„Wilder Hausrüttler“ aufgezeichnet

Stromausfall, Alarmanlagen: Hier in Hamm schlug der Mega-Blitz ein

Blitze leuchten während eines Gewittersturms am Himmel.
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Blitze leuchten während eines Gewittersturms am Himmel. (Symbolbild)

[Update] Es grummelte ordentlich am Samstagmorgen in Hamm. Bei dem Gewitter mit Graupelschauern blitzte es auch - und in Bockum-Hövel schlug ein Mega-Blitz ein. Augen- und Ohrenzeugen waren verblüfft.

Hamm - Laut Kachelmannwetter ist am Samstagvormittag, 27. März, in Hamm ein Blitz mit einer Stärke von 236 kA (Kiloampere) in die Erde eingeschlagen. „Ab einer Stärke von 100 kA sprechen wir von einem sehr starken Blitz, einem ‚wilden Hausrüttler‘“, erklären die Meteorologen auf ihrer Internetseite. Der Einschlag des Mega-Blitzes war also nicht nur hell, sondern auch laut, wie auch viele verblüffte Bockum-Höveler mitteilten. Außerdem fiel mancherorts für wenige Minuten der Strom aus. Ort des Geschehens und am stärksten betroffen war die Firma Heckmann.

StadtHamm
BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner179.397 (2016)

Starkes Gewitter über NRW: In Hamm schlug ein Mega-Blitz ein

Nach den Daten von Kachelmannwetter schlug der Erdblitz um 11.18 Uhr im Gewerbegebiet Römerstraße Nord in Bockum-Hövel ein. Nach Angaben der Feuerwehrleitstelle kam es am Samstag zu keinem Blitz-bedingten Einsatz. Der Einschlag ging also unterm Strich verhältnismäßig glimpflich aus. Im Internet findet man Berichte über Einschläge von Blitzen, die weitaus weniger Kiloampere geladen hatten und Häuser unbewohnbar machten.

Die Daten zu dem Blitzeinschlag in Hamm stammen vom Blitz Informationsdienst von Siemens (BLIDS). Dabei handelt es sich um ein kommerzielles Blitz-Ortungssystem der Siemens AG. Der Blitz in der Mitte zeigt den Einschlagsort.

Mega-Blitz in Hamm: Weiche Knie nach mächtigem Donner

In die Erde ging der Blitz neben einem Zaun der Firma Heckmann: Die Spitze eine Laterne an dieser Stelle hatte den Blitz vermutlich angezogen. Interessant: Wer es nicht weiß, kann die besondere Wucht kaum erahnen, denn dort sind Boden und Fundament zwar aufgerissen und Erdreich ist in der Umgebung verspritzt - aber viel mehr eben auch nicht.

Gleichwohl wurde das Unternehmen nachhaltig getroffen: Teile der Stromumverteilung wurden in ihre Einzelteile gesprengt, die Telefonanlage fiel aus. Ein unmittelbar gerufener Elektriker stellte zwar Grundbedarf wieder her, doch am Montag gelte es, den Schaden in Gänze zu begutachten und möglichst schnell wieder zu reparieren, so Thomas Saerbeck im WA.de-Gespräch. Der geschäftsführende Gesellschafter von Heckmann hofft natürlich, dass die Versicherung für den angerichteten Schaden aufkommt.

Hier am Zaun der Firma Heckmann schlug der Blitz ein.

Ohrenzeuge Markus Drüge sprach gegenüber WA.de allerdings von einem mächtigen Donner, der dem Blitz unmittelbar folgte. Diese habe auf dem Gelände seiner Firma „Makrocars“ in 300 Metern Entfernung bei mehreren Autos für das Auslösen der Alarmanlagen gesorgt. Ein Kollege in einer angemieteten Heckmann-Halle habe „ganz weiche Knie“ bekommen.

Mega-Blitz in Hamm: Heiße Diskussionen bei Facebook

Auch in den sozialen Netzwerken wurde das Blitz-Donner-Phänomen am Samstag heiß diskutiert. Eine Facebook-Userin schrieb aus ihrem Haus im Herrenstein (Richtung Walstedde, fünf Minuten vom Handelshof entfernt), ihre Tochter sei „megageschockt über dieses tiefe Rumsen, das in die Füße“ drückte. Eine andere WA-Leserin schrieb, sie habe wohl „noch nie so einen hellen Blitz gesehen - das hat gescheppert, war schon heftig“. Der Donner habe „das ganze Haus zum Vibrieren gebracht“, heißt es an anderer Stelle. Und „Ich war im Kaufland Bockum-Hövel und dachte, der Schuppen fällt zusammen.“

Viele Leser meldeten überdies einen kurzen Stromausfall nach dem Blitzeinschlag. So gingen offenbar vielerorts die Fernseher aus und im Rewe-Markt wurde es plötzlich dunkel. In einem Haushalt machte der Kurzschluss einen Kaffeevollautomaten unbrauchbar. Nach Auskunft einer Stadtwerke-Sprecherin war das Netz des Hammer Unternehmens selbst übrigens nicht betroffen.

Mega-Blitz in Hamm: Es gibt Erd- und Wolkenblitze

Wie die Meteorologen erklären, unterscheidet man zwischen Erd- und Wolkenblitzen. „Während Wolkenblitze innerhalb der Wolken stattfinden und besonders gut bei Dunkelheit als sogenanntes Wetterleuchten zu sehen sind, schlagen Erdblitze in den Boden ein“, heißt es weiter.

Das starke Gewitter am Samstagvormittag über NRW hat in Dortmund eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Vermutlich eine Windhose zog durch einen Straßenzug, entwurzelte Bäume und deckte Dächer ab. Das Wetter bleibt in den nächsten Tagen zwar frühlingshaft, zu Osten erwarten Meteorologen jedoch nordische Kälte mit Frost und Schneeschauern.

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