Nach rassistischer Anfeindung Gegenangriff mit Humor

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Olivier Joel Zombou

Bergkamen/Hamm - „Ich bin stolz darauf, dieser erste Neger zu sein.“ So reagiert Olivier Joel Zombou mit Humor auf einen Angriff, der seit einiger Zeit im Internet gegen ihn zu finden ist. Doch all das hält Zombou aus, der auch in Hamm als ehrenamtlicher Helfer unterwegs ist.

Eine eindeutig nationalistisch geprägte Seite mit Ursprung in Österreich hat eine Pressemitteilung des Kirchenkreises Unna umgeschrieben und mit der Überschrift „Erste Neger haben schon die evangelische Kirche übernommen“ versehen. Die Kommentare darunter sind nicht besser.

„Es ist nicht das erste Mal, dass ich Opfer von Rassismus werde. Den gibt es überall“, erzählt Zombou, der als Koordinator für die Flüchtlingsarbeit und das Ehrenamt beim Evangelischen Kirchenkreis Unna angestellt ist und unter anderem am Nordberg im Haus Frieden arbeiten. Der jüngsten verbalen Attacke stellt sich Zombou aber ganz bewusst öffentlich und verkriecht sich nicht aus Angst vor persönlichen Übergriffen: „Wenn ich mich jetzt verschanzen würde, wäre das fatal. Ich bin Bürger, ich zahle Steuern – und ohne Teilhabe am gesellschaftlichen Leben gäbe es auch keine Partizipation“ erklärt der Mann, der in einem katholischen Elternhaus in Afrika aufwuchs.

Es geht auch um die Flüchtlingshilfe

Bei dem Angriff geht es nicht allein um ihn: Es geht um die Flüchtlingshilfe. Worte aus der Original-Pressemitteilung des Kirchenkreises wurden durchgestrichen und durch andere ersetzt. Aus Flüchtlingshelfern wurden „Beihelfer für illegalen Aufenthalt“, die darüber hinaus als „grünverstrahlte Linksfaschisten“ beschimpft werden. Es geht nicht nur darum, dass Zombou eine dunkle Hautfarbe hat, es geht um die Arbeit, die er leistet – und mit ihm viele andere.

„Das ist alles sehr widerlich, was da geschrieben steht“, sagt Dietrich Schneider, Pressesprecher des Kirchenkreises Unna, dem einige dieser Worte zum Teil in Zitaten in den Mund gelegt wurden. Zombou will die bösen Worte nicht weitertragen, er will sich ihnen entgegenstellen. Öffentlich. „So erhalte ich Rückendeckung. Sonst lebe ich nur alleine damit.“ Er will auf das aufmerksam machen, wovon er selbst nur erfuhr, weil ihn ein Freund bei Google suchte. 

Darauf aufmerksam machen 

Etliche Menschen unterstützen ihn dabei, etlichen gefällt sein Beitrag auf Facebook, unter anderem Bürgermeister Roland Schäfer. „Rassismus ist für mich reine Dummheit“, sagt Schäfer, „er ist gefährlich für eine Gesellschaft.“ Es sei deshalb richtig und wichtig, dass man Rassismus öffentlich mache, und sich auch dagegen wehre. „Deshalb habe auch ich den Beitrag geliked“, sagt der Bürgermeister, der Zombous „zu 100 Prozent gute Arbeit“ in Bergkamen würdigt.

Der Kirchenkreis Unna hat rechtliche Schritte eingeleitet: „Olivier Joel Zombou ist in seiner Funktion angegangen worden“, erklärt Pressesprecher Dietrich Schneider. „Es ist in jedem Fall unser Ansinnen, das nicht unkommentiert zu lassen. Wir stellen uns deutlich an die Seite unseres Mitarbeiters.“

Rückhalt von Hammer Freunden

Auch die Initiative „Jugendliche ohne Grenzen“ in Hamm stellt sich hinter ihren ehrenamtlichen Helfer, denn regelmäßig bietet Olivier Joel Zombou hier Beratungsgespräche an. „Er ist unser Demokratie-Trainer. Wir müssen die Gesellschaft hier schützen“, sagt Nellie Foumba, Bundessprecher der Initiative. „Wir zeigen klare Kante gegen Rechts, sagen Nein zu Rassismus, Hass und Ausgrenzung - und wir stellen uns gegen dieses barbarische Verhalten gegen Herrn Zombou“, sagt auch Landeskoordinatorin Bintou Bojang. 

Die Arbeit wertschätzen 

All das gibt Olivier Joel Zombou Rückhalt. „Ich bleibe souverän, denn es gibt Leute, die meine Arbeit wertschätzen.“ Warum gerade er in den Fokus der Rassisten geriet, weiß Zombou nicht. „Ich hoffe nur, dass die Seite gesperrt wird und die Leute dahinter ermittelt werden. Ich liebe meinen Job. Das Vertrauen des Evangelischen Kirchenkreises Unna ist und bleibt ein Geschenk Gottes. Wir sind alle nur Menschen“, sagt er.

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