Vorsicht: Eichenprozessionsspinner breitet sich in Hamm aus

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Die Brennhaare der Raupe sind für Mensch und Tier gefährlich.

Hamm - Juckreiz, Entzündungen, allergische Schocks: Der Eichenprozessionsspinner macht sich allmählich in Hamm breit. Das Umweltamt der Stadt Hamm warnt davor, die Raupen oder Nester des Eichenprozessionsspinners zu berühren. Die Brennhärchen der Raupe sind für Mensch und Tier gefährlich.

Nicht zu verwechseln ist der Eichenprozessionsspinner im Übrigen mit der harmlosen Gespinstmotte, deren Nester ebenfalls vermehrt in Hamm gesichtet wurden. 

Identifizieren könne man die unterschiedlichen Raupen anhand ihres Aussehens und der Verbreitung, erklärt Dr. Oliver Schmidt-Formann, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde im Umweltamt der Stadt Hamm. 

Die Raupe des Eichenprozessionsspinners.

„Die unbehaarte Gespinstmotte ist gelb und hat schwarze Punkte, der Eichenprozessionsspinner ist gräulich-schwarz und mit Brennhaaren bedeckt.“ Die Brennhaare enthalten das Nesselgift Thaumetoporin, das bei Menschen Juckreize und allergische Schocks auslösen kann. Beim Einatmen der Härchen können Atembeschwerden auftreten. Der Eichenprozessionsspinner ist ausschließlich an Eichen aktiv. Die harmlosen Gespinstmotten-Raupen befallen ganze Pflanzen, Büsche und Bäume. 

Die Raupe der ungefährlichen Gespinstmotte.

Eichen in Bockum-Hövel waren befallen

Mitte Mai ist nach Angaben der Stadt Hamm der Befall von Eichenprozessionsspinnern an Eichen auf den Höfen der Albert-Schweitzer-Schule und der Gebrüder-Grimm-Schule in Bockum-Hövel entdeckt worden. Die Bäume seien sofort abgesperrt und in den Pfingstferien von Schädlingsbekämpfern behandelt worden, berichtet Schmidt-Formann. 

Aktuell seien auch einige zusammenstehende Eichen am Dornheideweg im Außenbezirk von Bockum-Hövel von der Raupe befallen. „Hier wird aktuell geprüft, inwieweit ein Einsatz von Schädlingsbekämpfern sinnvoll ist“, so Schmidt-Formann. 

Der Stadt lägen aktuell keine Erkenntnisse zu einem Befall in den städtischen Wäldern vor. Sie wolle die Bürger aber auf die Gefahr durch den Eichenprozessionsspinner hinweisen, aktuell sei man diesbezüglich in der Vorbereitung. 

Bekämpfung nur durch Fachbetrieb 

Das Umweltamt rät, den Kontakt mit den Raupen und Nestern unter allen Umständen zu meiden. „Wenn man doch zu nah an ein Eichenprozessionsspinner-Nest geraten ist, sollte man seine Kleider wechseln und waschen und sich gründlich waschen – auch die Haare, da sich hier die Brennhaare verfangen können“, sagt Schmidt-Formann. 

Auch Hundebesitzer sollten derzeit in den Wäldern besonders aufmerksam sein. Hunde und Katzen seien zwar durch ihr Fell zwar recht gut gegen die Brennhaare der Raupe geschützt, könnten sie aus Neugier aber beschnüffeln oder fressen. Dadurch könne es zu Entzündungen im Nasen- und Mundbereich der Tiere kommen. „Dann sollten die Besitzer unbedingt einen Tierarzt aufsuchen“, rät Schmidt-Formann. 

Die Bekämpfung der Nester der Eichenprozessionsspinner-Raupen sollten Garten- und Eichenbesitzer in jedem Fall einem Fachbetrieb überlassen, da spezielle Schutzkleidung notwendig sei, um bei der Bekämpfung nicht mit den Brennhaaren in Kontakt zu gelangen. 

Die Larve der Gespinstmotte hingegen könne bedenkenlos eingesammelt und die Gespinstfäden weggeschnitten werden.

Am Damm in Heessen wurden die Gespinstfäden der Gespinstmotten entdeckt. Sie sind aber ungefährlich.

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