Hamm wartet aufs Ende des Lockdowns

Sicher ist sicher: Dieser Gasthof setzt seine Gäste bald ins Glashaus

Der zweite Lockdown trifft Gastronomen wie die Familie Hagedorn in Hamm erneut hart.
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Gemütlich mit neuen Glashäusern und Feuerschale, aber ohne Gäste: Der zweite Lockdown trifft Gastronomen wie die Familie Hagedorn erneut hart. Sie haben im Außenbereich nach niederländischem Vorbild in Gewächshäuser mit Sitzplätzen investiert.

Sie sind etwas ganz Besonderes und dazu in Corona-Zeiten noch besonders sicher: Auf dem Innenhof des Gasthofs Hagedorn im Hammer Norden sind in der vergangenen Woche drei auffällige, kleine Glashäuser entstanden.

Hamm - Ausgestattet mit Teppichen und geschmackvollem Mobiliar, elektrisch beheizt und beleuchtet, bieten die neuen Glashäuser am Bockumer Weg bis zu vier Personen eine ganz besondere Atmosphäre. Das Coronavirus war die logische Ursache für die Idee, der Lockdown vereitelt nun vorerst deren Einsatz. (Corona-Spezialressort für Hamm.)

„Das ist ein ganz aktueller Trend, der von den Niederlanden aus inzwischen auch in Hamburg angekommen ist“, sagt Gastronom Klaus Hagedorn. Er hatte aus einem Fachmagazin davon erfahren, und das Konzept sei bestechend: Der Rundumblick sorge für eine ganz eigene Wahrnehmung der abendlichen Umgebung. Durch die begrenzte Größe sei sowohl bei einer vierköpfigen Familie wie bei zwei Paaren für Sicherheit gesorgt.

„Das konnte ich mir sehr gut für den Innenhof zwischen dem Gasthof und dem Haus an der Geinegge vorstellen“, sagt der Gastronom. Natürlich wurde zunächst in der Familie drüber gesprochen, berichtet Hagedorn. Seine Frau Stephanie, sowie die Söhne Christoph und Jonas waren gleich begeistert und gemeinsam wollten sie das Projekt in schwerer Zeit angehen.

Hammer Gasthof setzt Gäste in Glashaus: Fundstücke im Internet

Sofort suchten sie die umliegenden Gartenfach- und Baumärkte ab. „Da die Gartensaison vorbei ist, war natürlich nirgendwo etwas zu bekommen“, berichtet Stephanie Hagedorn. Kurzerhand bestellten sie die transparenten Gewächshäuser aus dem Internet, wo zunächst von einer Lieferzeit von drei bis vier Wochen gesprochen wurde. Doch schon nach wenigen Tagen meldete sich der Spediteur, und das Familienprojekt konnte beginnen: Alle fassten mit an und schnell war das erste Haus zusammengebaut.

„Wenn man das Prinzip einmal kennt, dann klappt es viel besser, fast wie beim Puzzeln“, so Stephanie Hagedorn. Sohn Jonas ist gelernter Veranstaltungstechniker und hat durch die Corona-Pandemie derzeit auch kaum etwas zu tun. So konnte er die erforderliche Kabelverlegung sauber und elegant vornehmen, sodass das Gesamtbild durch nichts gestört wird.

Hammer Gasthof setzt Gäste in Glashaus: Lockdown macht betroffen

Alle freuten sich auf das besondere, neue Angebot und die Reaktionen der Gäste. Doch noch bevor die Familie Hagedorn die Glashäuser bewerben konnte, machte der neuerliche Lockdown alle Pläne zunichte. „Das ist auch angesichts des Einsatzes und der Investitionen im hohen vierstelligen Bereich gleich doppelt ärgerlich“, stellt Klaus Hagedorn fest.

In seinem Gasthof sei umgehend alles auf die verschärften Corona-Vorschriften hin geändert worden. Das dazugehörige Haus an der Geinegge habe, durch die eigenen Sanitäreinrichtungen und den eigenen Tresen, alles für die zunächst erlaubten etwas größeren Feiern gehabt. Alles sei immer korrekt und anstandslos gelaufen, daher seien sie von dem neuerlichen Lockdown schon sehr betroffen gewesen.

Hammer Gasthof setzt Gäste in Glashaus: Branche hart getroffen

„Wir sehen Corona ja auch als echte Gefahr“, betont der Gastronom, der Anfang März selbst erkrankt war. Doch die Branche sei insgesamt schon hart getroffen. Aber zumindest freue er sich darüber, dass einige Unternehmen ihren Mitarbeitern statt einer Weihnachtsfeier einen Restaurant-Gutschein schenkten, so Hagedorn. In diesen Zeiten müssten alle zusammenstehen, damit man auch in Zukunft schön feiern könne.

Während des Radikal-Lockdowns im Frühjahr hatten sich etliche Gastronomen in Hamm auf Abhol- und Liefer-Angebote verlegt. Viele greifen das aktuell wieder auf. Aber wer macht denn da überhaupt mit?  

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