Zum „National School Walkout“ in den USA

Gewalt an US-Schulen normal? Hammer Schülerin erzählt

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Hamm - Der Amoklauf am 14. Februar in Parkland, Florida, mit 17 Toten war das 18. „School Shooting“ in diesem Jahr, seither folgten bereits zwei weitere. Eine Hammer Schülerin erzählt, wie sie Waffengewalt an einer High School in den USA erlebte.

Gegen Waffengewalt und für schärfere Waffengesetze wollen am heutigen Mittwoch zum „National School Walkout“ Schüler, Schulmitarbeiter, Eltern und Sympathisanten in den USA auf die Straße gehen. Seit Parkland ist nun ein Monat vergangen. Am 24. März folgt der March for Our Lives.

Wird Trump die Waffengesetze verschärfen?

Sofia Matzka ging ein Jahr zur Highschool. 

Der alltägliche Umgang mit Gewalt an der Schule, die Angst vor Amokläufen und die politisch aufgeheizte Stimmung in den USA berührte auch Schülerin Sofia Matzka während ihres Austauschjahres. Die 18-Jährige besuchte von September 2016 bis Juni 2017 die Socastee High School in South Carolina. Während ihrer Schulzeit drohte ein Schüler mit einer Waffe um sich zu schießen.

Versuchter Amoklauf in der High School

Einige Jahre bevor Matzka an die Socastee High kam, erlebte die Schule einen Amoklauf. Ein Schüler kam bewaffnet und mit zwei Rohrbomben in die Schule und schoss um sich, ohne jemanden zu töten. 

Seitdem hat die Socastee High School ihre Sicherheitsmaßnahmen verstärkt: Die Schüler müssen am Eingang Metalldetektoren durchqueren und ein Polizist bewacht das Gebäude jeden Tag.

Aber während Matzkas Schuljahrs gelang es wieder einem Bewaffnetem in die Schule einzudringen. Er drohte damit, um sich zu schießen, doch letztlich fiel kein Schuss, und niemand wurde verletzt.

Gewalt als Teil des Schulalltags

Gewalt war jedoch auch auf indirektere Weise Teil des Schulalltags. Verhaftungen aus den unterschiedlichsten Gründen waren für Matzka alltäglich geworden.

6 von 25 Mitschülern werden aus Matzkas Unterrichtsblock in Haft genommen. Ihr Sitznachbar wird wegen eines Überfalls auf einen Paintballladen aus dem Unterricht von einem Polizisten abgeholt. "Man erwartet das nie. Es waren ganz normale Schüler, die plötzlich abgeführt werden", sagt Matzka.

Die Drogenszene ist stark, auch an der Schule. Auch ein Lehrer wird wegen Drogenhandels verhaftet. In den meisten US-amerikanischen Bundesstaaten kann man Waffen ab 18 Jahren, ein Bier jedoch erst ab 21 kaufen. 

Bewaffnete Lehrer, wie Präsident Trump sie vorschlug, sieht Matzka nicht als Lösung. Auch diese könnten schließlich auf die Schüler losgehen. 

Jugendliche Trump-Anhänger

Von ihren ehemaligen Mitschülern hat Matzka nichts über die Protestwelle von Schülern gegen Waffengewalt gehört. Die politische Spannung jedoch war greifbar. Fast all ihre Mitschüler hätten mit Trump sympathisiert, sagt sie.

Emma Gonzalez ist das Gesicht des Widerstands geworden.

Auch bei einer schulinternen Wahl wurde der umstrittene Politiker gewählt, obwohl die Schule viele mexikanische Schüler hat. Diese hätten am nächsten Tag gegen die Einstellung ihrer Mitschüler protestiert und gestreikt.

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