„Herbern war ein Misserfolg“

Gasbohren in Hamm gestoppt: Stadtwerke steigen aus!

Hamm - Überraschende Wende beim Thema Gasbohren: Die geplante zweite Probebohrung der HammGas in Lohauserholz wird es nicht geben. Die Stadtwerke-Gremien, Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung, haben den Ausstieg aus der seit Jahren beabsichtigten Gasförderung in Hamm besiegelt.

„Die erste Bohrung in Herbern war ein Misserfolg. Für die zweite Bohrung in Lohauserholz stellen wir kein Geld mehr zur Verfügung“, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Jörg Hegemann am Donnerstagabend gegenüber dem WA.

Über das weitere Vorgehen nach der durchgeführten Aufsuchungsbohrung in Herbern herrschten bis zuletzt gegensätzliche Auffassungen unter den Gesellschaftern der HammGas. Die PVG (65 Prozent Anteile) habe trotz der mäßigen Ergebnisse der Erkundungsbohrung in Herbern an dem Plan festgehalten, eine zweite Probebohrung in Lohauserholz niederzubringen, sagte Hegemann.

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Die Engie Deutschland (vormals GDF), mit der die HammGas zur Sicherstellung der Finanzierung und wegen ihres Knowhows bei Tiefenbohrungen einen Konsortialvertrag geschlossen hatte, sei gegenteiliger Auffassung gewesen. Ihr Befund: Es wurden keine ausreichenden Mengen Gas gefunden. Es gibt Wasser in der Lagerstätte. Die geologische Beschaffenheit des Untergrunds weist nicht die Klüftigkeit auf, um mit der tektomechanischen Methode Erdgas wirtschaftlich fördern zu können.

Wegen der zwei gegensätzliche Auffassungen sei dann ein externes Fachbüro hinzugezogen worden, so Hegemann. Dieses Gutachten habe in allen Punkten die Auffassung der Engie bestätigt. „Demnach gehen wir heute davon aus, dass in Hamm die notwendigen geologischen Voraussetzungen für eine Gasförderung mit der Tektomechanik nicht vorliegen“, sagte Hegemann. Da die geologische Struktur in ganz Hamm dieselbe sei, mache eine zweite Aufsuchungsbohrung mit Kosten in Millionenhöhe keinen Sinn. „Deshalb haben wir entschieden, kein Geld für eine zweite Bohrung bereitzustellen.“

Stadtwerke halten HammGas-Beteiligung

Die Stadtwerke, die mit ihrem Anteil von 30 Prozent eine Sperrminorität besitzen, halten zunächst weiterhin ihre Beteiligung an der HammGas. „Wir prüfen derzeit juristisch weitere gesellschaftsrechtliche Schritte“, sagte Hegemann.

Das Ende der Gasförderung in Hamm muss das nicht bedeuten. Die PVG könnte mit einem neuen Geldgeber auf ihren 331 Quadratkilometern Erkundungsflächen weiter nach Gasvorkommen suchen. „Sicherstellen können wir aber, dass die Bohrung Prinz Schönaich 31 in Lohauserholz nicht niedergebracht wird. Das Grundstück gehört den Stadtwerken und wir werden es nicht für eine weitere Probebohrung zur Verfügung stellen,“ sagte Hegemann.

Mehr zum Thema lesen Sie auch in der Freitagsausgabe des WA.

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