Eichenprozessionsspinner zieht Richtung Süden

Giftraupen verbreiten sich immer schneller - Entwarnung nah

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Gruselig: Der Eichenprozessionsspinner ist wie hier am Volkenhoffsweg in Heessen auf dem Vormarsch.

Der Eichenprozessionsspinner verbreitet sich in Hamm immer stärker. Doch alle Geplagten in der Stadt sollten wissen: Entwarnung ist nah.

Hamm – Ist der Spuk bald wieder vorbei? Noch werden täglich neue Funde von Nestern des Eichenprozessionsspinners gemeldet. Trotzdem wurde die Zahl der neu entdeckten Gespinste wie im vergangenen Jahr mit dem Ende des Juni geringer. „Wir hoffen deshalb, dass die heiße Phase der EPS-Verbreitung sich dem Ende neigt und wie in den Vorjahren ab Anfang Juli die Verbreitung langsam zum Erliegen kommt“, erklärte Stadtsprecher Lukas Huster.

Hamm ist allerdings schon jetzt stärker betroffen als 2019. Da waren bis Ende Juli 620 Meldungen bei der Stadt eingegangen. Aktuell sind es (Stand: 25 Juli) schon mehr als 650. Davon seien rund 450 Funde an städtischen Bäumen gemacht worden, etwa 90 Meldungen stammen von Privatgrundstücken. Der Rest bezieht sich auf andere öffentliche Träger wie die Bahn oder Straßen NRW.

Im Vergleich zu den Vorjahren sei die Verbreitung insbesondere im Osten und Süden – in Uentrop und Rhynern – auffällig gestiegen: „Diese Bezirke waren in den vergangenen Jahren im Vergleich zu den anderen eher wenig befallen, haben in diesem Jahr aber ,aufgeholt‘“, so Huster. Neben den Schwerpunkten gibt es indes auch in allen anderen Gebieten in der Stadt Nest-Funde.

Giftraupe: Stadt kommt kaum noch hinterher

Angesichts der starken Ausbreitung kommen die von der Stadt engagierten Firmen kaum noch hinterher, die Nester zu beseitigen. Bei Meldung werde je nach Fundort und Beschreibung eine Sichtkontrolle vorgenommen. Bäume im Rahmen von Straßenbegleitgrün, in Parks oder an Spielplätzen würden mit einem Band markiert; nicht markiert würden Bäume in Waldgebieten. Anschließend werde der Auftrag an die entsprechende Fachfirma erteilt.

Die Stadt hat Rahmenverträge mit drei Unternehmen abgeschlossen, auf die Hamm räumlich aufgeteilt ist. Die Gesamtauftragssumme liege bei knapp 250.000 Euro. Die Entsorgung werde stundenweise und je nach Aufwand abgerechnet. Die Kriterien: Ist es ein prioritärer Fall? Wie hoch hängt das Nest, welche Geräte werden benötigt? Muss im Verkehrsraum abgesperrt werden?

Giftraupe: Viel Kritik am Tempo der Stadt

Bei prioritären Fällen – also Nestern an neuralgischen Punkten wie Schulen, Kitas, Spielplätzen oder Seniorenheimen – soll die Entfernung nach Angaben Husters innerhalb von drei Tagen nach Auftragserteilung an die Firma erfolgen. Das klappe bisher auch recht zuverlässig. Trotzdem gab es zuletzt viel Kritik über zu unauffällige Warnhinweise und längere Zeitspannen bis zur Entfernung des Nestes. Huster betont daher noch einmal, dass zwischen Meldung und Bearbeitung ebenfalls mehrere Tage liegen können. Zuvor erfolge die Begutachtung.

Nicht-prioritäre Funde sollen innerhalb von zehn Tagen entfernt werden. „Hier kommen die Firmen derzeit teilweise kaum hinterher, die Entfernung bewegt sich hier zwischen zehn und etwa 14 Tagen“, so Huster. Bäume innerhalb des Stadtgebiets könnten zügiger abgearbeitet werden als Einzelfunde in Bauerschaften oder an Feldwegen.

Giftraupe: Nicht der Schulweg ist prioritär

Huster stellt ebenfalls klar: „Es kann nicht jeder ,Schulweg‘ als prioritär eingestuft werden – nur Bäume im direkten Umfeld von Schulen werden als prioritär eingestuft.“

Spätestens mit der Verpuppung der Raupen bis Mitte Juli dürfte wenigstens die Verbreitung in Hamm für dieses Jahr vorbei sein. Vorsicht ist trotzdem weiter angebracht. Abgefallene Brennhaare, Häutungsreste und Puppenhülse halten sich mehrere Jahre und können zu schweren Hautreizungen und Atemwegsproblemen führen. Deshalb werden die beauftragten Firmen wohl noch eine ganze Weile im Dauereinsatz sein.

Giftraupe: Sorgentelefon so erreichbar:

Unter der Rufnummer 02381/177272 können Bürger die Nester melden und Informationen zum Umgang und zum weiteren Vorgehen erhalten. Um einen Überblick über die Ausbreitung der Raupe zu bekommen, bittet die Stadt darum, auch Funde im heimischen Garten zu melden. Die Hotline ist montags bis donnerstags von 7 bis 15.30 Uhr sowie freitags von 7 bis 12.30 Uhr erreichbar. Außerhalb dieser Zeiten können Funde per E-Mail an ordnungsamt@stadthamm.de gemeldet werden.

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