Viel Arbeit für Hammer Feuerwehr, viel Ärger für Anwohner

Autos verlieren in Unwetter-Fluten Kennzeichen - Land unter in Herringen

+

[Update] Ein handfestes Unwetter hat viele Hammer am Sonntagabend kalt erwischt. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz. Eine Meldung ist besonders erschreckend, eine weitere wiederum mutet eher skurril an.

Hamm - Vielerorts in Hamm stand das Wasser am Sonntagabend schnell und anhaltend hoch, weil die Kanäle es nicht so schnell verarbeiten und die trockenen Böden es nicht angemessen aufnehmen konnten. Besonders heftig betroffen waren bestimmte Teile des Hammer Nordens und des Stadtbezirks Heessen. Autofahrer mussten auf der Ahlener Straße und auf dem Nordenstiftsweg (dort im Bereich der Unterführungen) regelrecht in Wasserfluten eintauchen. Eben dort wurden nach dem Ablaufen des Wassers insgesamt 16 (!) Pkw-Kennzeichen gefunden. Wie das? Offenbar wurden sie durch den Wasserdruck von den Autos abgeknipst, vermutet eine Polizeisprecherin. Wer seines vermisst, soll sich bei der Leitstelle melden; die Telefonnummer lautet 02381/916-0.

Bilder vom Hochwasser auf der Ahlener Straße am frühen Sonntagabend machen im Netz die Runde. Dieses entstammt einem Video, das eine Facebook-Userin postete.

Über diese Nachrichten war die Polizei am Sonntagabend nicht mit herausragenden Unwetter-Einsätzen beschäftigt. Für die Feuerwehr war es gleichwohl ein arbeitsreicher Abend mit vielen Anrufen und für eine solche Lage typischen Einsätzen wie dem Auspumpen überfluteter Keller. Besonders hart erwischte es Anwohner der Dresdener Straße in Herringen. Diese wurde nämlich binnen Minuten komplett überspült; Gullideckel schossen in die Höhe, auf der Straße stand das Wasser teils bis zu einem halben Meter hoch, in den Kellern sogar bis zu zwei Meter.

Neues Aquarium? Weit gefehlt. Hier steht das Wasser am Fenster einer Souterrain-Wohnung! (Klicken Sie rechts oben in das Bild, um das komplette Motiv zu sehen.)

Lippeverband kontert Anwohner-Vorwürfe

Was die Anwohner besonders umtreibt: Die Dresdener Straße soll erst vor wenigen Tagen an das neue, 28 Millionen Euro teure Lippeverband-Pumpwerk Bocksheideweg angeschlossen werden sein. Die Frage sei nun, ob die "neue Technik komplett versagt" habe, so ein Anwohner gegenüber WA.de. Vor dem Anschluss habe das Wasser in der Straße jedenfalls noch nie so hoch gestanden.

Eine Sprecherin des Lippeverbands wies die Vorwürfe am späten Nachmittag zurück. Zwar seien die Voraussetzungen für den Umschluss jüngst geschaffen worden - vollzogen wurde er aber bislang nicht. Die heftige Situation am Sonntagabend sei auf ein ungewöhnliches Starkregenereignis zurückzuführen. Das könne dazu führen, dass die Kanalisation die plötzlich und außergewöhnlich hoch anfallenden Wassermengen nicht mehr aufnehmen könne. (Wir werden diesen Vorfall weiter im Blick behalten und nachberichten.)

Feuerwehreinsatz in der Dresdener Straße am Sonntagabend.

Auch Sachsenhalle unter Wasser

Ein beachtlicher Wasserschaden entstand auch in der Sporthalle der Sachsenhalle. Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann gab den Schaden persönlich bekannt, auch wenn viele Fragen noch nicht zu beantworten sind. So ist noch unklar, auf welchem Weg das Wasser in die Sporthalle fand. Fest steht lediglich, dass es etwa einen Zentimeter hoch stand – das ist bemerkenswert viel Wasser auf dieser großen Fläche einer Turnhalle. Zeitweise, so Hunsteger-Petermann, habe der Strom ausgeschaltet werden müssen.

Der Schaden muss nun begutachtet werden. Klar ist bislang nur, dass die Halle vorerst gesperrt ist. Vereine oder Sportgruppen können sie bis auf weiteres nicht nutzen. Laut Oberbürgermeister bemüht sich das Sportamt um Ausweichquartiere.

An weiteren Stellen im Stadtgebiet stürzten desweiteren Bäume auf die Straße.

Auf ihrer Facebookseite stellten die Hauptwache zwischen 19 und 20.45 Uhr Updates ihrer "Unwetterlage"-Einsätze ein. Auch einzelne Einsatzbereiche posteten eine Reihe von Einsatzberichten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare