Am Landgericht

Ganze Liste an Straftaten: Staatsanwältin fordert hohe Haft im Bandidos-Prozess

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Im so genannten „Bandidos“-Verfahren vor dem Dortmunder Landgericht hat Staatsanwältin Barbara Cuntze hohe Haftstrafen für die beiden mutmaßlichen Haupttäter gefordert, ein dritter Angeklagter soll trotz großer Bedenken der Anklagevertreterin mit einer Bewährungsstrafe davon kommen.

Hamm/Dortmund - In ihrem rund einstündigen Schlussvortrag beantragte Cuntze für einen 27-jährigen Bandido wegen Drogenhandels, räuberischer Erpressung und Körperverletzung eine Gefängnisstrafe von achteinhalb Jahren, ein weiterer Bandido soll für seine Tatbeteiligung an verschiedenen Straftaten für siebeneinhalb Jahre ins Gefängnis.

Ein 29-jähriger Hammer, der sich nach eigenen Angaben aus der Rockerszene gelöst hat und in stabilen sozialen Verhältnissen lebt, soll nach dem Willen der Staatsanwältin eine einjährige Bewährungsstrafe erhalten – seine Beteiligung an einigen Taten sei als eher „untergeordnet“ zu bewerten.

Erinnerungslücken und demonstrative Unwissenheit

In ihrem Plädoyer ließ die Staatsanwältin die wesentlichen Ergebnisse der mehrwöchigen Beweisaufnahme Revue passieren, fasste diverse Zeugenaussagen zusammen, die die Angeklagten teilweise massiv belastet hatten, streckenweise aber auch durch Erinnerungslücken und demonstrative Unwissenheit geprägt waren.

Fest steht nach Überzeugung der Staatsanwältin aber vor allem, dass die beiden Hauptangeklagten in großem Stil mit Amphetaminen gehandelt hätten. Es sei von einer Menge von mindestens 50 Kilogramm auszugehen, die konspirativ in 500-Gramm-Päckchen in einem eigens dafür präparierten Kühlschrank gelagert worden seien.

75.000 Euro Drogengeld verdient

Damit hätten die Bandidos insgesamt rund 75.000 Euro an Drogengeldern erwirtschaften können. Überführt sei vor allem der Hauptangeklagte auch, mehrfach unter Druck im Milieu Geld zu erpressen versucht zu haben.

Die Betroffenen hatten über den Hintergrund der Geldforderungen eher vage und ausweichende Angaben gemacht. Der Hauptangeklagte hatte zu einer Tat behauptet, dass er private Schulden habe eintreiben wollen und dabei zugegebenermaßen seinem Schuldner einen Faustschlag versetzt habe.

Die beiden mehrfach vorbestraften Angeklagten sind jahrelange Drogenkonsumenten, gelten nach dem Gutachten eines Sachverständigenaber als strafrechtlich voll verantwortlich für ihre Taten. Der Prozess wird am 22. Juni fortgesetzt.

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