Helinet und Stadtwerke setzen Breitband-Ausbau fort

Datenturbo für Hamms Osten: Glasfaser lässt „weiße Flecken“ in Uentrop verschwinden

Vorarbeiten für den Anschluss der „weißen Flecken“ im Stadtbezirk Hamm Uentrop fanden, wie hier in Norddinker, bereits vor einigen Tagen statt.
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Im Süden und Osten der Stadt sind die Bautrupps unterwegs: Einige Vorarbeiten für den Anschluss der „weißen Flecken“ im Stadtbezirk Uentrop fanden, wie hier in Norddinker, bereits vor einigen Tagen statt.

Lahmes Internet? Nicht mehr lange. Die Vorarbeiten zum Glasfaserausbau in den „weißen Flecken“ haben den Stadtbezirk Uentrop erreicht.

Uentrop – Diverse „weiße Flecken“ im Stadtbezirk Uentrop werden in den kommenden Monaten ihre Farbe ändern. Was hier bildlich beschrieben ist, betrifft die Anbindung vor allem des ländlichen Raums ans schnelle Internet. In Hamm haben Stadtwerke und die Helinet den Auftrag für den Ausbau erhalten. Vorarbeiten im Hammer Osten starteten bereits vergangenen Monat in Norddinker. Bis aber die ersten Daten durch den heimischen Glasfaseranschluss rasen, wird es voraussichtlich Mitte Sommer sein. Das erklärt Helinet-Sprecher Martin Köster zum Zeitplan für den Osten der Stadt.

Der Ausbau erfolgt stadtweit in sechs Bauabschnitten. Sie stehen für die einzelnen Ausbaugebiete (Cluster). Anfang des Jahres ist der Ausbau in den westlichen Stadtbezirken gestartet. Gegen den Uhrzeigersinn geht es weiter. Die Gebiete folgen nicht den Bezirksgrenzen, sondern verlaufen mit Ausnahme des Südens von der Stadtmitte in Richtung Stadtgrenze. Der Stadtbezirk Uentrop liegt in den Ausbaustufen vier und fünf. Sie werden durch Lippe und Kanal getrennt. Die Ausbaubereiche betreffen demnach auch Teile von Mitte und Rhynern, wie auch von Heessen.

Mit den genannten Vorarbeiten in Norddinker werden die Hauptleitungen zu den weißen Flecken im Cluster 4 gelegt, das heißt im Bereich südlich von Lippe und Kanal. „Der richtige Ausbau geht aber erst Ende des Jahres los“, sagt Helinet-Sprecher Köster.

600 Wohneinheiten betroffen

Bis dahin steht fest, wie viel Haushalte den Glasfaseranschluss bekommen. Derzeit werden dazu noch die Grundstückseigentümerverträge eingeholt. Die sind erforderlich, damit das Bauunternehmen die Leitungen auf den Privatflächen verlegen darf.

Rund 400 Adressen mit etwa 600 Wohneinheiten gehören zu den „weißen Flecken“ in der Ausbaustufe 4. Bis vor wenigen Tagen hatten „knapp 70 Prozent“ der Grundstückseigentümer – Mieter werden nicht angeschrieben - die Verträge unterzeichnet – Tendenz steigend. Der Vertrieb sei noch aktiv, sagt Köster. Es fänden Beratungen statt. Die Interessenten wünschten noch viele Infos, wie etwa zu den Investitionen. So viel vorweg: Der Anschluss bis ins Haus ist für die Eigentümer kostenfrei. Das Geld für den Ausbau kommt aus der staatlichen Förderung.

Verzögerungen sind nicht auszuschließen

„Wir rechnen damit, dass wir die ersten Kunden Mitte des kommenden Jahres aufgeschaltet haben“, sagt Köster. Ob der Zeitplan in der Ausbaustufe 4 eingehalten werden kann, ist aber abhängig vom Wetter. Frost könnte zu Verzögerungen führen. Das gleiche gilt für den nicht vorhersehbaren Verlauf der Corona-Pandemie und etwaige Auflagen, die die Arbeiten einschränken könnten.

Trotz Informationskampagne ist es möglich, dass der eine oder andere Eigentümer sich noch nicht mit dem Ausbau beschäftigt hat oder ihre Mieter ihr Interesse noch bekunden möchten. „Wenn wir den Eindruck haben, jemanden nicht erreicht zu haben, versuchen wir das in der Regel telefonisch“, sagt der Helinet-Sprecher. Auf jeden Fall könnten sich Interessenten jetzt noch melden.

Verfügbarkeitscheck

Allerdings gibt es dabei etwas zu beachten: Die Wohnung oder das Haus müssen in einem „weißen Fleck“ liegen. „Denn nur förderfähige Wohneinheiten dürfen angeschlossen werden“, erklärt er mit Verweis auf die Förderrichtlinien. Ob ein Standort das Kriterium erfüllt, ist über den Verfügbarkeitscheck auf der Internetseite der Helinet möglich.

Für den Fall, dass jemand trotz schlechter Internetanbindung beim laufenden Ausbau nicht zum Zuge kommt und seine Zuhause nicht als „weißer Fleck“ erfasst ist: Er muss den Kopf nicht in den Sand stecken. „Wir sind guter Hoffnung, dass das Netz in einem zweiten Schritt weiter ausgebaut wird“, sagt Köster über weitere unterversorgte Gebiete. Eine Entscheidung dazu gebe es aber noch nicht und könne auch noch nicht zeitlich in Aussicht gestellt werden. Interessenten, die meinen, zu wenig Bandbreite zu haben, könnten sich aber schon melden.

Zeitplan Ausbaustufe 5

Dagegen steht der Zeitplan für den Ausbau von Gebiet 5 in etwa fest. Der Baustart nördlich von Lippe und Kanal, das heißt im Uentroper Dorf und in Haaren, ist „zurzeit“ für das zweite Quartal 2021 vorgesehen. Die Arbeiten sollen Ende des dritten Quartals abgeschlossen sein.

Das Ausbauprogramm im Überblick

Zu den „weißen Flecken“ zählen in Hamm etwa 3500 Häuser und Wohnungen sowie 275 Unternehmen, Schulen und andere Einrichtungen. Der Grund: Mit bis zu 30MBit pro Sekunde gilt ihre Internetverbindung als unzureichend. Viele haben allerdings noch weitaus weniger Bandbreite. Damit diese Gebiete „fit“ für die Zukunft werden, finanziert der Bund durch das Förderprogramm Breitband und das Land NRW den Ausbau. Dazu fließen insgesamt 36,4 Millionen Euro nach Hamm, die die Stadt an die Bietergemeinschaft Helinet und Stadtwerke Hamm weiterreicht.

Durch einen Glasfaseranschluss bis ins Haus werden Datengeschwindigkeiten von bis 1000 MBit möglich. 50 MBit reichten derzeit aus, sagt Helinet-Sprecher Martin Köster, aber für die Zukunft würden mehr benötigt. Die Baumaßnahmen für den Ausbau begannen Ende Januar und sollen laut Fördervoraussetzung Ende 2021 abgeschlossen sein.

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