Weiter Unruhe auf Golfplatz in Drechen

Golfbälle fliegen wieder - trotzdem Misstöne zwischen Vorstand und Mitgliedern

Beim Golfclub Drechen wird wieder Golf gespielt. Dennoch gibt es zurzeit Misstöne zwischen Vorstand und Mitgliedern.
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Beim Golfclub Drechen wird wieder Golf gespielt. Dennoch gibt es zurzeit Misstöne zwischen Vorstand und Mitgliedern.

Auf dem Golfplatz in Drechen fliegen wieder die Bälle. Unter Einhaltung der Corona-Regeln dürfen Golfer wieder ihre Runden drehen.

Drechen – Das hat zum einen mit den Lockerungen nach dem Lockdown zu tun, zum anderen aber auch damit, dass der Platz mittlerweile gepflegt wurde und es eine vorläufige Vereinbarung mit dem Eigentümer und dem vorläufigen Insolvenzverwalter der Betreibergesellschaft gibt. Also ist im Golfclub Hamm alles wieder in Butter? Nicht so ganz.

Denn einige Mitglieder haben sich per E-Mail an den Vorstand gewandt. Ihnen missfällt die Informationspolitik des Vorstands und sie befürchten deutlich höhere Mitgliedsbeiträge. Dabei hat auch eine Aussage des Eigentümers Jan-Henrik Schulze-Steine, zusätzlich Öl ins Feuer gegossen.

Klärung der Verhältnisse bis 31. Mai

Am 8. Mai hat der Club-Vorstand seine Mitglieder schriftlich per Newsletter über den Stand der Dinge informiert. Demnach sei der Platz von einer externen Firma hergerichtet worden. Da auch die Corona-Lockerungen den Spielbetrieb unter Auflagen erlauben, sei der Platz wieder freigegeben worden.

Dies sei mit dem Eigentümer der Platzanlage und dem vorläufigen Insolvenzverwalter der Betreibergesellschaft Kley vorübergehend so vereinbart – bis zum 31. Mai. Dann solle eine Klärung zwischen dem Insolvenzverwalter und dem Eigentümer gefunden werden.

Der Vereinsvorstand hoffe darauf, dass der Vertrag zwischen den beiden Parteien beendet wird. Dann sei vorgesehen, dass der Golfclub Hamm den Betrieb gemeinsam mit dem Eigentümer weiter organisiert. Eine Entscheidung darüber kann quasi täglich fallen, hofft Präsident Eugen Brinkkötter.

Golfclubmitglieder äußern Wünsche

Hier aber sehen einige Mitglieder ein Problem. Sie formulierten einen Brief an den Clubvorstand, unterzeichnet von über 30 Mitgliedern. Der Brief liegt der Redaktion vor. Darin heißt es, dass sie sich mehr Transparenz wünschen. Vor allem sei eine solch zukunftsweisende Entscheidung wohl kaum ohne das Votum der Mitglieder zu treffen, finden sie, zumal ihrer Meinung nach ein großes finanzielles Risiko auf den Verein zukomme.

In einem Punkt gibt der Clubpräsident den Mitgliedern Recht: Zu gerne würde er die im März ausgefallene Jahreshauptversammlung zeitnah nachholen, um das notwendige Votum der Mitglieder einzuholen. Der Vorstand habe einen Termin Anfang Juni im Visier. Noch aber warte er auf grünes Licht von der Stadtverwaltung, um alle Auflagen für die Durchführung einer solchen Versammlung erfüllen zu können.

Zwischen den Stühlen

Hier stecke der Verein in einem Dilemma zwischen dringend erforderlichem Nutzungsvertrag und Corona. Im Vorfeld dieser Versammlung werde es wie vorgeschrieben auch die Kassenprüfung geben. Auch hier hatten die Mitglieder in ihrem Brief um Klärung der aktuellen Kassenlage des Vereins gebeten. Sie drohen sogar mit dem Austritt aus dem Verein.

Der Vorstand hat dieses Schreiben übrigens auch an den Eigentümer der Platzanlage weitergeleitet mit der Bitte um eine Stellungnahme. Schulze-Steinen bestätigte in seiner Antwort, die der Redaktion vorliegt, dass er ein Einbinden der Mitglieder in dieser Sache voraussetze. 

Die Androhung des Austritts kommentierte er mit den Worten: „Reisende soll man nicht aufhalten.“ Das kam bei den Mitgliedern gar nicht gut an und könnte die bevorstehende Diskussion zur Jahreshauptversammlung beeinflussen.

Zukunft des Clubhaus-Provisoriums ungewiss

Die Zukunft des Containers, der als Clubhaus-Provisorium seit Jahren besteht, ist durch die neue Situation des vorläufigen Insolvenzverfahrens übrigens auch noch offen. Das könnte auch Teil eines neuen Vertrags zwischen Verein und Eigentümer werden. 

Zwischenzeitlich wurde gefordert, dass das Provisorium abgerissen werden solle. Der Streit zwischen Betreiber und Eigentümer begann schon vor Jahren und landete bereits 2018 vor Gericht.

Die Betreibergesellschaft des Golfplatzes, die „Golfplatz Hamm – Gut Drechen – GmbH & Co. KG“ hat die Einleitung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Dortmund beantragt.

Bedeutet dies das Ende des Golfspielens in Drechen? Oder birgt die neue Situation sogar Chancen auf eine bessere Zukunft für den Golfclub?

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