„HammGas“ gibt Genehmigungen zurück

Aus für Gasbohren in Hamm: Großes Geld bleibt in der Grube

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Aus wirtschaftliche Gründen wird die „HammGas“ künftig auf Gasbohrungen verzichten.

Außer Spesen nichts gewesen: So muss das HammGas-Engagement in Sachen Gasbohren in Hamm und Umgebung wohl beurteilt werden.

Hamm – Das HammGas hat jetzt fast alle Aufsuchungsgenehmigungen aufheben lassen. „Aus wirtschaftlichen Gründen“, vermutet die Bezirksregierung Arnsberg, die als zuständige Bergbaubehörde die Aufsuchungsgenehmigungen vergibt. Der entsprechende Aufhebungsbeschluss wurde inzwischen veröffentlicht und ist damit rechtskräftig. Nach Angaben der Bezirksregierung sehe HammGas die gewährten Aufsuchungserlaubnisse nicht mehr als zielführend an.

Damit dürfte das Kapitel „Gasbohren in Hamm“ nun beendet sein. Lediglich für die Fläche Dasbeck – sie misst 8,5 Quadratkilometer – besteht noch eine Aufsuchungserlaubnis.

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423 Quadratkilometer sollten es sein

423 Quadratkilometer hatte sich HammGas rund um die Stadt als Aufsuchungsflächen gesichert. Auf diesen Flächen war dem Unternehmen eine Erkundung zur Gewinnung von Flözgas erlaubt. Die Genehmigung schloss allerdings keine Bohrungen ein, die hätten neu beantragt werden müssen.

HammGas hat nun diese Flächen zurückgegeben, obwohl die Aufsuchungsgenehmigungen noch zwischen einem und zwei Jahre gültig wären. „Theoretisch“, so ein Sprecher der Bezirksregierung, „könnten die Flächen wieder neu vergeben werden“. Derzeit sei das aber sehr unwahrscheinlich, da sich die Förderung von Grubengas als unwirtschaftlich erwiesen habe.

Ursprünglich wollte HammGas – gemeinsam mit den Stadtwerken Hamm – das große Geld machen. „HammGas“ war ein Zusammenschluss von drei Unternehmen: Stadtwerke Hamm, der PVG GmbH-Resources Services & Management und Brunnenbaubetrieb Messmaker. Der heimische Energieversorger war mit 30 Prozent an HammGas beteiligt.

Stadtwerke investierten 2,3 Millionen

In Herbern führte das Unternehmen im August 2016 eine Erkundungsbohrung durch. Nach Auswertung der Ergebnisse kamen die Stadtwerke zu dem Schluss, dass es nicht möglich sei, Erdgas aus heimischen Steinkohlevorkommen wirtschaftlich zu gewinnen. Die Stadtwerke zogen den Schlussstrich und kündigten den Vertrag mit der HammGas. Rund 2 Millionen Euro hatten die Stadtwerke bis dahin bereits in die Gesellschaft investiert, 300.000 Euro mussten sie dann noch für die Verfüllung des Bohrlochs in Herbern bezahlen. Insgesamt also 2,3 Millionen Euro Investition in ein nicht zukunftsfähiges Geschäft.

Eine zweite Erkundungsbohrung auf Hammer Stadtgebiet lehnten die Stadtwerke nach dem Herbern-Versuch ab und kündigten den Gesellschaftervertrag. Sehr zum Missfallen der HammGas, die dagegen juristisch vorging. Bislang ohne Erfolg, eine beantragte einstweilige Verfügung wurde abgelehnt. Nach Angaben der Stadtwerke sei das Thema nun durch.

Erwartungen am Anfang groß

Mit großen Erwartungen – auch seitens der großen Koalition – wurde vor drei Jahren die Erkundungsbohrung beobachtet. Die Förderung der heimischen Gasvorkommen wäre für eine Übergangszeit die richtige Lösung gewesen, hatten Politiker und Stadtwerke-Verantwortliche immer wieder gepredigt.

HammGas-Geschäftsführer Caspar Glinz teilte auf Nachfrage unserer Redaktion mit, dass er zu den Gründen „keine Stellung beziehen möchte“.

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