1. wa.de
  2. Hamm

Ganovenware online: Schnäppchen wie bei Ebay

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Justiz-Auktion Auktion
15 000 Euro sind das Mindestgebot für die knallrote Cobra-Replika der Firma Pilgrim aus dem Jahr 1990. © Foto: Rother

HAMM - Vom Sportwagen bis zum Saphir-Ring versteigern Justizbehörden schon heute Asservate und sonstige Besitztümer online. Die Federführung beim Portal „justiz-auktion.de“ liegt seit Jahresbeginn bei der Generalstaatsanwaltschaft Hamm.

 Mehr als 50 000 Bieter haben sich schon angemeldet. 15 000 Euro sind das Mindestgebot für die knallrote Cobra-Replika der Firma Pilgrim aus dem Jahr 1990. Es handelt sich um einen Nachbau eines britischen

Der Link zum Portal:

www.justiz-auktion.de

Zweisitzers aus den 1960er-Jahren. Heutzutage werden für Originale bis zu 300 000 Euro gezahlt. Ähnlich gut wie die Qualität der Fotos auf dem Portal scheint auch der Zustand des 154 PS starken Flitzers zu sein. Interessenten können ihn in Dortmund besichtigen, noch eine Woche kann auf ihn geboten werden.

Bislang ist noch niemand in die Auktion eingestiegen, doch die Erfahrung lehrt, dass nahezu alle Auktionsstücke am Ende einen Abnehmer finden. Da die Zahl der Nutzer deutlich unter der bei Ebay liegt, lässt vermuten, dass Schnäppchen hier häufig zu machen sind.

Ebenfalls im Angebot ist derzeit ein Mercedes 280 SEL W126 in gepanzerter Ausführung (Mindestgebot 1000 Euro) oder ein Jaguar XJ 40 (Startgebot 750 Euro). Wer’s exotischer will, kann auf ein (ziemlich heruntergekommenes) Ultraleichtflugzeug (Stand am Mittwoch: 1 750 Euro) oder ein Gemälde des brasilianischen Malers Flavio Scholles (Brasilien, Stückpreis 200 Euro) bieten.

Diebesgut wie Haarshampoos, nagelneue Brillen oder Geldbörsen, bei denen die Eigentümer nicht mehr zu ermitteln sind, sind ebenfalls im Programm. Oder auch flaschenweise Wodka, der allerdings nur an Selbstabholer gegen Altersnachweis abgegeben wird (drei Stück zehn Euro).

Das Justizportal wurde 2005 ins Leben gerufen und verzeichnet jährliche Umsatzgewinne. In 2012 wurden bundesweit bei 9 808 Auktionen gut 2,6 Millionen Euro erwirtschaftet. Gerichtsvollzieher und Staatsanwaltschaften aus Nordrhein-Westfalen haben mit 6516 Auktionen klar die Nase vorn.

Generalstaatsanwalt Manfred Proyer sieht in dem Portal eine „an die Zeit angemessene Möglichkeit“, beispielsweise bei einer Zwangsvollstreckung. Und anders als bei Ebay gibt’s hier systembedingt auf Anbieterseite keine Betrügereien. - fl

Auch interessant

Kommentare