Hamm (Westf) war gestern

Mit Rekordverspätung: Hamm hat endlich einen Hauptbahnhof

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Symbolisch wurde am Montag eines der neuen Schilder enthüllt.

[Update 15 Uhr] Mit dem Fahrplanwechsel zum 15. Dezember wird der Bahnhof Hamm offiziell Hauptbahnhof.

Hamm – Sichtbar ist das jetzt schon, denn am Montag enthüllten Vertreter der Bahn, des Nahverkehrs Westfalen-Lippe und der Stadt symbolisch eines der 24 blau-weißen Schilder, die dafür im Bahnhof ausgetauscht werden mussten. „Hamm (Westf) Hbf“ ist darauf zu lesen.

Die Umbenennung kommt mit Rekordverspätung, denn eigentlich hätte Hamm von den Voraussetzungen her schon seit der Kommunalen Neuordnung 1975 einen Hauptbahnhof haben können, erklärte Stadtbaurätin Rita Schulze Böing. Denn diese Bezeichnung, so erläuterte es Bahnhofsmanager Jörg Seelmeyer, sei dann für die wichtigste Station gerechtfertigt, wenn eine Stadt mehrere Haltepunkte habe. Mit dem Fahrplanwechsel erhalten die Bahnhöfe Bockum-Hövel und Heessen folgerichtig den Zusatz „Hamm“.

Streik begonnen: Verkehrsprobleme bei der Eurobahn

Darum musste Hamm 44 Jahre warten:

Dass es 44 Jahre dauerte, bis die Umbenennung stattgefunden hat, hat vielerlei Gründe: andere Prioritäten, fehlende Lobby, organisatorische und nicht zuletzt finanzielle – und damit verbunden die Frage, wer am Ende dafür aufkommt. In letzter Instanz ist das nun der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL). Mit dem Ausbau der Bahnsteige 12/13 für den RRX-Betrieb brachte der NWL gleichzeitig die – auch aus Teilen der kommunalen Politik immer wieder geforderte – Umbenennung auf die Schiene.

Hamm hat jetzt auch offiziell einen "Hauptbahnhof"; das oben sichtbare Datum 15.12. ist eigentlich nur Formsache.

„Der Hammer Bahnhof ist einer der wesentlichen im NWL und einer der wichtigsten in Nordrhein-Westfalen“, sagt Klaus Pusch vom NWL. „Daher haben wir uns sehr dafür eingesetzt, dass der Bahnhof umbenannt wird. Dass es nicht schon früher geschehen ist, wunderte viele.“

So hoch sind die Kosten für die Aktion:

Die Kosten für die neue Beschilderung liegen laut LWL- und Bahn-Information in einem „hohen fünfstelligen Bereich“. Auch die Ansagen am Bahnhof und in den Zügen mussten geändert werden, ebenso die Vertriebssysteme (zum Beispiel bahn.de oder im DB Navigator).

Zudem findet die neue Stationsbezeichnung „Hamm (Westf) Hbf“ auf Dauer – auch international – Eingang in betriebliche Unterlagen der Bahn, wie zum Beispiel in europäische Fahrpläne und Vorschriften der Leit- und Sicherungstechnik oder in die verschiedenen zugehörigen Systeme zur elektronischen Datenverarbeitung und -information.

Auch Stadtpläne, Navigationssysteme, Pläne für Polizei und Feuerwehr, Reiseführer und ähnliches gedrucktes und elektronisches Material mussten angepasst werden.

Der Vorlauf betrage etwa ein Dreivierteljahr, sagt Jörg Seelmeyer.

Umbenennungen kein Alltagsgeschäft

Eine Umbenennung zum Hauptbahnhof ist laut Bahnhofsmanager nicht gerade Alltagsgeschäft. In seiner 20-jährigen Tätigkeit in dieser Funktion sei Hamm nach Wuppertal und Solingen erst der dritte Fall in seinem Tätigkeitsbereich. Hamm ist der 34. Hauptbahnhof der Deutschen Bahn in NRW.

Lapidar "Hamm (Westf)" hieß es bisher, wenn Bahnreisende nach Hamm kamen.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Bestseller-Autor Saša Stanišić mit mehreren Tweets zum Hammer Bahnhof und der Zugteilung dort für Aufmerksamkeit gesorgt. Und: Passend zum anstehenden Fahrplanwechsel hat die Bahn die Senkung ihres Supersparpreises in Aussicht gestellt

Währenddessen kommt es in der Vorweihnachtszeit zu Ausfällen und Verspätungen im NRW-Nahverkehr. Der Streik bei der Eurobahn führt zu Problemen. - WA

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