Gesellschaft auf Abruf

Stadtwerke Hamm und Helinet rüsten sich für Breitband-Ausbau

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Schon bald führen in Hamm neue Glasfaserkabel zum Hausanschluss.

Hamm - Die Zeit drängt. Ende Juli wird der Zuschlag erteilt, welcher Anbieter flächendeckend in Hamm Breitbanddienste bereitstellen kann. Dieses Unternehmen hat dann gut zwei Jahre Zeit Hamms „weiße Flecken“ mit Glasfaserkabel zu versorgen. Im Bieterverfahren sind auch die Stadtwerke Hamm.

Mit bis zu 25 Millionen Euro Fördergelder wollen Bund und Land NRW sich an dem Breitbandausbau für die unterversorgten Gebiete in Hamm beteiligen. Nun wollen die Stadtwerke gemeinsam mit ihrer Tochter der Energie- und Wasserversorgung Hamm (EWV) die Infrastruktur Hamm gründen, die – falls der Zuschlag zugunsten der Stadtwerke ausfällt – die Fördermittel in Anspruch nimmt und durch weitere Eigenmittel die Errichtung des Glasfasernetzes durchführt. 

Die Stadtwerke haben sich gemeinsam mit der Helinet an dem Teilnahmewettbewerb beworben. Bei einer erfolgreichen Bewerbung würde die EWV das Glasfasernetz errichten und betreiben und die Helinet die entsprechenden Dienstleistungen anbieten. Die Gesellschaft soll mit einem Stammkapital von 1 Million Euro ausgestattet werden. 

Sportlich, aber nicht unrealistisch

Gegründet wird sie nur, wenn der Zuschlag zugunsten des heimischen Konsortiums ausfällt. Über die Gründung muss der Rat in seiner kommenden Sitzung abstimmen. Mit diesem Schritt wolle man bei einem entsprechenden positiven Zuschlag gerüstet sein, um mit dem Glasfaserausbau sofort beginnen zu können, machte Stadtwerke Geschäftsführer Jörg Hegemann deutlich. 

Denn dann wird es Zeit. Bis spätestens zum 31. Dezember 2020 sollen in Hamm rund 300 Kilometer Glasfasernetz für rund 3500 Anschlussnutzer verlegt werden. In Fachkreisen wird das Unterfangen als sportlich, aber nicht unrealistisch angesehen. 

Für die Verwaltung, die die Gründung der Infrastruktur Hamm befürwortet, ist die Versorgung mit einem leistungsstarken Breitbandinternet sowohl die Voraussetzung für digitale – und damit gesellschaftliche – Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen als auch von zunehmender Bedeutung für die Wertschöpfung und die wirtschaftliche Attraktivität insbesondere ländlicher Regionen.

Stärkung des Wirtschaftsstandortes

„Hier ist die Versorgung mit Breitband-Internet gegenwärtig kaum gegeben“, so die Verwaltung. Internet werde regelmäßig über Kupferkabel bereitgestellt. „Je länger jedoch die Kupferleitungen zu den Haushalten sind, desto geringer ist die Übertragungsrate bei den Endkunden.

Lob für die Aktivitäten gibt es unterdessen von der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund. Dort bewertet man den Breitbandausbau als einen Beitrag zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes.

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