Ende eines gewaltsamer Familienstreits

Keine Lust, aufzuräumen: Großeinsatz der Polizei im Hammer Westen

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[Update] Drei verletzte Polizisten, die Mutter (41) in Handschellen, drei ihrer zahlreichen Kinder in der Obhut des Jugendamts. Und das alles, weil sich die Angehörigen einer Großfamilie aus dem Hammer Westen nicht einig werden konnten, wer denn nun die Wohnung aufzuräumen habe!

Hamm – Reichlich aufzuräumen hatte am Ende die Polizei, die am Montag gegen 17.30 Uhr von Zeugen zu dem Mehrfamilienhaus an der Lange Straße gerufen worden war und tief in die Schattenseite der Gesellschaft eintauchen musste. Aber der Reihe nach:

Zunächst hatte sich vor dem Haus wegen der offenbar ungeliebten Haushaltstätigkeit ein 21-Jähriger mit seinem 16-jährigen Bruder geprügelt. Der Kleinere der beiden telefonierte schließlich mit Bekannten, die wiederum die Polizei in den Hammer Westen beorderten. Die Polizisten – zunächst noch mit kleinem Aufgebot – entschieden, dass das Jugendamt drei minderjährige Kinder der Familie in Obhut nehmen sollte.

Das wiederum brachte das Fass zum Überlaufen.

Die 41-jährige Mutter ging auf die inzwischen auch eingetroffenen Jugendamtsmitarbeiter los und musste von den Polizisten festgehalten werden. Einer ihrer Söhne (21) setzte zum Kung-Fu-Sprung an und traf mit seinem Tritt einen Polizisten mit voller Wucht am Oberkörper. Anschließend schloss er sich mit einem 18-jährigen Bruder und weiteren Heranwachsenden aus der Nachbarschaft (18 und 21) zusammen und ging die Beamten aggressiv an. Einer der 18-Jährigen warf ein Fahrrad auf einen Polizisten. Die Beamten setzten Reizgas ein, um sich der Angriffe zu erwehren.

Erst mit Verstärkung kann Lage geklärt werden

Als weitere Verstärkung im Hammer Westen eingetroffen war, konnte die Polizei die Lage klären. Die Mutter, ein 21- und ein 18-Jähriger wurden vorläufig in Handschellen gelegt. Die Jugendamtsmitarbeiter nahmen schließlich wie geplant die drei minderjährigen Kinder in ihre Obhut, und die Polizisten schrieben Strafanzeigen unter anderem wegen der tätlichen Angriffe auf Vollstreckungsbeamte und Beleidigung.

Drei leicht verletzte Polizisten wurden von Ärzten untersucht; sie sind weiterhin dienstfähig.

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