Gaststätte "Zur Theke"

Verunsicherung bei Wirten: Gastro mit Thekenbetrieb oder ohne?

Markus Pankalla mit einer Desinfektions-Station in seiner Kneipe. Er meint, alle Vorgaben zu erfüllen. Öffnen darf er laut Stadt, aber ohne Barhocker am Tresen.
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Markus Pankalla mit einer Desinfektions-Station in seiner Kneipe. Er meint, alle Vorgaben zu erfüllen. Öffnen darf er laut Stadt, aber ohne Barhocker am Tresen.

Gastronom Markus Pankalla versteht die Welt nicht mehr: Nachdem es hieß, Gaststätten dürften wieder öffnen, arbeitete er aus seiner Sicht die Hygiene-Verordnung des Landes ab, damit er seine Gaststätte „Zur Theke“ an der Oststraße wieder in Betrieb nehmen konnte. Doch schnell wurde ihm die Öffnung durch das Ordnungsamt wieder untersagt. Jetzt könnte daraus ein Fall mit weit reichenden Konsequenzen werden.

Hamm – Unter Berufung auf die geltende Schutzverordnung sind aus Sicht der Stadt Barhocker und Plätze direkt am Tresen untersagt. „Die Abstandswahrung zum Personal muss nach unserer Lesart der Landesverordnung gewährleistet sein“, sagt Stadtsprecher Tom Herberg.

Pankalla könne im Lokal und auch vor dem Tresen Tische aufstellen, aber eben keine Hocker zur Bewirtung direkt an der Theke. Also ein Gastronomiebetrieb ohne Thekenbereich, wie er in anderen Häusern auch gefahren werde.

Hygiene-Konzept für Gaststätten

Bei einem Telefonat mit dem Ordnungsamt am vorvergangenen Freitag wurde dem Wirt mitgeteilt, er solle sein Hygiene-Konzept samt Skizze einreichen, damit man darüber befinden könne. Bei dem Gastronomen keimte Hoffnung auf: Er schickte die verlangten Unterlagen samt Fotos an das Ordnungsamt. Weil er zunächst keine Antwort erhielt, schrieb der Wirt dem Ordnungsamt: Falls keine Reaktion erfolge, werde er den Betrieb wieder aufnehmen.

Plötzlich ging es schnell. Innerhalb einer Stunde erhielt er die Auskunft, an der Verordnung habe sich nichts geändert. Eine Bedienung von Kunden auf Barhockern sei ausgeschlossen. Bereits am 7.Mai begann er die Verordnung Punkt für Punkt abzuarbeiten und stieß bereits dort auf Unstimmigkeiten zwischen dem Land NRW und der Stadt Hamm.

Stadt untersagt Betrieb an Theken

Aber hat die Stadt vielleicht eine andere Lesart der Verordnung als das NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales und die Bezirksregierung? Genau das wolle man jetzt geklärt wissen, sagt Stadtsprecher Tom Herberg. Auch von der Bezirksregierung habe bisher die Vorgabe gegolten: keine Plätze direkt am Tresen.

„Diese Verordnung zum Schutz des Personals haben wir umgesetzt“, so Herberg. „Alles Andere wäre eine neue Regelung. Wir wollen niemanden blockieren oder sperren. Sollte die Regelung jetzt anders lauten, würde das für alle Betriebe in Hamm und in ganz NRW gelten.“ Markus Pankalla muss nun abwägen. Öffnen darf er grundsätzlich. Was wirtschaftlich ist, muss er selbst entscheiden.

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