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Gasbohrungen: Beteiligung der Hammer Bürger betont

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Zu einem Unfall kam es in der Erdgasförderstätte nahe Rotenburg/Wümme. ▪
Zu einem Unfall kam es in der Erdgasförderstätte nahe Rotenburg/Wümme. ▪ © pr

HAMM ▪ Gegen die Stimmen der Linken wurde am Dienstag in der Sitzung des Rates der Stadt die Beteiligung der Stadtwerke Hamm an der „HammGas GmbH“ beschlossen.

Linken-Fraktionsvorsitzender Alisan Sengül hatte zuvor davor gewarnt, der Beschlussvorlage zuzustimmen, da kaum jemand – weder Bürger noch Politiker – Ahnung von der Technik (umstritten ist besonders die Fracking-Methoden, bei der auch Chemikalien ins Erdreich gepresst werden) und vom Verfahrensstand habe. „Vorauseilender Gehorsam ist kein weiser Ratgeber“, meinte Sengül und appellierte an den Rat, die Bürgerschaft rechtzeitig in die Entscheidungen mit einzubeziehen. Er bezog sich noch einmal auf die Info-Veranstaltung im Parteibüro der Linken und auf die Gründung einer Bürgerinitiative am Donnerstag.

Über eine Bürgerbeteiligung waren sich alle Fraktionen einig. Grünen-Fraktionsvorsitzender Reinhard Merschhaus verlangte eine ergebnisoffene Prüfung der Probebohrungen. „Wir werden den Prozess mittragen, bis das Ergebnis der Probephase offen liegt. Dann können wir uns immer noch entscheiden“, betonte. Merschhaus.

„Wir können mit dem Verfahren landesweit Maßstäbe setzten“, argumentierte SPD-Fraktionsvorsitzender Marc Herter, der gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Hamm ist. „Die Stadtwerke als größter Wasserversorger werden schon ein Interesse daran haben, sich nicht selber das Wasser abzugraben“, meinte Herter. Wichtig sei, die geologischen Befunde auszuwerten und erst dann zu entscheiden, wo es sich zu bohren lohne. Herter versprach, für jede Information für die Bürger zur Verfügung zu stehen.

FDP-Fraktionsvorsitzender Ingo Müller sah in der Beteiligung der Stadtwerke an der „HammGas“ auch eine Chance für die Stadt. Aber der Grundwasserschutz sollte an vorderster Stelle stehen, Schnellschüsse dürfe es nicht geben. Auch OB Thomas Hunsteger-Petermann begrüßte eine ergebnisoffene Diskussion und eine breite Bürgerbeteiligung. Er schlug vor, Bürgerversammlungen mit einem externen Moderator zu veranstalten. „Wir können auch immer noch Nein sagen.“ ▪ ms

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