ hwa

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