Entlastung für Bielefeld

So funktioniert die neue DHL-Zustellbasis in Uentrop

Ausladen leichter gemacht: Bei der Anlieferung der Pakete in Uentrop lassen sich die Transportbänder bis in die so genannten Wechselkoffer (Transportcontainer) ziehen. Pakete können so auf kurzem Wege in die Sortieranlage geschickt werden.

UENTROP - Wenn in diesen Tagen im DHL-Paketzentrum in Bielefeld ein erleichterndes Aufatmen zu hören ist, dann hat es seine Ursache sicher in Hamm. Nach elf Monaten Bau- und Einrichtungszeit hat die mechanisierte Zustellbasis (MechZB) im K’Park des Uentroper Gewerbegebiets ihren Betrieb aufgenommen.

Von Torsten Haarmann

Die Uentroper Basis ist die zweite moderne Anlage ihrer Art im Bereich der Niederlassung Brief in Dortmund und stehe mit dem MechZB in Bochum und weiteren 20 im Bundesgebiet für einen „Quantenspruch“ der Paketzustellung, wie Niederlassungleiter Frank Blümer erklärt. Von Uentrop aus werden Hamm und Teile von Ahlen versorgt. Die Anlage ersetzt nur zum Teil den bisherigen Standort auf Radbod, der (zunächst) erhalten bleibt.

Bislang fand die Feinsortierung für die Postleitzahlbereiche 44... und 59... in Bielefeld statt, wo eines von bundesweit 32 Paketzentren steht. Diese Aufgabe übernimmt jetzt die Basis in Uentrop. Ein Investor hat dafür eine rund 12 .000 Quadratmeter große Halle gebaut. Dem von DHL angemieteten Standort sind 40 Zustellbezirke in Hamm, Dolberg und im südlichen Ahlen zugeordnet.

Morgens kommen im K’Park ab 5 Uhr vier Lastwagen samt Anhänger aus Bielefeld an. Die derzeit bis zu 8 000 Sendungen werden per Hand ausgeladen, laufen über Förderbänder zu einer Erfassung per Laser, die die Pakete den einzelnen Zustellbezirken zuordnet. Bis zu 3 500 Stück können so pro Stunde verteilt werden.

Mechanisierte Zustellbasis (MechZB) Deutsche Post DHL in Uentrop

Die Sendungen werden automatisch auf Rutschen befördert, von denen die Zusteller die Pakete direkt in ihre Transporter sortieren. 30 Fahrzeuge können gleichzeitig beladen werden. Weil es aber 40 Zustellbezirke sind, muss das in zwei Wellen erfolgen. Dann wird es ab 8.30 Uhr ruhig am Standort – bis die Zusteller am frühen Nachmittag zurückkommen und Pakete in umgekehrter Richtung am (Spät)Nachmittag nach Bielefeld gehen.

Auch wenn in der modernen Zustellbasis vergleichsweise weniger Handarbeit anfällt, auf Mitarbeiter kann die Deutsche Post DHL nicht verzichten. Ganz im Gegenteil. „Zusteller ist ein Job mit Zukunft“, weiß Unternehmenssprecher Rainer Ernzer. „Wir rechnen bei der Paketzustellung mit einer jährlichen Steigerung von fünf bis sieben Prozent.“ Daher steckt das Unternehmen derzeit 750 Millionen Euro in ein Modernisierung-Konzept.

Ein sich verändertes Verbraucherverhalten vor allem durch den Internethandel lasse den Paketversand boomen, erklärt Niederlassungsleiter Blümer. „Wir wollen durch den Ausbau des Netzes auch schneller werden“, In Zeiten der Informationsgesellschaft geht es nicht nur darum, weltweit einkaufen und seine Lieferung jederzeit verfolgen zu können, sondern sie spätestens am nächsten Tag in den Händen zu halten.

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