Gasbohren spaltet grüne Mitgliederversammlung

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Wibke Brems, energiepolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion (stehend), leitete auf Antrag eines Mitglieds die Mitgliederversammlung der Grünen.

Hamm - Die Mitglieder der Grünen sollten Dienstagabend entscheiden, ob die Ratsfraktion das Gasbohren weiter verfolgen oder für einen Ausstieg der Stadtwerke aus dem Geschäft stimmen soll. Nach zweistündiger Diskussion stand es unentschieden: 15 Mitglieder stimmten bei einer Enthaltung dafür, 15 dagegen.

Grünen-Chef Volker Burgard fasste das Ergebnis der grünen Mitgliederversammlung so zusammen: „Das müssen wir in der Fraktion nächste Woche diskutieren.“ Unmittelbar zuvor hatte die Auszählung einer geheimen Abstimmung ergeben, dass – bei einer Enthaltung – 15 Mitglieder für eine Gas-Probebohrung unter Beteiligung der Stadtwerke waren und exakt 15 Mitglieder dagegen. Das gewünschte klare Meinungsbild als Orientierung für die Fraktion bei der kommenden Ratssitzung blieb also aus. 

Fast zwei Stunden hatten die Mitglieder Kreisverbands von Bündnis 90/ Die Grünen über zwei gegensätzliche Anträge diskutiert. Raus mit den Stadtwerken aus der HammGas und Nein zur Probebohrung in Herbern hatte Michael Bömelburg, Mitglied der Uentroper Bezirksvertretung, beantragt. Sprecher Burgard und Ulrike Pesch wollten dagegen die Zustimmung der Mitglieder für einen Verbleib der Stadtwerke in der Gesellschaft HammGas, die in Herbern derzeit die erste Probebohrung vorbereitet. 

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Burgard und die Ratsvertreter argumentierten, man dürfe die Kontrolle nicht aus der Hand geben, die eine Beteiligung der Stadtwerke an der möglichen Gasförderung biete. Zugleich wiesen sie darauf hin, dass man nicht aus aller Welt Gas beziehen dürfe, wenn man nicht bereit sei, den Rohstoff auch vor der eigenen Haustür zu fördern. 

Bömelburg und viele Vertreter aus den Bezirken verwiesen dagegen eher auf die Gefahren des Gasbohrens hin, auch wenn das Fracking mit Chemikalien nicht angewendet werde. Zugleich trage die zusätzliche Förderung fossiler Energieträger wie Gas weiter zur Erderwärmung bei – so sagte es Rhynerns Bezirksvertreter Ulrich Kroker. 

In Anwesenheit von Wibke Brems, energiepolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion, der von der Stadtwerke-Entscheidung betroffenen grünen Kollegen aus dem Kreis Coesfeld und Vertretern der Bürgerinitiative gegen Gasbohren schritten die Grünen zur Entscheidung – und trafen dann aber keine: Stoff für Diskussionen.

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