Die Ruhe vor dem Sturm

Geringer Anstieg der Corona-Zahlen in Hamm: Stadt rüstet sich trotzdem schon für Schlimmeres - Helfer gesucht!

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Noch ist die Lage entspannt: Um die Kliniken im Ernstfall zu entlasten, sollen sich schon jetzt Freiwillige melden.

Hamm – Nur drei neue Fälle in den letzten 24 Stunden. Das ist die positive Nachricht gestern gewesen. Die Fallzahlen steigen in Hamm moderater als es Mitte vergangener Woche zu befürchten gewesen war. Dennoch ist dies erst die Ruhe vor dem Sturm. Daran ließen die Stadtverantwortlichen keinen Zweifel aufkommen.

Behördenseitig wird bereits die nächste Phase vorbereitet. Freiwillige Klinikhelfer werden nun gesucht. Zudem wird weiterhin dringend appelliert, alle Beschränkungen zu befolgen und untereinander Rücksicht zu nehmen. Die Anspannung steigt, und doch gibt es auch ausgesprochen nette Aktionen. Ein Überblick.

Kliniken bereiten sich vor 

In vier Krankenhäusern waren bis gestern Nachmittag 470 Betten freigezogen. 30 Betten auf Intensivstationen waren ebenfalls nicht belegt. Die Intensivbetten werden auch weiterhin mit anderen ernsthaft Erkrankten belegt werden. Die Klinik für Manuelle Therapie und die LWL-Klinik für Kinder-und Jugendpsychiatrie sind noch nicht in diesem Corona-Plan enthalten.

In der vergangenen Woche hatten die Krankenhäuser zusammen mit der Stadt beschlossen, mehrere Hundert Betten freizumachen.

Helfer gesucht

Pfleger, Mediziner und Sanitäter werden schon jetzt als freiwillige Helfer für die Hammer Kliniken gesucht, um künftig Patienten zu versorgen. Bürger mit medizinischen Kenntnissen oder Berufen im Gesundheitssektor sind seit Dienstag aufgerufen, sich als Freiwillige zu melden: Sie sollen im Ernstfall bei einem möglichen Anstieg der Patientenzahlen in den Hammer Krankenhäusern das Klinikpersonal entlasten. Gesucht werden Menschen mit einer Ausbildung beziehungsweise Kenntnissen in einem pflegerischen oder medizinischen Beruf. Dazu zählen zum Beispiel Alten- und Krankenpfleger, Rettungssanitäter, -assistenten und -helfer, Notfallsanitäter und Medizinstudenten. Auch Personen mit sonstigen medizinischen Kenntnissen können sich freiwillig melden.

Krankenhäuser und Einkaufsdienste: Freiwillige Pfleger und Helfer gesucht

Ansprechpartner ist die Freiwilligenzentrale unter Telefon 02381/87 600 45. Per E-Mail kann unter ehrenamt@stadt.hamm.de eine Kontaktaufnahme erfolgen. „Wir wollen auf jedes Szenario vorbereitet sein – deshalb brauchen wir jetzt jeden Pfleger, der helfen kann“, betonte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann in einer Presseerklärung. „Wir können nicht darauf warten, dass alle Betten belegt und die Krankenhäuser überlastet sind.“ WA.de veröffentlicht wie in den zurückliegenden Tagen gewohnt am frühen Nachmittag die aktuellen Fallzahlen für Hamm.

Auch für die Einkaufsdienste für Senioren in allen Hammer Stadtbezirken können sich Interessierte als weitere Unterstützung melden. Gesucht werden Personen, die für ältere oder eingeschränkte Menschen Einkäufe übernehmen. Sie können sich ebenfalls bei der Freiwilligenzentrale melden.

Mehr Masken angefordert

Dass in Seniorenheimen und bei ambulanten Pflegediensten keine oder kaum Schutzmasken vorhanden sind, ist auch dem Oberbürgermeister ein Dorn im Auge. Er habe bei der Bezirksregierung entsprechenden Bedarf angemeldet. „Wenn wir genügend bekommen und auch über die Verteilung entscheiden dürfen, werden wir das berücksichtigen“, so Thomas Hunsteger-Petermann. Beim Pflegedienst Michels haben sich gestern mehrere Bürger gemeldet und angeboten, ebenfalls Schutzmasken selbst zu nähen.

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