Unsere Bezirksserie „Was braucht Uentrop?“

Uentrop und seine Künstler: Muss Kunst mehr Party sein?

Er kann auch niedlich: Graffiti-Künstler Kai Wohlgemuth vor seiner Überraschungswand.
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„Wenn es um Kunst geht, ist Uentrop gut aufgestellt.“ Das sagt Graffisprayer Kai Wohlgemuth.

Sie ist eine der buntesten Straßen im Bezirk: die Ostwennemarstraße zwischen Grenzweg und dem Maxiparkeingang. Auf gut 250 Meter sind dort zwei lange Wände mit Graffitikunst zu sehen, die zwar zu den auffälligsten Kunstwerken in Uentrop gehören, aber bei weitem nicht die einzigen sind. Wie viel Kunst steckt im Bezirk Uentrop? Und was brauchen Künstler hier? Diskutieren Sie mit (ein Formular finden Sie unten im Artikel)!

Uentrop – Was Veranstaltungshallen für überregional bekannte Comedians und Kabarettisten angeht, bietet der Bezirk ganz viel. So traten in der Westpress-Arena schon Atze Schröder und Dr. Eckart von Hirschhausen auf, im Festsaal des Maxiparks Herbert Knebel und in der Werkstatthalle Ingo Appelt und Carolin Kebekus.

Doch während die Stars oft vor tausenden Zuschauern auftreten, bleibt lokalen Künstlern wie Malern, Sprayern und Bildhauern die große Bühne meist verwehrt. Welche Möglichkeiten bieten sich ihnen? Der WA hat mit drei heimischen Künstlern gesprochen, die ihren Blick auf die Kunstszene in Uentrop schildern.

Ina Jenzelewski;: „Wir wollen gute Kunst sehen!“

Zu den bekanntesten Kunstvereinen im Bezirk gehört der Hammer Künstlerbund (HKB), dessen Atelier am Maxipark beheimatet ist und in dem regelmäßig Ausstellungen von Künstlern aus Hamm und ganz Deutschland stattfinden. Dabei könnte man meinen, dass der Standort in direkter Nähe zum Eingang des Maxiparks ein Vorteil ist – was nicht der Fall ist. „Die Besucher gehen bewusst in den Maxipark und kommen dann nicht zu uns“, sagt die zweite Vorsitzende des HKB, Ina Jenzelewski. Die Randlage des Ateliers sei eher schwierig, findet die Künstlerin. Grundsätzlich würde es dem HKB aber an nichts mangeln. Die Ausstellungsräume seien schön, gut erreichbar und sehr beliebt.

Einziges Manko: Über mehr Besucher würde man sich sehr freuen. Hierbei spiele jedoch auch der Wandel der Gesellschaft eine Rolle, der Nachwuchs lasse sich heutzutage kaum noch für Kunst und Kultur in klassischer Form begeistern.

Mehr (junge) Leute anzusprechen, wäre vielleicht durch mehr Partycharakter möglich, in Frage käme das aber nicht. Denn: „Wir wollen gute Kunst zeigen“, sieht Jenzelewski die Prioritäten klar verteilt. Eine Idee, von der jedoch alle Kunstschaffenden in Hamm profitieren würden: „Wir brauchen ein Kulturticket.“ Ziel solle es sein, „die einzelnen Kunstorte in Hamm zu verbinden.“

Kai Wohlgemuth: „Der Bezirk ist breit aufgestellt!“

Als Solo-Künstler ganz anders aufgestellt ist Kai „Uzey“ Wohlgemuth, dessen Graffiti-„Überraschungswand“ an der Ostwennemarstraße seit Jahren mit immer neuen Motiven vorbeifahrende Auto- und Radfahrer sowie Fußgänger begeistert. Ob etwas fehlt in Uentrop? „Eigentlich nicht“, sagt der in Haaren lebende Wohlgemuth. Im Gegenteil: Er findet den Bezirk hinsichtlich der Kunstszene breit aufgestellt – vielfach dank der Initiative von Kunstvereinen und Einzelkünstlern.

Auch die Jugend werde immer wieder einbezogen, etwa durch Graffitiprojekte. So ist auch die Wand im Funpark Werries entstanden, an der sich junge Sprayer ganz legal ausprobieren können.

Jutta Elbers: Arbeitskreis freut sich auf mehr Fläche

Die gute Vernetzung vor Ort ist unterdessen einer der großen Pluspunkte, von denen der Arbeitskreis Kunst in der Alten Schule Werries profitiert. Die wird schließlich ihrem Beinamen als Begegnungsstätte gerecht, wie die Arbeitskreis-Vorsitzende Jutta Elbers betont. Beispielsweise mit der Awo gebe es einen guten Austausch. Was Elbers ebenfalls freut: Im Zuge der Sanierung der Alten Schule wird es bald einen Aufzug geben. Außerdem wird der Arbeitskreis den neu gestalteten Dachbereich bekommen, in dem auf großzügiger Fläche und in schönem Ambiente gearbeitet werden kann.

Die Ausstattung der Räume sei unterdessen sehr gut, betont Elbers. Neben einem Brennofen gibt es schließlich auch eine professionelle Druckerpresse, mit der die 45 Vereinsmitglieder arbeiten können. Da es sich bei dem Standort allerdings nur um Arbeitsräume handle, finden die Ausstellungen woanders statt – eine in Kürze in der Stadthausgalerie. Elbers Fazit: „So wie es bei uns läuft, sind wir sehr zufrieden.“

Jetzt Sind Sie gefragt: Wie sehen Sie den Stellenwert von Kunst und Kultur im Stadtbezirk Uentrop? Schreiben Sie uns und füllen Sie hier das Formular aus!

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Mehr zum Thema lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Westfälischen Anzeigers vom 19. August.

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