Zentrale Anlaufstelle in Hamm geplant

Giftige Eichen-Raupe mobilisiert Stadt - Freibad bald wieder geöffnet

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Eichenprozessionsspinner (Symbolbild)

[Update 16.15 Uhr] Hamm - Das Freibad Selbachpark wird nach dem Befall mehrerer Eichen mit dem hoch giftigen Eichenprozessionsspinner vermutlich schneller wieder geöffnet als befürchtet. Das Thema treibt inzwischen auch die Stadt um. Dort will man im Sinne der Bürger zügig handeln.

Am Montag waren im Pelkumer Freibad vier Nester der aktuell viel diskutierten Raupenart bei einer Begehung durch Mitarbeiter gefunden worden. In der Folge wurde Alarm geschlagen und das Freibad am späten Nachmittag geschlossen. Auch das Ordnungsamt wurde informiert, teilte Stadtwerkesprecherin Cornelia Helm mit. Der Erfolg dieser Mobilisierung scheint nun schneller zu kommen als gedacht: Schon am Mittwoch sollen die Nester von einer Spezialfirma abgesaugt werden.

Am Dienstagvormittag wurde eine Fachfirma gefunden, die unerwartet schnell handlungsfähig ist und sich ab Mittwochmorgen der Plagegeister annimmt. Deren Mitarbeiter kommen mit Spezialanzügen und -werkzeugen. Nach Einschätzung der Stadtwerke kann das Bad also wahrscheinlich schon am Donnerstag wieder für alle Besucher geöffnet werden.

Das Freibad Selbachpark aus der Vogelperspektive. Die befallenen Bäume (direkt an den Becken) sind durch Kringel markiert.

Der Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner ruft einerseits allergische Reaktionen hervor; andererseits können dessen durch die Luft fliegende lange Härchen schwere Lungenerkrankungen hervorrufen. Deshalb war laut Helm sofort "höchste Vorsicht geboten".

Im Südbad wurden bei einer aktuellen Begehung übrigens keine Probleme festgestellt. Die Einrichtung bleibt folglich geöffnet.

Leitfaden zur Eindämmung des Problems

Klagen auch aus anderen Stadtbereichen

Symbolbild

Der Eichenprozessionsspinner tritt natürlich nicht nur lokal begrenzt im Selbachpark auf, sondern potenziell überall dort, wo Eichen stehen. Immer wieder melden sich auch WA-Leser mit entsprechenden Hinweisen in der Redaktion. Unter anderem klagte eine Bürgerin aus Heessen, das Umweltamt habe trotz mehrfacher Befallmeldung am Bockelweg nicht reagiert - weder um die Bereiche zu sperren, noch um die Ursache anzugehen.

Mitarbeiter dreier städtischer Ämter sind in diesen Tagen im Stadtgebiet verstärkt unterwegs, um Hinweisen wie diesen aus der Bevölkerung nachzugehen, das öffentliche Grün zu überprüfen und je nach Bedarf Schädlingsbekämpfer zu engagieren. Das sagte Stadtsprecher Lukas Huster auf WA.de-Nachfrage. Meldungen zu Auffälligkeiten gingen beim Ordnungsamt, beim Umweltamt und beim Grünflächenamt ein.

Ungewöhnliche Häufung relevanter Fälle

Tatsächlich gebe es in diesem Jahr eine ungewöhnliche Häufung relevanter Fälle, bestätigte  Huster - vor allem in den nördlichen und westlichen Stadtbereichen. In den Vorjahren habe das Phänomen in Hamm nahezu keine Rolle gespielt.

Die Benennung konkreter Zahlen und Örtlichkeiten sei derzeit noch schwierig, da die Recherchen und Absprachen auf verschiedenen Ebenen abliefen. Das soll sich aber zeitnah ändern: Ende dieser Woche sollen die drei Ämter ihre Erkenntnisse und Handlungen mit dem Ziel einer Gesamtübersicht und einer internen Koordination gegenüberstellen und abgleichen. Bei Bedarf erwächst aus dieser Bündelung sogar eine zentrale Anlaufstelle für die Bürger.

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Kontakt unbedingt vermeiden: Giftige Raupe breitet sich aus

Wie kann man sich schützen?

Experten nennen folgende Vorsichtsmaßnahmen:

  • Gebiete, die vom Eichenprozessionsspinner befallen sind, grundsätzlich meiden. 
  • Raupen und die Nester auf keinen Fall anfassen. 
  • Nach Kontakt mit den Brennhaaren ausgiebig duschen und Haare gründlich waschen. Auch Kleidung und Schuhe durchwaschen, denn hier haften die Härchen ebenfalls. 
  • Bei Waldspaziergängen und an Orten, an denen Eichen stehen, empfindliche Hautbereiche wie Nacken, Hals und Unterarme schützen. 
  • Solange Raupennester vorhanden sind, keine Pflegemaßnahmen am Baum durchführen und auf Holzernte verzichten. 
  • Raupen und Gespinste nicht selbst entfernen. Hier muss ein Profi ran.

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