14 Millionen Euro werden im Gewerbegebiet verbaut

Mega-Investition in Beton: Goldbeck setzt riesen Lego-Grundstein für Werkserweiterung

Grundsteinlegung Erweiterung Goldbeck in Hamm Uentrop: (von rechts)  Firmengründer Ortwin Goldbeck, OB Thomas Hunsteger-Petermann, Werksleiter Marcus
 Gross, Geschäftsführer Dr. Torsten Penz, Wolfgang Renner (Technischer Leiter.
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Grundstein aus Beton, mit Noppen und Fenster: Bei der Grundsteinlegung für die Goldbeck-Erweiterung in Uentrop kamen Baupläne und eine aktuelle WA-Ausgabe in die Zeitkapsel. Dafür sorgten (von links) Wolfgang Renner (Technischer Leiter), Geschäftsführer Dr. Torsten Penz, Werksleiter Marcus Gross, Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann und Firmengründer Ortwin Goldbeck.

Mit den Betonfertigelementen von Goldbeck entstehen Gebäude und Hallen im Nu – so schnell, dass Firmengründer Ortwin Goldbeck vor wenigen Tagen überrascht auf der Baustelle des Uentroper Werks stand:

Uentrop – Ortwin Goldbeck sah eine halbfertige, neue Halle in den Himmel ragen. Sollte er sich eher aufs Richtfest vorbereiten? Das hat er dann doch nicht getan, hielt sich an die Einladung, wie er sagte, und kam am Freitag zur planmäßigen Grundsteinlegung für die Erweiterung am Standort Uentrop. Wenn auch weniger ernst gemeint, schloss er aber nicht aus, vielleicht in der nächsten Woche noch das Richtfest zu feiern – so schnell scheint es gehen zu können, mit den Betonfertigteilen von Goldbeck zu bauen.

14 Millionen Euro investiert das Bielefelder Familienunternehmen in die Expansion auf dem Grundstück an der Frielinghauser Straße. „Nicht viele Termine haben wir in Hamm, bei denen es um so hohe Investitionen geht“, sagte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann über das besondere Vorhaben.

Wie ein riesiger Legostein aus Beton

Besonders ist auch der Grundstein. Er sieht aus wie ein riesiger Legostein mit Fenster. Darin setzten die Offiziellen in Beisein von rund 40 Teilnehmern, darunter Vertreter der Stadt und vom Nachbarn DuPont, eine Zeitkapsel ein samt Bauplänen und der aktuellen Ausgabe des Westfälischen Anzeigers. Später soll der Stein einen exponierten Platz in einem Gebäude erhalten.

Das Unternehmen ist in seiner rund elfjährigen Standortgeschichte nach und nach gewachsen. Mit der im Juli begonnenen nunmehr fünften Erweiterung nutzt Goldbeck die maximale Ausbaufläche auf dem 125.000 Quadratmeter großen Firmengrundstück. So steigert der Gewerbebau-Spezialist seine Produktivität.

Erfolgreiche Expansionen in Krisenzeiten

Ein Werk für Betonfertigteile ist hier nicht selbstverständlich. „Wir kommen vom Stahlbau her“, erinnerte Ortwin Goldbeck. Die Frage stand damals im Raum: „Wollen wir hier in Deutschland ein Betonfertigteilwerk bauen?“ Erfahrungen waren gesammelt. So konnte die Standortsuche beginnen. „Wir sind dann irgendwann in Hamm gelandet“ und längst „fest verwurzelt“. Goldbeck lobte die Unterstützung durch die Stadt. Der Bau begann im Wirtschaftskrisenjahr 2008. „Wir haben gesagt, wir machen weiter“, erklärte er und so setzt das Unternehmen mit seinem Firmengrüner auch in der laufenden Krise ein Zeichen: „Wir glauben an den Standort.“

Die Zahl der Mitarbeiter in Uentrop ist von anfangs zwölf auf heute 275 Beschäftigte gestiegen. 30 weitere Arbeitsplätze würden in nächster Zeit entstehen, vor allem in den Bereichen Maschinenführung und Schweißtechnik, kündigte Goldbeck-Geschäftsführer Dr. Torsten Penz an. „Wir wollen, dass es hier weitergeht“, erklärte er. „Nachdem wir 2009 in Deutschland neu ins Thema Beton eingestiegen sind, wollen wir jetzt das Thema Bewehrungsteile aufnehmen.“ So bedeute die Erweiterung in Uentrop eine Investition in eine neue Technologie.

OB: Das dürfte nicht die letzte Erweiterung gewesen sein

OB Hunsteger-Petermann betonte die Schaffung von qualitativ guten Arbeitsplätzen durch Goldbeck und von Ausbildungsplätzen – gesuchte Fachkräfte, die durch Kooperationen, wie mit der Erlenbachschule, gefunden werden. Er gehe davon aus, dass die aktuelle Erweiterung in Uentrop nicht die letzte gewesen sein werde.

Zunächst müssen aber die neuen Gebäude fertiggestellt werden. In den Produktionshallen wird Goldbeck voraussichtlich ab Februar Halbzeuge aus Bewehrungsstahl produzieren.

Das Unternehmen Goldbeck

Die Goldbeck GmbH konzipiert, baut und betreut Gewerbeobjekte, Parkhäuser, Schulen, Kitas und mehr. Das Bielefelder Familienunternehmen besteht seit etwas mehr als 50 Jahren. Es hat rund 7500 Beschäftigte an etwas mehr als 70 Standorten in Europa. Goldbeck betreibt neun Werke, darunter in Deutschland Produktionen in Bielefeld, Plauen, Ulm und Hamm-Uentrop.

Das Werk Uentrop

Goldbeck investiert in Uentrop in den Bau von drei neuen Produktionshallen, in denen modernste Fertigungstechnik installiert wird. Sie haben eine Fläche von insgesamt 8.300 Quadratmetern. Außerdem entsteht bis Januar ein 160 Quadratmeter großes Versandbüro. Das Verwaltungsgebäude wächst um einen dreigeschossigen Anbau. Er bietet 1.470 Quadratmeter. Eine Ringstraße entsteht entlang der Grundstücksgrenze. Dadurch optimiert Goldbeck die Produktions- und Lieferwege auf dem Gelände.

Goldbeck fertigt in seinem Uentroper Werk Betonteile, so genannte Systemelemente für den schlüsselfertigen Bau von Logistik- und Industriehallen, von Büro- und Schulgebäuden sowie von Parkhäusern und Wohngebäuden. Um ein „Gefühl dafür zu geben“, lieferte Goldbeck-Geschäftsführer Dr. Torsten Penz bei der Grundsteinlegung einige Zahlen: Jährlich werden 65.000 Kubikmeter Beton verbaut. Das entspreche dem Volumen von etwas mehr als 1,8 Millionen Getränkekästen. Die Deckenplatten aus Beton würden eine Fläche von 170.000 Quadratmeter belegen oder etwa 25 Fußballfelder.

Bauvorhaben

Das Unternehmen Goldbeck hat bereits für eine ganze Reihe von Bauvorhaben in der näheren Umgebung Betonfertigteile geliefert und als Bauunternehmen fungiert. So zum Beispiel beim Neubau der Prologis-Logistikanlage im Inlogparc. und für die Firma Döllken Profiles im Bönener Industriegebiet

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