1. wa.de
  2. Hamm

Bahnhof Hamm: Fußball-Gewalt extrem angestiegen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Judith Wiesrecker

Kommentare

HAMM - Immer wieder kommt es auch am Hammer Bahnhof zu Ausschreitungen, wenn Fans rivalisierender Fußballmannschaften aufeinandertreffen. Und es wird schlimmer: Laut Bundespolizei hat sich die Zahl der Anzeigen gegen Fußballfans am Bahnhof Hamm im Jahr 2013 fast verfünffacht.

In einem Bericht der „Bild“-Zeitung hieß es kürzlich noch, Hamm zähle zu den „gefährlichsten Fußball-Städten Deutschlands“ – wegen des Bahnhofs. Das kann und will die Bundespolizei so nicht bestätigen.

Doch die Zahlen sprechen für sich: Laut einer auf WA-Anfrage erhobenen Statistik der Bundespolizei haben sich am Hammer Bahnhof die im Zusammenhang mit Fußball begangenen Straftaten 2013 fast verfünffacht – von 14 in 2012 auf 68 Taten.

Über 50 Anzeigen in 2013

Im vergangenen Jahr gab es 17 Anzeigen wegen teils gefährlicher Körperverletzung, 25 wegen Beleidigung, 18 wegen Raub und sechs wegen Sachbeschädigung. Weiterhin wurde jeweils einmal wegen Missbrauchs von Notrufen und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (zum Beispiel rechtsradikale Fahnen) ermittelt.

2012 gab es insgesamt nur 14 Ermittlungsverfahren. Sechs Verfahren wurden wegen Körperverletzung beziehungsweise Beteiligung an einer Schlägerei eingeleitet, bei den restlichen Einsätzen ging es um Diebstahl (6), „schwere Gefährdung durch Freisetzen von Giften“ (1) und Landfriedensbruch (1). „Dadurch lässt sich nicht ableiten, dass der Fußballfernreiseverkehr generell aggressiver geworden ist“, sagt Rainer Kerstiens, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Münster.

Jeder Spieltag wird analysiert

„Zielgerichtetes Reise-Management“ – darauf setzten Bahn, Bundespolizei, Vereine und andere Beteiligte in erster Linie beim Kampf gegen Fan-Gewalt. Jeder Spieltag werde separat im Vorfeld von Experten analysiert, sagt Michaela Heine von der Bundespolizei. Die Verantwortlichen arbeiteten in dieser Sache eng zusammen. Fans sollen sich erst gar nicht begegnen, so eine Bahn-Sprecherin auf Anfrage. Dafür würden vermehrt  Sonderzüge eingesetzt. Nicht zuletzt verursache auch Fan-Vandalismus Kosten in Millionenhöhe für die Bahn. - jud

Auch interessant

Kommentare