Kulturzentrum erfordert Ausweichen

Spannung vor Umzug: Pfauen am Uentroper Hindu-Kulturzentrum beziehen bald ihr Baumhaus

Der erste Versuch vor ein paar Jahren war leider gehörig misslungen. In Kürze soll es aber nun klappen mit dem Einzug von Pfauen ins Baumhaus am Hindu-Kulturzentrum in Uentrop.

Er wird als „Pfauen-Vater“ bezeichnet: Reimund Lining beim Füttern seiner gefiederten Freunde.

Uentrop – Pfauen sind im Hinduismus hoch geehrte Vögel. Darum dürfen sie auch am Hindutempel in der Siegenbeckstraße nicht fehlen. Reimund Lining ist der „Pfauen-Vater“ der Gemeinde und hat nun gespannt verfolgen können, wie das vorhandene Pfauenhaus neu errichtet wurde. Vor einigen Wochen hatte es abgebaut werden müssen, weil an jenem Standort auf einem Nachbargrundstück des Sri-Kamadchi-Ampal-Tempels die Arbeiten zur Errichtung des Hindu-Kulturzentrums begannen. Bald soll es mit Leben gefüllt werden.

Seit etwa zwei Wochen steht das Pfauenhaus auf einem massiven Baumstamm, direkt neben der Voliere der Tiere. Für die „Auswilderung“ der großen Vögel ist jedoch Ruhe in der Umgebung notwendig und die Bauarbeiten am neuen Kulturzentrum werden noch länger andauern. Darum geht Lining nicht von einem Beginn der Maßnahme in diesem Jahr aus. „Wir wollen ja keinen zweiten Fehlschlag erleben“, sagt der Pfauen-Experte. Was er damit meint: Bis die Haltung der Pfauen so gut gelang wie heute, war ein langer Weg des Lernens notwendig.

Erster Versuch ging schief

Hahn am Tempel: Pfau „Krishna“ posiert in der Voliere.

„Schon im Jahr 2014 sprach mich der Priester Siva Sri Arumugam Paskarakurukkal darauf an, ob am Tempel nicht Pfauen gehalten werden könnten“, erzählt Lining, der damals schon in Hausmeisterfunktion für die Gemeinde tätig war. Er habe erklärt, sich mit diesen Tieren nicht weiter auszukennen, aber natürlich zu helfen, wo Hilfe benötigt werde.

Dann ging alles Schlag auf Schlag: Bereits im Jahr drauf erhielt die Gemeinde das Pfauenhaus, das extra von einer Studentengruppe aus Aachen gebaut worden war. Aufwändige Arbeiten begleiteten die Maßnahme: Das schöne, neue, mit Holzschindeln verkleidete Pfauenhaus wurde mit Hilfe eines Krans auf einem riesigen Baumstamm aufgestellt. Das Problem: Dem farbenprächtigen Federvieh gefiel die Aussicht offenbar so gut, dass es sich direkt auf den Weg in andere Gefilde machte: Die Tiere büxten aus.

„Da haben wir dann ganz klein wieder angefangen und Experten um Rat gefragt“, so Lining. Einer dieser Experten war Professor Dr. Dr. Wiese, der in Werries bereits seit langer Zeit Pfauen züchtete. „Er gab uns damals den Rat, dass die Pfauen zunächst einmal in einer Voliere gehalten werden sollen“, so Lining. Dadurch könnten die Tiere in Uentrop wirklich heimisch werden.

Der Einzugstermin für die Tiere rückt näher: In unmittelbarer Nähe zum Hindu-Kulturzentrum steht nun das Pfauenhaus.

Große Voliere dient als „Übergangsheim“

Mit viel Einsatz entstand daraufhin eine große Voliere, die neben einem massiven Holzhaus auch große Büsche enthält, was von Pfauen sehr geschätzt wird. Alles lief gut, bis die erste Brut einer Henne von einer seinerzeit grassierenden Vogelkrankheit befallen war: „Mit dem Tierarzt Dr. Blome fanden wir einen kompetenten Helfer, der mir detaillierte Anweisungen zur Medikation gab“, so Lining. Schritt für Schritt ging es weiter – inzwischen gedeiht die Zucht hervorragend.

„In diesem Jahr haben die Hennen so viele Eier gelegt, dass ich sie im Internet angeboten habe“, so der „Pfauen-Vater“. Er fand einen gleichgesinnten Züchter aus Frankfurt und seitdem steht der Hindutempel mit ihm in engem Kontakt. „Er betreibt eine große Zucht und ist froh, über diesen Weg immer wieder frisches Blut in seinen Bestand zu bekommen“, so Lining. Nun sollen sich Hahn „Krishna“ und seine Hennen weiter gut entwickeln – und dann sieht der Uentroper Pfauen-Vater einer Auswilderung im neu errichteten Pfauenhaus gespannt entgegen.

In Hamm sind nicht nur gefiederte Tiere zurzeit gefragt. Das Wandern mit Alpakas erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

Rubriklistenbild: © Körtling

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