20 Jahre Halloweenhaus und Weihnachtshaus

Hammer-Bilanz: Willenberg sammelt 174.000 Euro für "Menschen in Not"!

20 Jahre lang hat Gerd Willenberg (rechts) mit vielen Helfern mit seinem Weihnachtshaus und seinem Halloweenhaus die WA-Aktion „Menschen in Not“ unterstützt. Mit den Helfer der ersten Stunde, Cordula Sauer und Peter Röll, zog er jetzt Bilanz.
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20 Jahre lang hat Gerd Willenberg (rechts) mit vielen Helfern mit seinem Weihnachtshaus und seinem Halloweenhaus die WA-Aktion „Menschen in Not“ unterstützt. Mit den Helfer der ersten Stunde, Cordula Sauer und Peter Röll, zog er jetzt Bilanz.

Hamm - Es war vor allem das „Leuchten in den Augen der Kinder“, das Gerd Willenberg und sein Team dazu bewogen hat, immer weiterzumachen und neue Ideen zu entwickeln. „Und der gute Zweck“, sagt der Herringer.

Das war in diesem Fall die WA-Aktion „Menschen in Not“, die Willenberg seit 1999 unterstützt hat, zunächst mit seinem Weihnachts-, seit 2008 dann mit seinem Halloween-Haus. Bei den insgesamt elf Spendenaktionen wurden, wie Willenberg ausgerechnet hat, von Zehntausenden Besuchern und einigen Sponsoren 173.555,40 Euro gespendet. Das war’s dann aber auch, denn Willenberg wird seinen Lebensmittelpunkt im kommenden Jahr nach Kanada verlegen. Was bleibt, sind „viele tolle Erinnerungen“.

Die hat Willenberg in einem dicken Fotoalbum mit Zeitungsausschnitten und Fotos festgehalten. „Damit fing alles an“, tippt der Herringer auf ein Foto, damals noch schwarz-weiß, aus dem WA. In der Ausgabe vom 28. Dezember 1998 wurde kurz berichtet, dass Nordamerika-Fan Gerd Willenberg sein Elternhaus an der Jägerstraße in Herringen mit etwa 5000 Glühlämpchen und anderen Dingen zu einem weihnachtlichen Kunstwerk gestaltet hat – ein Kunstwerk, das viele Menschen dazu veranlasst hat, bei Einbruch der Dunkelheit dort einmal vorbeizufahren.

Letzter Vorhang im Halloweenhaus in Herringen fällt

Letzter Vorhang im Halloweenhaus in Herringen fällt

"Wir können Tausende glücklich machen"

Und das war für Willenberg die Initialzündung, mehr daraus zu machen: „Denn wenn so viele Menschen das Haus besuchen, können wir auch etwas sammeln.“ Gesagt getan: 1999 waren es dann schon rund 10.000 Glühlämpchen und dutzende Figuren, die das Zechenhaus im weihnachtlichen Glanz erstrahlen ließen. Die Besucher wurden gebeten, etwas zu spenden. Mehr als 12.000 Mark (rund 6000 Euro) kamen für die Aktion „Menschen in Not“, die Willenberg auserkoren hatte, zusammen. Verwöhnt wurden die Besucher klassisch-weihnachtlich mit Plätzchen, Glühwein und Kakao.

Das Weihnachtshaus war damals fast ein reiner Familienbetrieb. Einer der wenigen externen Helfer war Peter Röll, der Gerd Willenberg bei der Installation der Lichterketten half. Vor allem die Kinder seien für ihn Motivation gewesen mitzumachen, so Röll. „Wir können Tausende glücklich machen“, hatte er damals gegenüber seiner eigenen Familie sein Engagement begründet.

Erstes Halloween-Haus im Jahr 2008

Nach zwei weiteren Jahren machte Willenberg 2002 eine „schöpferische Pause“, um sich und seiner Familie einmal eine ruhige Vorweihnachtszeit zu gönnen. 2003 sollte es weitergehen. Doch dann ereilte die Familie ein Schicksalsschlag: Lidwina Willenberg, die „gute Seele“ des Weihnachtshauses, starb. Sie hatte in den vergangenen Jahren dutzende Kilo Plätzchen gebacken und an die Besucher verteilt. „Ohne meine Mutter war das Weihnachtshaus für mich nicht mehr vorstellbar.“

Eröffnung Halloweenhaus in Herringen (2009)

Eröffnung Halloweenhaus in Herringen (2009)

Und so fand keine Aktion mehr statt. Doch im Laufe der Jahre merkte Gerd Willenberg, dass ihm „irgendetwas fehlt“. Und vielleicht könnte er ja auch mit einem gruselig gestalteten Halloween-Haus die Menschen anlocken und Geld für den guten Zweck sammeln ... Im Jahre 2008 war es dann endlich so weit – und die WA-Aktion „Menschen in Not“ konnte sich über mehr als 3500 Euro freuen.

Immer mehr Unterstützung

Schon damals zeichnete sich eine Entwicklung ab, die der Herringer „so nicht erwartet hatte“. Ob Nachbarn, Freunde oder Patienten: Willenberg bekam immer mehr Unterstützung. Stellvertretend für die vielen Helfer nennt er Timo Brüchler, Cordula Sauer und Marcel Menges. „Durch sein Labyrinth hat Marcel dem Haus 2017 und 2019 zu einem enormen Aufschwung verholfen.“ Er habe jeden Tag den 65 Kilometer langen Weg von Warendorf nach Herringen in Kauf genommen, um zu helfen. Brüchler sei ein Helfer der ersten Stunde gewesen. Und seine Nachbarin Sauer? Die sei für den Waffelstand verantwortlich gewesen.

Das ist die Aktion "Menschen in Not"!

Anfangs wurden dort nur Waffeln zubereitet. Später kamen dann Muffins, Spieße und andere schaurig-süße Leckereien hinzu. Über drei Wochen waren Cordula Sauer und ihr Team jeden Tag präsent. Einige haben dafür sogar Urlaub genommen. Die positiven Rückmeldungen der Besucher und der Gedanke, anderen Menschen zu helfen, hätten sie jedes Jahr aufs Neue motiviert – so wie auch „Es“-Clown Simon Rüther oder Werner Lapcevic, der über viele Jahre an der Eingangspforte stand. Und dann war da auch noch Gerd Willenbergs Bruder Herbert, der Plakate verteilt und organisatorische Dinge erledigt hat.

In 20 Jahren keine größeren Zwischenfälle

Gerd Willenberg weiß das auch zu schätzen, ebenso wie die Unterstützung der Sponsoren. Die Fleischerei Senz oder sein Neffe Norbert Willenberg beispielsweise hätten Würstchen gespendet. Oder Alex Prätsch, der das Gelände des Spielmannszugs Herringen als Parkplatz zur Verfügung gestellt und auch in der Würstchen-Hütte geholfen hat.

Große Zwischenfälle hat es in den 20 Jahren nicht gegeben, von den vielen durchgebrannten Waffeleisen einmal abgesehen. Ab und zu musste Willenberg aber auch improvisieren. „Einmal hatte der Zoll meine orangenen Halloween-Lichterketten aus Kanada beschlagnahmt. Sie waren hier nicht zugelassen.“ Also habe er die weißen Lichterketten vom Weihnachtshaus genommen und darüber orange gefärbte Bettlaken gezogen.

Rückblickend auf die 20 Jahre sagt Willenberg, dass er es wieder so machen würde. Er habe etwas fürs Leben gelernt. Er denkt aber auch, dass er vor allem seinen jungen Helfern etwas mit auf den Weg gegeben hat: Nämlich dass man durch gemeinschaftliches ehrenamtliches Engagement viel erreichen kann. Übrigens: Die Helfer des Halloween-Hauses wollen sich schon im Februar wieder in der Hammer Öffentlichkeit präsentieren, jedoch ohne Haus ...

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