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PVG hält am Gasbohren - und den Stadtwerken - fest

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Von: Frank Lahme

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Die Bohrstelle in Herbern: Hier wurde angeblich kaum Gas gefunden. © Menke

Hamm - Das Thema Gasbohren in Hamm und Umgebung ist möglicherweise auch dann nicht Geschichte, wenn die Stadtwerke Hamm wirksam aus der HammGas ausgestiegen sein sollten. Das kündigte jedenfalls Maximin von Schubert, der Hauptgeschäftsführer der PVG GmbH, die 66 Prozent an der HammGas hält, an.

Notfalls werde man sich einen anderen Gesellschafter ins Boot holen oder die Stadtwerke-Anteile übernehmen, um das Vorhaben fortzusetzen. Zunächst betonte von Schubert aber, dass er weiter auf die „vertrauensvolle und bewährte Zusammenarbeit“ mit den Stadtwerken setze. Eine freiwillige Rückkehr des heimischen Energieversorgers an den Gesellschaftertisch scheint allerdings derzeit undenkbar zu sein. 

Wie berichtet ist ein Gerichtsverfahren vor dem Dortmunder Landgericht anhängig. Per einstweiliger Verfügung will von Schubert erwirken, dass die Stadtwerke ihre Rolle als Gesellschafter wieder aufnehmen sollen. Der eigentlich für Donnerstag vorgesehene Termin ist auf den 9. März verschoben worden. 

Danach Fall fürs Oberlandesgericht?

Es steht zu erwarten, dass unabhängig vom Ausgang dieses Verfahrens eine der beiden Parteien anschließend den Gang vors Oberlandesgericht anstrengen wird. Und erst danach könnte es – laut von Schubert – in einem Hauptsacheverfahren um die Kernfrage gehen, ob die zum 31. Dezember erfolgte außerordentliche Kündigung der Stadtwerke wirksam ist oder nicht. 

„Es bleibt dabei, dass sich die Stadtwerke an keiner weiteren Bohrung beteiligen werden“, hatte Stadtwerke-Geschäftsführer Jörg Hegemann Mitte Februar auch mit Blick auf das Dortmunder Zivilverfahren gegenüber gesagt. Am Donnerstag gab es aus dem Stadtwerke-Haus nun keinerlei Kommentar mehr. „Mit Verweis auf das schwebende Verfahren geben wir keine Stellungnahme ab“, sagte Unternehmenssprecherin Cornelia Helm. 

"HammGas komplett handlungsunfähig"

PVG-Chef von Schubert beklagte indes, dass die HammGas seit nunmehr drei Monaten komplett handlungsunfähig sei. An keiner der „nahezu wöchentlich“ anberaumten Sitzungen hätten die Stadtwerke mehr teilgenommen. Wichtige Entscheidungen, wie etwa die zum Verfüllen der Bohrstelle in Herbern, könnten deshalb nicht getroffen werden. 

Alle Artikel zum Thema Gasbohren in Hamm finden Sie hier

„Mein Ziel ist, dass wir weiter zusammenarbeiten. Und ich glaube fest daran, dass wir das können“, sagte von Schubert, räumte aber auch ein, dass er das Gutachten, mit dem die Stadtwerke ihren Ausstieg begründen, bis heute nicht kenne. „Auch diese Situation ist völlig absurd“, so von Schubert und ergänzte: „Wenn es dieses Gutachten überhaupt gibt.“ 

Weitere rechtliche Schritte dennoch denkbar

Trotz seines Treuebekenntnisses klammerte von Schubert auch weitere rechtliche Schritte nicht aus. Die PVG habe einen hohen einstelligen Millionenbetrag in das Vorhaben investiert – und um diese Summe könne es auch in einem möglichen Regressverfahren gegen die Stadtwerke gehen. 

Auch Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann war wegen seiner Äußerung im WA – „[m]it der Methode der Tektomechanik ist kein wirtschaftlicher Abbau der Flözgase möglich“ – in das Visier der PVG geraten. Die geforderte Unterlassungserklärung lehnte der OB über seinen Anwalt ab.

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